Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nord Musiker vertonen Kunstobjekte
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Musiker vertonen Kunstobjekte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:25 18.03.2015
Der Gitarrist Michael Seubert organisiert die Konzertreihe in der Nordstädter Galerie - und interpretiert die farbenfrohen Kunstwerke von Babak Saed.  Quelle: Moers
Hannover

Wie klingt eigentlich eine Kunstausstellung? In der renommierten Galerie Robert Drees am Weidendamm ist es in der Regel still, die Bilder und Objekte in der weiß-sanierten Fabrik-etage sind stumm. Sie lassen sich ansehen, sie riechen vielleicht nach Farbe, aber sie bleiben stumm. Doch nun hat sich der hannoversche Gitarrist Michael Seubert vorgenommen, ihnen einen Melodie zu verleihen. Im Rahmen einer fünfteiligen Konzertreihe vertont er gemeinsam mit wechselnden Musikern ein Jahr die jeweilige Ausstellung. Heute beginnt das audiovisuelle Experiment.

„Die Kunst und die Musik sollen sich befruchten, ein Experimentierfeld soll entstehen“, erklärt Seubert die Konzertreihe. Gemeinsam mit dem Galeristen Robert Drees hat er zu jeder anstehenden Ausstellung ein Konzert geplant. Unterschiedliche Musiker werden dabei mit den Kunstwerken im Raum korrespondieren, ihre Stimmungen aufnehmen und musikalisch interpretieren. Den Beginn macht der an der Gitarre ausgebildete Seubert im Duett mit dem Schlagzeuger Timo Warnecke. Warnecke ist Jazzfreunden vermutlich bekannt als Mitglied der Band „Fette Hupe“.

Seubert hat sich in den vergangenen Wochen intensiv mit den Werken des Konzeptkünstlers Babak Saed auseinandergesetzt. Dessen bunte, an Pop-Art erinnernden Wort-Skulpturen sind gerade in der Galerie ausgestellt. „FREITAGDERDREIZEHNTE“ heißt die Exposition. Saed spielt mit Buchstaben, Worten und Phrasen, die er aus Plastik, Leuchtstoffröhren oder als Sticker in der Galerie verteilt hat. „ICHERINNEREMICH NICHT“, verkündet ein aus grell leuchtenden Neonröhren geformter Schriftzug. „Mein Thema ist die Kommunikation“, erklärt der Künstler sein Werk. Seubert greift das Konzept auf und setzt es in sein teilweise improvisiertes Spiel um: „Saed erzwingt die Freiheit der Worte, indem er die Sprache zur Plastik werden lässt und dann mit ihr spielt. Ich versuche dieser Idee folgend meine Instrumente fremd klingen zu lassen.“

Was sich komplex anhört, kann am Ende auch so klingen, muss es aber nicht. „Es wird gar nicht klassisch sein und zum Teil sogar sehr avantgardistisch“, freut sich Seubert. Das zweite Konzert wird er solo geben. Darauf folgt als Kontrastprogramm im Juni das „Trio Gorrion“ mit neuer Tangomusik zwischen Kammermusik und Jazz.

In den Vorjahren haben immer mehr Kulturinteressierte den Weg zum Weidendamm gefunden. In der etwas schäbigen Straße am ehemaligen Hauptgüterbahnhof haben sich neben der Galerie eine Disco für elektronische Musik („Weidendamm“), ein alternativer Szene-Musikclub („Studio London“) und eine Kunst-Bar („Streif Bar“) angesiedelt. „Am Weidendamm passiert gerade einiges“, sagt Galerist Drees und beobachtet aus seinen Fabrikfenstern die Bagger, die gerade den Güterbahnhof demolieren. Die Galerie-Konzerte werden vermutlich ihr Teil dazu beitragen, den Weidendamm aus der Schmuddelecke herauszuholen. Vielleicht entsteht hier gerade - gar nicht mehr still und heimlich - ein neues Szenequartier.

Das Konzert in der Galerie mit dem Duo Michael Seubert & Timo Warnecke beginnt am heutigen Donnerstag ab 19 Uhr in der Galerie Drees am Weidendamm 15. Der Eintritt beträgt 12 Euro für Erwachsene, ermäßigt 10 Euro. Kinder bis 12 Jahre zahlen nichts. Karten gibt es an der Abendkasse und im Vorverkauf in allen HAZ- und NP-Ticketshops.

In manchen Bezirksräten läuft die gemeinsame Arbeit für den Stadtteil recht harmonisch und geräuschlos. Der politische Schlagabtausch zwischen den Fraktionen hält sich in Grenzen. Doch im Bezirksrat Nord hat sich die Stimmung jetzt gedreht.

Bärbel Hilbig 18.03.2015

Das Freizeitheim Vahrenwald hat sich am Wochenende in einen orientalischen Basar verwandelt. Rund 50 Aussteller aus dem In- und Ausland präsentierten dort alles, was orientalische Tänzer und Tänzerinnen brauchen. Rund 5000 Besucher wollten sich die „World of Orient“ nicht entgehen lassen.

Veronika Thomas 18.03.2015

In der zweiten Auflage des Vahrenheider Erzählcafés erinnerten sich damalige Mütter und Kinder. Das Leben in der Neubausiedlung erscheint ihnen im Rückblick als ein zu enges Korsett, geschnürt aus kleinbürgerlichen Regeln und gegenseitiger Kontrolle.

14.03.2015