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Nord Musikzentrum bietet breites Spektrum
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Musikzentrum bietet breites Spektrum
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13:24 30.12.2014
Von Susanna Bauch
Drago ist am Drücker: Im Tonstudio des Musikzentrums nimmt eine Nachwuchsband ein Stück auf. Quelle: Michael Wallmueller
Hannover

„Es ist gar nicht so einfach, das Musikzentrum zu erklären.“ Projektleiterin Sabine Busmann weiß nicht, wo sie anfangen soll, wenn sie alle Projekte und Möglichkeiten der Einrichtung in der Emil-Meyer-Straße aufzählen möchte. Fakt ist, das Musikzentrum ist 1993 aus dem Rockbüro Hannover hervorgegangen, das Holger Maack gegründet hat, der auch heute noch als Geschäftsführer in der Nordstadt mitmischt.

Eine zentrale Anlaufstelle für junge Musiker sollte das stadtweit tätige Zentrum sein, „mit vielen Möglichkeiten unter einem Dach“, sagt Sabine Busmann. Dazu gehören heute Veranstaltungshalle, Übungsräume, Tonstudio, Rockmobil, Probenbühne, Musiktheater, Veranstaltungen und Workshops. „Wir haben lange gesucht, bis wir das Gelände hier gefunden haben“, betont die Projektleiterin. Verwaltung und Tonstudio konnten rasch einziehen. Die Veranstaltungshalle kam im Jahr 2000 hinzu, vor allem Konzerte finden seitdem in der ehemaligen Autowerkstatt statt.

65 Räume für Musiker

Die Übungsräume liegen längst nicht alle auf dem Gelände. „Derzeit haben wir rund 65 Räume für Musiker, etwa in Bunkern, alten Friedhofshäuschen in der Südstadt und Limmer oder im ehemaligen Kassenhaus der Tiefgarage am Raschplatz“, berichtet Busmann. Auch eine unterirdische stillgelegte Toilettenanlage am Georgsplatz wurde zum Übungsraum umfunktioniert, ebenso wie ein Trafohaus in Kleefeld. „Man muss kreativ und geduldig sein, dann ergibt sich einiges“, betont die Projektleiterin. Und dennoch gibt es immer noch zu wenig Räume, die Warteliste für junge Bands ist lang.

In den neunziger Jahren lag der Schwerpunkt des Musikzentrums auf der Förderung der Populärmusik. „Wir hatten ein großes Angebot an Dozenten, die teilweise auch heute noch an der Musikschule lehren“, sagt Busmann. Ab 2000 kam die soziokulturelle Bildungsarbeit mit Jugendprojekten hinzu, danach ging das Rockmobil auf Tour - ein umgebauter VW-Bus, vollgepackt mit Technik, der regelmäßig Jugendzentren besucht. Seit 2013 ist das jüngste Fahrzeug des Musikzentrums unterwegs: Das Musikmobil fährt Einrichtungen auch außerhalb der Stadtgrenzen an, die ihr reguläres Angebot musikalisch ergänzen wollen.

Aber es rollt musikalisch inzwischen noch mehr durch die Stadtteile: SoundTruck heißt das mobile Tonstudio. Ausgestattet mit den neuesten technischen Standards, sorgt dieser Truck dafür, dass den Bands und Musikern die richtigen Töne entlockt werden. Es gibt in dem Fahrzeug vier Aufnahmeräume mit Tageslicht und verschiedenen Mixmöglichkeiten am Monitor. Als Instrumente stehen darüber hinaus ein elektronisches Schlagzeug, ein Keyboard, zwei Gitarren und Mikrofone zur Verfügung. Der MusikInliner schließlich ist ein zu einem rollenden Musikstudio umgebauter Linienbus, in dem ein Probenraum mit verschiedenen Instrumenten, Verstärkern und Mikrofonen sowie ein Tonstudio mit Aufnahme- und Schnitttechnik untergebracht sind. Die Initiative für diesen Musikbus stammt vom Paritätischen Verein Niedersachsen - das Musikzentrum setzt die Idee in die Praxis um.

Kinder und Jugendliche für Musik begeistern

„Wir wollen Kinder und Jugendliche zur Musik bringen“, betont Sabine Busmann. Vielseitig solle das Angebot sein, der SoundTruck etwa sei auf Fanmeilen, Stadtfesten oder Karaokewettbewerben einsetzbar. Seit die frühere Werkstatt in der Emil-Meyer-Straße zum Veranstaltungszentrum umgebaut wurde, gibt es aber auch immer mehr Projekte und Konzerte vor Ort. Regelmäßig treten dort Bands und Künstler auf. Das Musikzentrum bietet dabei auch die Möglichkeit, Partys zu organisieren oder außergewöhnliche Events auf die Beine zu stellen; Fachpersonal für Beleuchtung und Beschallung wird gestellt. Rund 600 Gäste haben Platz in der Halle, zur Ausstattung zählen eine Empore, eine feste Theke, eine große Tanzfläche im Erdgeschoss sowie ein Vorraum für Kontrolle und Garderobe. Die Halle ist besonders beliebt bei Künstlern, die (noch) keine großen Hallen füllen. Der Rapper Casper hatte in der Nordstadt seinen Start - bevor er ein zweites Konzert in der Swiss Life Hall anbieten konnte. Und als im Herbst Jungrapper Sierra Kidd im Musikzentrum seinen großen Auftritt hatte, genossen die begeisterten Teenager vor allem die Nähe zu Bühne und Star.

Das Musikzentrum ist aber nicht nur musikalischer Kulturförderer, sondern zugleich auch Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb: Die gemeinnützige GmbH bildet derzeit 21 junge Leute in fünf Berufen aus. Sie selbst finanziert sich aus Zuschüssen der Stadt, Zuwendungen von Stiftungen, Spenden und zum Großteil durch Gebühren, Übungsraummieten und andere Einnahmen. „Bei uns haben schon rund 100 Frauen und Männer ihre Ausbildung zum Veranstaltungstechniker, Mediengestalter für Bild und Ton oder Verwaltungskaufmann für audiovisuelle Medien durchlaufen“, erklärt Sabine Busmann. Einige davon seien bereits erfolgreich selbstständig und etwa als Tourbegleiter in den USA unterwegs.

Bei den Projekten des ebenfalls zum Musikzentrum gehörenden Musiktheaters indes liegt der Fokus auf den Themen Bildung und Soziales. „Wir arbeiten nie allein“, betont Busmann. Partner seien etwa Filmemacher, die Staatsoper oder auch der Deutsche Fußballbund. Außerdem legen die Verantwortlichen Wert darauf, „raus in den sozialen Raum zu gehen“.

Zu den musikalischen Trends kann die Projektleiterin nur eine Momentaufnahme liefern. Es sei gerade wieder Hip-Hop im Kommen, außerdem spielten die achtziger Jahre erneut eine Rolle. „Aber es gibt wohl keinen Riff, der noch nicht gespielt wurde.“

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