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Nord Kirchenzentrum soll bis 2016 stehen
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Kirchenzentrum soll bis 2016 stehen
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21:00 09.04.2015
Von Christian Link
Im Alltag scheint der Umzug noch fern: Erzieherin Irmtraud Lohs (l.) erklärt den Kindern in der Kita, wie eine Sonnenfinsternis funktioniert. Quelle: Christian Link
Hannover

Das lange Warten auf das neue Kirchenzentrum an der Fenskestraße soll bald ein Ende haben. Nach jahrelanger Planung will die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Hainholz demnächst mit dem Bau beginnen. „Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr zum Spatenstich kommen“, sagt Diakon Marc ­Jacobmeyer. Auf der Wiese vor der ­St.-Marien-Kirche soll ein Flachbau entstehen, der Gemeindezentrum und Kindertagesstätte vereint. Das inzwischen überdimensionierte alte Gemeindehaus hinter der Kirche und die sanierungsbedürftige Kita in der Hüttenstraße sollen verkauft werden. Die Gemeinde will mit dem Erlös den mehr als 2 Millionen Euro teuren Neubau finanzieren.

„Jetzt geht es nur noch darum, dass der Bauantrag fertig wird und der Investor einsteigt“, sagt Jacobmeyer. Wer sich für den Kauf von Kita-Gelände und Gemeindehaus interessiert, will die Gemeinde vor der Vertragsunterzeichnung nicht verraten. Damit bleibt weiter ungewiss, was auf den beiden Grundstücken entstehen wird. Nach dem Flächennutzungsplan ist das gesamte Viertel zwischen Fenskestraße und Hainhölzer Friedhof zwar Wohnbaufläche, es gibt aber keinen rechtsverbindlichen Bebauungsplan. Damit liegt bei einer Baugenehmigung viel im Ermessen der Bauverwaltung.

Den Neubau macht vor allem die marode Kita in der Hüttenstraße nötig. „Die Kita hat viele bauliche Mängel, eine Sanierung wäre unwirtschaftlich“, sagt der Diakon. Sie hätte die Gemeinde mindestens 500.000 Euro gekostet. Deswegen entschied sich die 3000-Seelen-Gemeinde gleich zu einer Kombilösung mit neuem Gemeindehaus, weil Letzteres laut den Vorgaben der Landeskirche ohnehin viel zu groß geworden ist.

„Wir würden gerne im Herbst 2016, spätestens im Januar 2017 umziehen“, sagt Kita-Leiterin Renate Dreßler. Aus ihrer Sicht gebe es aber keinen Zeitdruck. Das Gebäude sei nach 40 Jahren zwar sanierungsbedürftig, auf die Kinderbetreuung wirke sich das aber nicht aus. Tatsächlich ist dem Haus sein Alter durchaus anzumerken. Draußen etwa blättert die Farbe von der Fassade, und im Mitarbeiterraum ist an der Decke nur das blanke Mauerwerk zu sehen. Doch dort, wo es zählt, wurde auch trotz des anstehenden Umzugs noch investiert. „In einem Waschraum haben wir zuletzt alle Toilettenbecken neu gemacht, damit es nicht zu Geruchsentwicklung kommt“, sagt Dreßler bei einer Führung durch die liebevoll gestalteten Räume.

Offene Betreuung im sozialen Brennpunkt

In die Kindertagesstätte der St.-Marien-Gemeinde in der Hüttenstraße gehen 96 Mädchen und Jungen im Kindergartenalter. Außerdem gibt es eine Hortgruppe mit weiteren 20 Plätzen. Um jede Gruppe kümmern sich zwei Erzieher, darunter sind auch drei männliche Fachkräfte. Zudem verfügt das insgesamt 16 Mitarbeiter starke Kita-Team über eine Heil- und eine Sozialpädagogin. Neben drei Regelgruppen bietet der Kindergarten auch eine Integrationsgruppe. Der Standort an der Grenze von Hainholz und Vahrenwald gilt als sozialer Brennpunkt. Mehr als 70 Prozent der betreuten Kinder haben einen Migrationshintergrund. „Wir haben eine sehr bunte soziale Mischung“, sagt Kita-Leiterin Renate Dreßler. Die Kinder stammen aus mehr als 20 verschiedenen Nationen. Die sozialen Voraussetzungen seien unterschiedlich – einige Familien seien arm, andere dagegen wohlhabend, sagt die Pädagogin. Die Kita verfolgt ein Konzept der offenen Arbeit. Beim freien Spielen können die Kinder etwa in Forscherwerkstatt, Rollenspielraum, Atelier oder Feinschmeckerküche aktiv werden. Zudem gibt es beinahe wöchentlich Ausflüge in den Kinderwald sowie eine Joggergruppe, die regelmäßig am Fun Run beim Hannover-Marathon teilnimmt. Träger der Einrichtung ist seit wenigen Jahren der Evangelisch-lutherische Stadtkirchenverband, der aus verwaltungstechnischen Gründen die Kirchengemeinde St. Marien abgelöst hat. Die Hainhölzer Gemeinde hatte den Kindergarten 1973 erbaut.

Jedes Zimmer wurde unter Mitwirkung der Kinder individuell eingerichtet. „Es ist wirklich schade, dass wir ausziehen, aber das Gebäude ist nicht für die Ewigkeit gebaut“, sagt Dreßler. Sie selbst habe ihr „halbes Leben“ in der Kita an der Hüttenstraße gearbeitet. Dennoch freut sich die Kita-Leiterin auf den Neubau. „Die Räume werden größer sein, und wir können Neues ausprobieren.“

Die Pläne für den Neubau des Kirchenzentrums sind laut Diakon Jacobmeyer seit dem Architekturwettbewerb Ende 2010 nur noch in Details nachgebessert worden. Damals hatte sich das hannoversche Architekturbüro Kellner Schleich Wunderling (KSW) durchgesetzt. Der KSW-Entwurf sieht einen eingeschossigen Neubau im Passivhausstandard vor, der sich L-förmig an Fenske- und Hüttenstraße anschmiegt. Durch die flache Bauweise bleibt der Blick auf den oberen Teil der malerischen St.-Marien-Kirche möglich, die aber in die zweite Reihe rückt.

Die Fläche zwischen Kirche und Neubau wird zum Kita-Außengelände. Die fünf Gruppenräume sollen an das Außengelände angrenzen, zur viel befahrenen Fenskestraße hin sind Funktionsräume geplant. Die gesamte Kirchwiese wird damit zum Kirchenzentrum.

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