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Nord Neben der Kirche soll gebaut werden
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Neben der Kirche soll gebaut werden
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13:45 06.11.2010
Von Bärbel Hilbig
Malerisch: Die St.-Marien-Kirche an
der Fenskestraße. In direkter
Nachbarschaft will die Gemeinde zwei Flachbauten errichten. Quelle: Philipp von Ditfurth

Die Kirchengemeinde Hainholz plant einen großen Schritt: Sie will ihren Kindergarten und das Gemeindehaus neu bauen. Die bisherige Kindertagesstätte in der Hüttenstraße müsste dringend saniert werden, die geschätzten Kosten liegen bei 500.000 Euro. „Unser Problem ist, dass wir das als Gemeinde allein finanzieren müssten“, sagt Pastor Botho Ahlers.

Die evangelisch-lutherische Gemeinde ist deshalb auf eine andere Idee gekommen. Sie will das Grundstück mit der maroden Kita aus dem Jahr 1973 verkaufen, und auch das inzwischen überdimensionierte Gemeindehaus hinter der Kirche soll aufgegeben werden. „Es ist zwar wärmegedämmt und auch sonst in gutem Zustand, aber die Kiste ist einfach viel zu groß“, sagt Ahlers. Als Ersatz sollen zwei neue Gebäude auf der gemeindeeigenen Wiese direkt vor der denkmalgeschützten St.-Marien-Kirche entstehen. „Wir haben dann alle Gebäude dicht beieinander. Das macht es noch einfacher, Räume gemeinsam zu nutzen“, sagt Ursula Wille, Vorsitzende des Kirchenvorstands.

Die malerische St.-Marien-Kirche liegt zurückgesetzt an der Fenskestraße, einem der Hauptzugänge nach Hainholz. Aufgrund der städtebaulich exponierten Lage hat die Gemeinde in Abstimmung mit Hannovers Baudezernent Uwe Bodemann fünf Architekturbüros mit Entwürfen beauftragt. Zur Jury gehörten neben Bodemann auch Vertreter von Landeskirche und Denkmalschutz. Die Jury hat den Entwurf des Büros Kellner Schleich Wunderling (KSW) empfohlen. Dem hat sich der Kirchenvorstand jetzt angeschlossen.

Das Büro schlägt als einziges eine ebenerdige Lösung vor. Der Kindergarten soll L-förmig an der Fenskestraße/ Hüttenstraße liegen. Die Gruppenräume sollen zur Grünfläche und Kirche hin ausgerichtet werden. An der befahrenen Fenskestraße würden Funktionsräume mit eher schmalen Fenstern untergebracht werden. „Es ist schön, dass man die Kirche dann noch sehen kann, da die Neubauten relativ niedrig sind“, sagt Ursula Wille. Alle anderen Büros hatten zweigeschossige Bauten entworfen. Heidrun Niklas vom Kirchenvorstand hebt hervor, dass im KSW-Entwurf kein Fahrstuhl und durch die Lage kein Zaun zur Straße hin notwendig werden. Das neue Gemeindehaus an der Fenskestraße wäre nur durch einen Durchgang vom Kindergarten getrennt. Es soll nur drei Büros sowie mehrere Gruppenräume beherbergen, die geöffnet und zu einem Saal umgestaltet werden können.

„Ich kann mir gut vorstellen, dass wir später für größere Veranstaltungen in unsere gut heizbare Kirche oder in das neue Hainhölzer Kulturhaus gehen. Wir würden uns damit den Realitäten anpassen“, sagt Heidrun Niklas. Zur Gemeinde gehören jetzt noch rund 3000 Gläubige. Niklas räumt ein, dass es sicher für manches Gemeindemitglied gewöhnungsbedürftig wäre, für eigene Veranstaltungen andere Räume zu nutzen.

Doch zunächst muss die Gemeinde ihr Kita-Grundstück verkaufen sowie das alte Gemeindehaus veräußern oder vermieten. Für die Neubauten sind zwei Millionen Euro veranschlagt. Nur für das neue Gemeindehaus besteht die Chance, dass Landeskirche und Stadtkirchenverband sich zu je einem Drittel beteiligen. „Wir werden das Geld nicht zusammenkriegen, indem wir mit dem Klingelbeutel durch die Gemeinde ziehen“, sagt Pastor Ahlers.

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