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Nord Roter Schlusspunkt am Kirchenplatz
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Roter Schlusspunkt am Kirchenplatz
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00:15 20.10.2013
Das neue Haus auf dem Platz vor der Christuskirche ist als Backsteinbau geplant. Quelle: Bfm-Architekten
Nordstadt

2007 lief das Sanierungsprogramm für die Nordstadt nach 23 Jahren aus. Millionen Euro wurden in Gebäude, Straßen oder Plätze wie den rund um die Christuskirche investiert. So manche Baulücke blieb zurück. Eine davon soll nun bebaut werden; damit bekommt der vor Jahren umgestaltete Conrad-Wilhelm-Hase-Platz seinen Abschluss. Eine ehemalige Spielfläche, heute mit drei Bäumen bestanden, wird mit einem Wohn- und Geschäftshaus bebaut. Zwei Gewerbeflächen sind im Erdgeschoss vorgesehen. Darüber plant das hannoversche Unternehmen Bauteam Management etwa 14 Eigentumswohnungen. „Die werden alters- und behindertengerecht ausgebaut“, erläuterte Bauteam-Architekt Asghar Jalanesh auf Nachfrage des Stadt-Anzeigers.

Möglichst „zeitnah“ solle es ein Baurecht geben, sagte Stadtplanerin Edda Rabe in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Nord. Der Verkauf der städtischen Fläche steht noch aus. Zwei Grundstücke, An der Christkuskirche 11 und 12, sollen mit dem Bauvorhaben zusammengefügt werden. Das größere ist der ehemalige Spielplatz, auf dem längst sämtliche Spielgeräte abgebaut wurden. Bauteam Management will das Grundstück zusammen mit der Nachbarfläche bebauen. Dort steht noch ein zweistöckiges Haus. Der Privateigentümer will es verkaufen; das Gebäude soll abgerissen werden.

Neubau soll sich optisch anpassen

Das Berliner Architektenbüro Bruno, Fioretti, Marquez hat den Neubau als Backsteinhaus geplant. Mit dem Wohn- und Geschäftshaus soll in direkter Nachbarschaft zum denkmalgeschützten Kirchenbau Conrad Wilhelm Hases ein zweiter Ziegelbau am Platz entstehen. „Wir wollten an dieser Ecke kein fremdes Material wie Glas oder Stahl“, sagte Jalanesh. Noch sei unklar, wie die beiden Ladenflächen im Erdgeschoss genutzt würden. Auf der zum Kirchplatz liegenden Hausfront könnte Gastronomie entstehen. Das befürwortet auch die Stadt. „Die Ecke ist ja sonst recht ruhig“, sagte Stadtplanerin Rabe. Vor allem im Hinblick auf die anstehende Wohnbebauung auf dem Klagesmarkt soll das Wohn- und Geschäftshaus einen Glanzpunkt setzen.

Zweifel an der Bauvorlage

Zu viel Glanz, so gab die Stadt dem Investor vor, soll der Neubau indes nicht verströmen. Mit architektonischen Elementen wie Dachgauben soll sich der Backsteinbau in die umliegenden Häuserzeilen einfügen. Und die nur wenige Schritte entfernte Christuskirche soll nach wie vor das wichtigste Element am Platze sein. Genau an diesem Punkt kamen indes so manchem Bezirksratsmitglied Zweifel. Am Bauvorhaben selbst gab es seitens der Fraktionen keine Kritik. „Aber das ist kein zurückhaltender Bau“, befand SPD-Fraktionschef Detlev Schmidt-Lamontain. Über dem Erdgeschoss sehen die Baupläne drei weitere Vollgeschosse vor. Ein steil aufragendes Dach mit zwei weiteren Etagen soll die Nachbarwohnhäuser überragen. „Die Architektur ist ja gelungen, passt aber nicht an diesen Ort“, sagte Schmidt-Lamontain. Er frage sich auch, ob das während der Nordstädter Sanierung hergerichtete Kopfsteinpflaster auf dem Platz zum Restaurantbetrieb passe. Das müsse umgestaltet werden, wenn künftige Wirte die Fläche für eine Außenbewirtschaftung nutzen wollten. Die Grünen zogen die Verwaltungsvorlage wegen dieser und anderer offener Fragen zur Beratung in die Fraktion. Sie wollen sich vor einer Entscheidung auch über die Zufahrt zu einer ebenfalls geplanten Tiefgarage unter dem Neubau informieren.

Marcel Schwarzenberger

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