Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nord „Gemeinsam kann man viele Dinge verändern“
Hannover Aus den Stadtteilen Nord „Gemeinsam kann man viele Dinge verändern“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 15.01.2019
„Uns allen widerfährt irgendwann mal Unrecht“: Die jungen Schauspieler der IGS Büssingweg gaben in verschiedenen Szenen jene Gefühle wieder, die solch ein Unrechtsempfinden auslösen – Wut, Hysterie, Nachdenklichkeit, Depression oder letzlich auch Resignation.
„Uns allen widerfährt irgendwann mal Unrecht“: Die jungen Schauspieler der IGS Büssingweg gaben in verschiedenen Szenen jene Gefühle wieder, die solch ein Unrechtsempfinden auslösen – Wut, Hysterie, Nachdenklichkeit, Depression oder letzlich auch Resignation. Quelle: Fotos: Marius Klingemann (3)
Anzeige
Nordstadt

„Was guckt ihr mich denn alle so an?“ Sarah Meyer baut sich lautstark vor dem Publikum auf. Aber keine Sorge, alle können beruhigt Platz behalten: Emotionen wie diese gehören zum Theaterstück „Power to the People“, welches das Schauspielensemble der IGS Büssingweg kürzlich aufgeführt hat, dazu. Emotionen, die jeder kennt.

„Uns allen widerfährt irgendwann mal Unrecht“, lautete eine der Kernbotschaften des rund einstündigen Stücks. Die neunköpfige Schülergruppe (Jahrgang neun bis 13) gab dabei in verschiedenen Szenerien jene Gefühle wieder, die solch ein Unrechtsempfinden auslösen – seien es Wut und Hysterie, Nachdenklichkeit und Depression oder letztlich auch Resignation. Dies alles unter dem Mantel der persönlichen Rechte, welche zwar durch das Grundgesetz gewährt werden, im reellen gesellschaftlichen Alltag aber keineswegs immer Anwendung finden.

„Uns allen widerfährt irgendwann mal Unrecht“: Die jungen Schauspieler der IGS Büssingweg gaben in verschiedenen Szenen jene Gefühle wieder, die solch ein Unrechtsempfinden auslösen – Wut, Hysterie, Nachdenklichkeit, Depression oder letzlich auch Resignation. Quelle: Marius Klingemann

„Das Thema Grundrechte mit Theater zu verbinden, empfanden wir als sehr spannend“, erklärte Leiterin Elisa Framke, Lehrerin für Deutsch, Französisch und Darstellendes Spiel an der Vahrenwalder IGS. Gemeinsam mit Theaterpädagogin Julia Gentili und den jungen Darstellern erarbeitete sie ein biographisches Konzept, in dem alle Beteiligten persönliche Ansichten und Erfahrungen einbringen konnten: „Sich mit der eigenen Lebensrealität zu befassen, verleiht noch einmal einen besonderen Ansporn.“ So inszenierten die Schüler unter Miteinbeziehung der rund 50 Besucher, darunter viele Mitschüler, Verwandte und auch Lehrerkollegen, etwa ein „Ja-Nein“-Spiel, in welchem geschätzt werden sollte, wer von ihnen beispielsweise aktiv für seine eigenen Rechte eintritt. Die letzte Frage lautete jedoch, wie viele der Darsteller bei ihrer Selbstdarstellung gelogen haben. Wie möchte man also gerne selbst gesehen werden, welche Rolle spielt die heutige Gesellschaft mit all ihren Konventionen dabei?

„Gemeinsam kann man viele Dinge verändern“ – so lautete die Abschlussbotschaft des jungen Ensembles. Gemeinschaftlichkeit und Mitgefühl können über manch selbst verschuldete Ungerechtigkeit hinweghelfen – Power to the People. Der lautstarke Applaus im großen Saal des Nordstädter Theaters Erlebnis (Kornstraße) zeugte davon, dass dieser Gedanke bei den Anwesenden angekommen war.

„Schöne Bilder und Botschaften“: Lehrerin Elisa Framke (unteres Bild, links) und Theaterpädagogin Julia Gentili (rechts) und das „Power to the People“-Ensemble. Quelle: Marius Klingemann

Das Ensemble zeigte sich im Anschluss „mehr als zufrieden“ mit dem Erlebten, auch wenn manch Thema, das sie selbst betreffe, in der Umsetzung „sicherlich sehr emotional“ gewesen sei. Framke und Gentili freuten sich über die „schönen Bilder und Botschaften“, die entstanden seien.

Von Marius Klingemann