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Nord „Der Bauchtanz wird internationaler“
Hannover Aus den Stadtteilen Nord „Der Bauchtanz wird internationaler“
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00:17 18.03.2015
Von Veronika Thomas
Dina Talaat bringt in der Move & Dance Tanzschule den Kursteilnehmerinnen Orientalischen Tanz bei. Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Dina Talaat war der Star des Festivals „World of Orient“. Die beiden Auftritte von Ägyptens berühmtester Bauchtänzerin in Langenhagen waren komplett ausverkauft, allein zu ihrem Workshop am Sonnabend in einer hannoverschen Tanzschule kamen 90 Frauen; für die Veranstaltung am Sonntag hatten sich noch einmal 70 Hobby-Bauchtänzerinnen angemeldet. Die 49-Jährige, die alle nur Dina nennen, erscheint fünf Minuten vor Workshopbeginn, raucht draußen noch schnell eine Zigarette, schlüpft aus ihrem Mantel, um anschließend ganz sportlich in Top und Leggins zwei Stunden Unterricht zu erteilen – für 60 Euro pro Person. Getanzt wird ein Raks Shaabi, eine moderne Variante des Bauchtanzes „von den Straßen Kairos“, wie es Dina beschreibt.

Rund 50 Aussteller aus dem In- und Ausland präsentieren auf dem orientalischen Basar im Freizeitheim Vahrenwald alles, was orientalische Tänzer und Tänzerinnen brauchen.

Die Tänzerin mit dem Ruf, in ihren Shows besonders freizügig aufzutreten, ist durchtrainiert, von Freizügigkeit aber keine Spur. Immer und immer wieder startet sie die CD mit dem Musikstück, um die Bewegungen mit ihren Schülerinnen Schritt für Schritt einzuüben. „Sie ist die Ausdruckstänzerin des klassischen Bauchtanzes“, sagt Asmahan El Zein, Veranstalterin der „World of Orient“, einer der größten Veranstaltungen dieser Art in Deutschland. Nicht ganz so gut besucht wie die von Startänzerin Dina Talaat waren die rund 20 weiteren Tanzworkshops im Freizeitheim Vahrenwald, die außerdem im Angebot waren.

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„Der Bauchtanz wird immer internationaler“, sagt El Zein. Er werde um Elemente aus Jazz, Salsa, Flamenco, Hip-Hop oder klassischem Ballett erweitert, Fusion oder Tribal Fusion nennen sich diese Tanzformen, die offenbar immer mehr Anhänger finden. „Diese Messe ist der Treff der Bauchtanzszene“, erläutert El Zein, hier werden die Kontakte für die nächsten Festivals oder Engagements geknüpft. Neue Talente, die im Rahmenprogramm auftreten, haben hier die Chance, auf sich aufmerksam zu machen, Tanzschulen ganz unterschiedlicher Stilrichtungen stellen ihre Programme vor.

Darüber hinaus bot die „World of Orient“, die das Freizeitheim Vahrenwald in einen dreistöckigen Basar verwandelte, alles, um als Bauchtänzerin und -tänzer perfekt angezogen zu sein. Rund 
50 Fachhändler aus Deutschland, Marokko und den Niederlanden präsentierten die neusten Outfits und Accessoires wie Tücher, Schmuck und CDs. Sophie Dyga war extra aus Vlotho angereist, „weil hier das Angebot am größten ist und es die neuesten Modelle gibt“, sagte die 32-jährige Physiotherapeutin, die seit einem Jahr Bauchtanz betreibt. Warum? „Weil Frauen beim Bauchtanz ihre weibliche Seite zeigen können.“ Außerdem stärke Bauchtanz Bauch- und Rückenmuskulatur und trage zu einer guten Körperhaltung bei.

Die Aussteller Ghassan und Annette Reda aus Bad Neuenahr sorgten mit ihrem Stand gewissermaßen für das olfaktorische Rahmenprogramm: Im gesamten Freizeitheim duftete es, wie sich Romantiker 1001 Nacht vorstellen. Im Gepäck hatte das Paar Weihrauch, Myrrhe, Räucherstäbchen, Öle und Aromaharze, die sich Geheimnis der Wüste, Arabische Nacht oder Beduinengeflüster nannten. Durch und durch sinnlich.     

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