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Nord Spaziergänge und gemeinsames Singen
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13:48 23.01.2014
Von Kristian Teetz
120 selbstgeschnitzte Figuren: Pastorin Catharina Uhlmann hat zu Weihnachten ein Familienerbstück aufgebaut. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
Herrenhausen/Nordstadt

Pastorin Catharina Uhlmann freut sich auf diese Stunden. „Ich möchte gar nicht davon sprechen, dass die Gottesdienste an Weihnachten eine berufliche Aufgabe sind. Dafür erfüllen sie mich zu sehr.“ Uhlmann wird an Heiligabend um 16 und um 23 Uhr Gottesdienste feiern. „Für die Zeit dazwischen habe ich mir Freunde eingeladen.“ Für solche Pausen auch während der Feiertage hat Pastorin Uhlmann ein wenig mehr Zeit, seit mit Superintendent Karl-Ludwig Schmidt ein zweiter Geistlicher in der Gemeinde wirkt. „Zum ersten Mal seit Langem werde ich deshalb auch in diesem Jahr nicht die Gottesdienste zu Silvester und Neujahr leiten, sondern in den Urlaub fahren“, sagt Uhlmann, die seit zehn Jahren in der Kirchengemeinde Herrenhausen-Leinhausen arbeitet. Beim Gedanken, dass sie nicht in diesem Jahr vom Turm ihrer Kirche das Feuerwerk über der Stadt überblicken kann, wird ihr ein wenig wehmütig. „Das ist aber auch eine Ausnahme, im kommenden Jahr bin ich wieder hier.“

Ein traditionelles Weihnachtsessen gibt es bei Catharina Uhlmann, die alleine lebt, nicht. „In diesem Jahr werde ich gemeinsam mit Freunden Rehrücken essen.“ Wenn sie an den beiden Feiertagen und an Heiligabend nicht in der Kirche steht, wird sie versuchen, Kraft zu sammeln. „Die Weihnachtsspaziergänge sind für mich überlebenswichtig“, sagt Uhlmann. Die Vorbereitung auf das Fest habe viel Kraft gekostet. „Wir haben zum Beispiel in der Christmette an Heiligabend Jazz-Musiker zu Gast. Das wird sehr schön, hat aber auch viel Vorbereitung in Anspruch genommen.“

Seit diesem Jahr muss sich Uhlmann, die seit 1991 als Pastorin arbeitet, um noch etwas anderes kümmern. „Nach dem Tod meiner Mutter habe ich von ihr die alte Weihnachtspyramide unserer Familie übernommen.“ Diese sei 90 Jahre alt. „Sie besteht aus mehr als 120 Figuren und erzählt nicht nur die Weihnachtsgeschichte, sondern stellt auch andere Szenen aus der Bibel dar.“ Allein das Aufbauen dauere mehrere Stunden. Doch dies sei Zeit, die sie gern investiert. „Die Pyramide hat mein Urgroßvater gebaut und die Figuren selbst geschnitzt“, sagt Uhlmann.

Auch Stefanie Sonnenburg wird am heutigen Heiligabend viel in der Kirche sein. „Zunächst besuche ich als Mutter das Krippenspiel um 15 Uhr“, sagt die Pastorin der Nordstädter Kirchengemeinde, zu der Christus- und Lutherkirche gehören. Beim Krippenspiel in der Lutherkirche spielt ihre elfjährige Tochter mit. Danach heißt es aus der Zuschauerrolle hinaus und hinein in die Akteursrolle zu schlüpfen. Denn um 18.30 Uhr leitet Sonnenburg die Christvesper. „An Heiligabend bleibt traditionell nicht viel Zeit für anderes“, sagte sie. Nur die Bescherung ihrer Tochter darf natürlich nicht ausfallen.

Mehr Zeit hat die Pastorin dann an den beiden Feiertagen. „Wir sind hier in der komfortablen Situation, dass wir drei Pastoren sind und uns die Feiertagsdienste teilen können.“ Sie wisse aber, dass Pastoren in anderen Gemeinden, vor allem in ländlichen Gebieten, an den Feiertagen sehr viel mehr arbeiten müssen. „Da können wir hier dankbar sein.“

Das Feiertagsessen ist bei Familie Sonnenburg immer ein Kompromiss. „Mein Mann kommt aus der Fraktion ,Pute an Weihnachten‘. Bei uns gab es dagegen früher Bockwürstchen mit Kartoffelsalat.“ Letzteres wird auch am heutigen Heiligen Abend auf dem Tisch stehen, die Pute hingegen erst am ersten Weihnachtsfeiertag.

Stefanie Sonnenburg freut sich hörbar auf die festliche Zeit und genießt sie jedes Jahr so lange wie möglich. „Ich kann nie verstehen, wenn am 2. Weihnachtstag schon die ersten Weihnachtsbäume auf dem Klagesmarkt liegen.“ Wenigstens bis Epiphanias am 6. Januar feiert sie das Fest. „Am liebsten aber noch länger. Bei unseren katholischen Brüdern und Schwestern geht die Weihnachtszeit ja bis Mariä Lichtmess am 2. Februar.“ Sie habe auch schon versucht, so lange den Baum stehen zu lassen. „Vor allem aber finde ich es schön, in dieser Zeit gemeinsam zu singen“, sagt Sonnenburg, die seit 13 Jahren als Pastorin der Christuskirche und seit der Fusion 2007 auch der Lutherkirche wirkt. „Dagegen finde ich es weniger angemessen, die Weihnachtszeit immer weiter nach vorne auszudehnen und schon in der Adventszeit damit anzufangen.“

Catharina Uhlmann wird die Gottesdienste in der Herrenhäuser Kirche, Hegebläch 18, an Heiligabend um 16 und 23 Uhr sowie am 2. Weihnachtstag um 10 Uhr leiten. Stefanie Sonnenburg leitet die Christvesper in der Lutherkirche, An der Lutherkirche 20, an Heiligabend um 18.30 Uhr.

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