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Nord Kleingärtner hält Python in Laube
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Kleingärtner hält Python in Laube
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18:52 17.02.2014
Ein Python ist in einem Hainholzer Kleingarten entdeckt worden.
Ein Python ist in einem Hainholzer Kleingarten entdeckt worden. Quelle: Uwe Dillenberg
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Hannover

Ein 78-Jähriger hat am Montagmittag eine tote Würgeschlange in der Kleingartenkolonie Hainholz entdeckt. Der Python lag mit Erde bedeckt auf dem Nachbargrundstück, nur der Kopf, der etwa 3,30 Meter langen Schlange war zu sehen. Offenbar hatte ein 32 Jahre alter Kleingärtner das unter Artenschutz stehende Tier in seiner Laube gehalten. Nachdem das Tier, bei dem es sich entweder um ein dunkles Tigerpython oder ein Felsenpython handelt, verendet war, vergrub der Mann das Tier offenbar nur wenige Zentimeter tief in seinem Garten. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Gegen 12 Uhr kam Hubert Melcher zum ersten Mal in diesem Jahr in die Kolonie am Rübekamp. „Eigentlich wollte ich meinen Garten ein wenig in Ordnung bringen“, sagt der 78-Jährige. Daraus wurde jedoch nichts. Schon kurz nach seinem Eintreffen entdeckte er den Schlangenkopf, der ihn von Nachbargrundstück anstarrte. „Da bin ich erst einmal zurückgegangen“, so Melcher. Der Senior verständigte die Feuerwehr, die kurz darauf in der Kleingartenkolonie anrückte und die tote Würgeschlange barg. Das gut 15 Kilogramm schwere Tier wurde danach zur genaueren Untersuchung in das Veterinärmedizinische Institut Hannover gebracht. Dort soll die Schlange heute obduziert werden, um unter anderem die genaue Todesursache festzustellen.

Ein Hobbygärtner hat in Hainholz einen Python gefunden. Die etwa drei Meter lange Würgeschlange war in seinem Graben vergraben.

„Das ist aber nicht so einfach“, sagt Dr. Karina Mathes, spezialisierte Tierärztin für Reptilien und Amphibien an der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo). „Wenn die Schlange dort länger lag und die Verwesung schon fortgeschritten ist, kann auch durch eine Obduktion nicht unbedingt gesagt werden, woran das Tier verendete.“ Obwohl am Montag noch keine genaue Ursache für den Tod der artengeschützten Schlange vorlag, leitete die Polizei Ermittlungen gegen den Halter ein. „Wir haben Hinweise darauf, dass er das Tier nicht sachgemäß gehalten hat“, sagte Polizeisprecherin Anja Gläser. Offenbar ließ er die Würgeschlange frei durch seine Laube kriechen und hielt sie nicht, wie gesetzlich vorgeschrieben in einem Terrarium. Wird dem Halter ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz nachgewiesen, droht ihm ein Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 5000 Euro.

Eine Strafe wegen des Verstoßes gegen die Gefahrtier-Verordnung muss der Mann aber in keinem Fall zahlen. „Es handelt sich bei dem Python zwar um eine Würgeschlange, die fällt jedoch nicht unter die Kategorie der gefährlichen Tiere, wie es zum Beispiel Giftschlangen tun“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. Bei der Verwaltung gehen nur sehr wenige Anträge zur Haltung solcher Tierarten ein. „2013 und 2014 haben wir nur je eine einzige Genehmigung für eine Giftspinne erteilt“, sagt Möller, weißt aber darauf hin, dass die Abgabe aus den Tierhandlungen leider nicht an die Vorlage solcher Genehmigungen gebunden sei. Man müsse daher von einer gewissen Dunkelziffer ausgehen.

Auch Achim Stolz vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) weiß um diese Problematik. Dort müssen Tiere an, um und abgemeldet werden, die unter Artenschutz stehen. „Um solche Tiere halten zu dürfen, brauchen die Personen eine Genehmigung von uns“, so Stolz. Diese werde ausgestellt, wenn die Besitzer garantieren könnten, dass die Tiere ordnungsgemäß gehalten würden.

Bei der Python im Hainholzer Kleingarten war das nicht der Fall. Eine Gefahr für die anderen Kleingärtner bestand dennoch nicht. „Ein großer Python ist theoretisch zwar in der Lage, ein Wildschwein zu verschlingen“, so Karina Mathes, „in Gefangenschaft gehaltene Tiere würden in der Regel immer ein Kaninchen einem Menschen vorziehen.“

jki / aku 

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