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Nord Rat gegen starres Preissystem in Herrenhausen
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Rat gegen starres Preissystem in Herrenhausen
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08:39 02.02.2012
Ein Preis für drei Attraktionen: Die Stadtverwaltung will Schlossmuseum, Großen Garten und Berggarten als Einheit vermarkten. Quelle: Dröse
Herrenhausen

Kulturdezernentin Marlis Drevermann und Carola Schelle-Wolff, Chefin der städtischen Museen, bemühten sich vergeblich: Vergangene Woche warben sie beim Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken für das neue Preissystem in den Herrenhäuser Gärten. Künftig will die Stadt für zwei Gärten und das neue Schloss nur noch ein gemeinsames Ticket verkaufen. Doch dass Gartenbesucher auch für das Museum zahlen sollen – unabhängig davon, ob sie das Haus überhaupt besuchen –, will niemand im Bezirksrat, der als erstes Gremium darüber zu entscheiden hatte. CDU und SPD legten Änderungswünsche vor, die Grünen sowie die Wählergemeinschaft „Aktive für ein soziales Hannover“ (ASH) stimmten gegen die Verwaltungsvorlage.

Der Plan der Stadt sieht vor, dass Großer Garten, Berggarten und das Schlossmuseum als Einheit vermarktet werden. Mit dem derzeit im Bau befindlichen Schloss bekämen die Herrenhäuser Gärten ihren architektonischen Bezugspunkt wieder, sagte Schelle-Wolff. „Durch den Wiederaufbau des Schlosses gibt es auch neue Chancen für die Gärten“, ergänzte sie. Deshalb will die Verwaltung das Gesamtensemble auch nur noch mit einem gemeinsamen Ticket zugänglich machen. Die Kombikarte soll im Sommer – ohne Ermäßigung – acht Euro kosten, im Winter sechs Euro. Ermäßigungen, unter anderem für Schüler, Inhaber von Jahreskarten oder Hannover-Aktiv-Pass-Inhaber, sind ebenfalls vorgesehen. Auch Ausnahmen von der strikten Preispolitik sind eingeplant: So soll es eine Einzelkarte für den Berggarten geben (ganzjährig 3,50 Euro); für Kinder bis einschließlich elf Jahre bleibt der Besuch des Berggartens sogar kostenlos. Für den Großen Garten und das Schlossmuseum hingegen müssen auch Sechsjährige schon Eintritt zahlen. „In allen hannoverschen Museen müssen Kinder ab sechs Jahren ein Ticket kaufen“, begründete Schelle-Wolff die Preispolitik. Eine weitere Ausnahme ist das Feierabendticket: Für 3,50 Euro kann ab 17.30 Uhr der Große Garten besucht werden.

Der SPD-Politiker Karlheinz Mönkeberg sprach sich gegen das Kombiticket aus. „Sie trauen ihrem eigenen Produkt nicht“, warf Norbert Dragon (CDU) sowohl Schelle-Wolff als auch Drevermann vor. Das Museum müsse genug Zugkraft entwickeln, damit auch eigene Tickets für das Haus verkauft werden könnten. „Wir wollen einen soliden Preis, der niemanden überfordert“, entgegnete Drevermann. Erste Kalkulationen hätten sogar einen Ticketpreis von elf Euro ergeben, doch diesen habe man dann auf acht Euro gesenkt. Derzeit können die beiden Gärten gemeinsam für fünf Euro besucht werden. Der Preisanstieg sei moderat, betonte Schelle-Wolff.

Der Bezirksrat ist nicht generell gegen das geplante Dreierticket, will aber, dass die Besucher nur für das zahlen, was sie auch sehen wollen. So stimmte das Gremium einem CDU-Antrag zu, der vorsieht, dass es zusätzlich auch Tickets für die Kombinationen Großer Garten / Berggarten sowie Großer Garten / Schlossmuseum gibt. Die SPD schlug hier Ticketpreise von jeweils fünf Euro vor. Die Sozialdemokraten forderten zudem, dass das Einzelticket für den Berggarten nicht 3,50 Euro kosten solle, sondern einen Euro weniger. Zudem müssten Kinder unter zehn Jahren auch im Großen Garten und im Schlossmuseum freien Eintritt haben.

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