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Nord Riesiges Gemälde soll Illusion erzeugen
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Riesiges Gemälde soll Illusion erzeugen
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00:15 05.04.2015
Von Michael Zgoll
Foto: So könnte die Wand aussehen.
So könnte die Wand aussehen. Quelle: Creative Stadt
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Hannover

Die Giebelwand des Hauses Engelbosteler Damm 108 ist derzeit nicht nur unscheinbar, sondern wirkt wegen einer großen Buchstabenschmiererei sogar ausgesprochen hässlich. Doch das könnte sich ins krasse Gegenteil verkehren, wenn die Pläne des Vereins von Gewerbetreibenden „Engelbosteler Damm - Nordstadt“ Wirklichkeit werden sollten. Sein Vorsitzender Kurt Waag möchte mithilfe von Stadtteilbewohnern und der Potsdamer Firma „Creative Stadt“ ein haushohes Gemälde auf die Wand bringen lassen, in das Geschichte und Gegenwart der Nordstadt einfließen. Erste Gespräche mit Vereinsmitgliedern, potenziellen Sponsoren, Künstlern und der Stadt haben bereits stattgefunden.

Das Bild soll sich an Vorbilder der Illusionsmalerei anlehnen; dabei werden dem Betrachter - beispielsweise - Fassadenelemente vom Fenster bis zum Balkon vorgegaukelt, die keinen realen Hintergrund haben. Wie detailgetreu das Gemälde sein wird und was dort im Einzelnen zu entdecken sein wird, hängt davon ab, wie viele weitere Sponsoren sich noch für das Projekt begeistern. Denkbar ist, dass historische Firmen wie Sprengel oder Appel Feinkost auf der Wand verewigt werden. Es sollen aber auch Inhaber aktuell existierender Geschäfte animiert werden, sich finanziell an dem Vorhaben zu beteiligen und im Gegenzug Teil einer farbenfrohen Stadtteil-Komposition zu werden. Waag mag sich ebenso wie Andreas Wunderlich von „Creative Stadt“ nicht dazu hinreißen lassen, die möglichen Kosten des Wandgemäldes konkret zu beziffern: Einen fünfstelligen Betrag müsse man aber sicher investieren.

Die Giebelwand des Hauses Engelbosteler Damm 108 befindet sich unmittelbar neben der Stadtbahnhaltestelle Strangriede. Dort ist auch der Club „Strangriede Stage“ angesiedelt, dessen Betreiber Kurt Waag ist. Er möchte auf dem Platz neben der Haltestelle eine kleine Bühne installieren, um dort Veranstaltungen präsentieren zu können. Für seine Gäste wäre ein Hingucker an der Hauswand ebenso reizvoll wie für wartende Üstrakunden oder Radfahrer auf dem Weg nach Hainholz. Auch die Besucher des Stadtteilfests, das dort seit 2013 gefeiert wird, würden sich sicher über einen derartigen Blickfang freuen.

Die Firma „Creative Stadt“ hat schon in etlichen Städten unscheinbare Fassaden in attraktive Hausfronten verwandelt. So führten Illusionsgemälde viele Passanten in Berlin und Waren, Freienwalde oder Frankfurt / Oder optisch aufs Glatteis. Auch in Hannover war die Potsdamer Firma bereits bei einem spannenden Projekt im Gespräch, sollte dem Herrenhäuser Bunker zu einem ansehnlichen Äußeren verhelfen. Dass dessen schmutziggraue Betonwände nun tatsächlich unsichtbar geworden sind, hat allerdings nichts mit der Maltechnik der Augentäuschung zu tun: Der Bunker ist fast komplett abgerissen.

Für die 400 Quadratmeter große Hauswand am Engelbosteler Damm, so Creative-Geschäftsführer Wunderlich, werde sein Unternehmen verschiedene Entwürfe präsentieren. Wenn klar sei, wie viel Geld zur Verfügung stehe und wer und was auf dem Wandgemälde zu sehen sein soll, ließe sich das Projekt recht schnell umsetzen. Sechs bis zehn Wochen, schätzt er, bräuchten die von seiner Firma beauftragten Künstler vom ersten bis zum letzten Pinselstrich.

01.04.2015
Tobias Morchner 29.03.2015