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Nord Kleine Kicker sind wieder am Ball
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Kleine Kicker sind wieder am Ball
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14:26 10.10.2013
Kumpel und Respektsperson: Trainer Björn Lorenzen will seine Jungs mit viel Spaß auf Erfolgskurs bringen. Quelle: Finn
Vahrenheide

Während die Jugendkader vieler Vereine aus allen Nähten platzen, fehlt es dem SV Kickers Vahrenheide an Nachwuchsspielern. Zu der ungleichen Auslastung der Vereine kommt es unter anderem, weil Eltern und Kinder den Verein häufig bereits erfolgsorientiert auswählen. Was zählt, ist der Sieg - das gilt schon für die Jüngsten.

Canev ist erst sieben Jahre alt und kickt gerne mit Freunden und seinem Papa auf dem Vahrenheider Markt. Später einmal will er für Fenerbahçe Istanbul stürmen. „Die Jungs hier im Stadtteil spielen jeden Tag Fußball, in der Schule, im Hort oder draußen im Park und auf der Straße“, sagt Canevs Vater Sefik Karakol. In diesem Jahr wollen die Eltern Canev in einem Verein anmelden. Ihnen ist es wichtig, dass ihr Sohn in der Freizeit gut betreut und gefördert wird und nicht zu viel auf der Straße spielen muss. Mutter Sevinc Karakol hat sich bereits umgeschaut, welche Vereine in der Umgebung der Wohnung in Vahrenheide für Canev infrage kommen. Die SV Kickers sind noch nicht darunter, dabei liegt der Sportplatz des Vereins direkt um die Ecke.

Das Nachwuchsproblem beim SV Kickers Vahrenheide kommt nicht von ungefähr. In der Vergangenheit hatte man die Jugendsparte stark vernachlässigt, so dass zuletzt kaum Mannschaften in den Jugend-Ligen gemeldet wurden. Während die benachbarten Vereine SV Borussia Hannover und HSC Hannover in diesem Jahr gleich drei und vier D-Jugend-Mannschaften stellen, haben die Kickers Schwierigkeiten ihr Team in der Altersklasse der 11 bis 13-Jährigen voll zu bekommen. Gemeinsam mit einer engagierten Elternschaft will der Verein jetzt das Ruder herumreißen. Die Kickers sollen wieder zu einer festen Institution im Vahrenheider Jugendfußball werden.

Dem Mangel an jungen Spielern begegnet man seit dem letzten Jahr unter anderem durch Kooperationen mit den Jugendbereichen der SV Borussia und Fortuna Sachsenross. Kindern und Jugendlichen, die dort nicht mehr in die vollen Kader aufgenommen werden können, wird angeboten, für eine Saison bei den Kickers zu spielen. Die Jüngsten werden bereits direkt aus dem Kindergarten am Tegelweg für eine zukünftige Karriere bei den Kickers rekrutiert. Der Verein präsentiert sich dort auf den Kinderfesten und baut eine Patenschaft mit dem Kindergarten auf. Über den reinen Trainings und Spielbetrieb hinaus veranstalten Eltern und Trainer Ausflüge mit den Kindern und bieten jeden den Sonntag die Möglichkeit auch am Wochenende gemeinsam auf dem Sportplatz zu kicken. „Durch die Öffentlichkeitsarbeit und das Engagement der Eltern passiert etwas im Verein“, sagt Wolfgang Stocksmeier, Jugendleiter der SV-Kickers.

Orhan Piskin (38) hat selber als Kind bei den Kickers gespielt. Als Sohn türkischer Gastarbeiter ist er in Vahrenheide groß geworden und fand als Kind bei den Kickers eine Heimat. Heute besucht er seinen Neffen Emirhan manchmal beim Training. „Damals ging es hier drunter und drüber, so viele haben hier gespielt“, sagt er. Der Verein liegt für Familie Piskin direkt um die Ecke, neben dem Segelflugplatz und dem Landschaftsschutzgebiet am Märkischen Weg. Noch heute bilden Spieler aus vielen Heimatländern einen „bunten Haufen“. „Bei uns sind alle willkommen“, sagt Jugendleiter Stocksmeier.

Nicht alle sind dem Verein aus der Nachbarschaft so treu wie Familie Piskin. Über die Vereinszugehörigkeit entscheidet heute auch im Kinder und Jugendfußball längst nicht mehr nur die räumliche Nähe des Sportplatzes. „Meine Freunde spielen in dem Verein, der gewinnt“, sagt Piskins Neffe Emirhan. In der letzten Saison mussten er und seine Kameraden der D-Jugend Mannschaft ordentlich einstecken. „Die Gegner waren viel größer als wir, da hat man keine Chance“, sagt er. Die ungleiche Verteilung der Kinder auf die örtlichen Vereine führt zu solchen Problemen. Weil der SV Kickers nur eine D-Jugend Mannschaft stellen kann, müssen Emirhan und seine Mitspieler häufig gegen die ersten Mannschaften der anderen Vereine antreten. Da spielen dann meist die ältesten eines Jahrgangs und noch dazu die Leistungsträger der Vereine. Das ist dann so, als müsste ein kleiner Dorfverein gegen Hannover 96 antreten. Zum Glück nehmen es die Nachwuchsspieler meist locker. In der Rückrunde trug die Jugendarbeit von Eltern und Trainer bereits erste Früchte. Auf die Siege gegen Badenstedt und Ahlem ist Emirhan besonders stolz.

Der Andrang fußballbegeisterter Kinder und Jugendlicher bei den anderen Vereinen im Stadtbezirk ist riesig. Man bemüht sich, die Kinder bis zum Alter von 13 Jahren weder erfolgsorientiert zu trainieren noch irgendeinem Leistungsdruck auszusetzen. „Die Eltern gucken aber gerade im Bereich der 7 bis 8-Jährigen, wo steht ein Verein?“, sagt Frank-Peter Sievert, Fußballjugendleiter beim HSC Hannover. In der Praxis siege dann leider oft der falsche Ehrgeiz von Eltern, Betreuern und den Kindern selbst.

Bei dem Neuaufbau der Jugendsparte der SV Kickers soll der Spaß am Fußball im Zentrum stehen. Mit Björn Lorenzen hat man einen jungen Trainer engagiert, der klare Regeln vorgibt und für die Kinder Kumpeltyp und Respektsperson in einem ist, so Marco Besemer, der unter anderem im Internet-Netzwerk Facebook eine eigene Seite für die D-Jugend pflegt. „Die Kinder sollen im Stadtteil eine sportliche Anlaufstelle haben, die ihnen zu Playstation, Fernsehen und McDonalds einen aktiven Ausgleich bietet“, sagt Besemer. Der Verein hofft, schon bald neue Jugendmannschaften anmelden zu können. Eltern, die noch nach einem Verein für ihren Nachwuchs suchen, sowie an der ehrenamtlichen Trainerarbeit Interessierte, sind eingeladen vorbeizuschauen.

Kontakte: Fußballjugendleiter Wolfgang Stocksmeier, Telefon: 0173 246 08 11. Die SV Kickers D-Jugend bei Facebook: www.facebook.com/SvKickersVahrenheideDJugend.

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