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Nord Schulweg fordert Erstklässler heraus
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Schulweg fordert Erstklässler heraus
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08:00 22.11.2012
Von Christian Link
Timon und Greta überqueren mit ihren Müttern die Kreuzung vor der Grundschule Auf dem Loh. Quelle: Link
Nordstadt

Bezirksbürgermeisterin Edeltraut-Inge Geschke will den Eltern beistehen, auch wenn Schulleiter Ulrich Kluge keine unmittelbare Gefahr für seine Schüler erkennen kann.

Wenn sich der sechsjährige Timon morgens auf den Schulweg macht, hat seine Mutter jedes Mal ein ungutes Gefühl. Der Sohn von Susanne Tirre besucht seit Anfang des Schuljahres die Grundschule Auf dem Loh. Sein Schulweg führt ihn über Kniestraße, Schneiderberg und Haltenhoffstraße. „Im Berufsverkehr ist das ein Gefahrenmarathon“, sagt seine Mutter. Ohne Begleitung durch einen Erwachsenen lässt sie den Erstklässler gar nicht erst losgehen.

Die Kniestraße ist für den Sechsjährigen, der an diesem Tag mit seiner Mutter unterwegs ist, noch keine Herausforderung. Auch als er an der Kreuzung Schneiderberg / An der Strangriede das erste Mal mit Autofahrern konfrontiert wird, ist die Situation für ihn überschaubar. Problematisch wird es jedoch, als Timon die Einmündung Haltenhoffstraße / Schneiderberg erreicht. Auf dem Weg dorthin haben sich noch Timons Schulkameradin, die sechsjährige Masha, und ihr Vater Jörg Tegtmeyer angeschlossen. Gemeinsam stehen die vier auf dem Bürgersteig und warten darauf, dass die Autofahrer sie über die Straße lassen. Eigentlich hat die Gruppe auf dem abgesenkten Bordstein Vorrang - daran halten sich aber nicht alle Verkehrsteilnehmer. Ein Auto, das von der Haltenhoffstraße links in den Schneiderberg einbiegt, zwingt die Fußgänger zum Warten. Es ist an diesem Morgen nicht das einzige Fahrzeug, das hier die Vorfahrtsregel missachtet.

„Die Linksabbieger sind an dieser Stelle total überfordert“, meint Tirre. Es sei für die Autofahrer extrem schwierig, auf den Gegenverkehr und gleichzeitig auf die Fußgänger zu achten - insbesondere wenn diese hinter parkenden Autos kaum zu sehen sind.

Während der Bauarbeiten für das Klinikum Nordstadt ist auch der Fuß- und Radweg entlang der Haltenhoffstraße ein Problem. Durch die Baustelle gibt es mehrere Engpässe, an denen die Schulkinder wie alle anderen Fußgänger auch auf den Radweg ausweichen müssen.

Der gefährlichste Ort ist nach Ansicht von Susanne Tirre aber die Kreuzung direkt vor dem Schulgebäude. Dort zeigen die Ampeln für die Fußgänger, die die Haltenhoffstraße überqueren möchten, und die Linksabbieger aus dem Herrenhäuser Kirchweg gleichzeitig Grün. Die Schulanfänger seien mit dieser Situation überfordert. „Die Ampel müsste so geschaltet werden, dass nur die Fußgänger Grün haben“, findet auch Silke Steinhoff, die ihre sechsjährige Tochter Greta zur Schule begleitet.

„Mehrere Elterngenerationen haben schon versucht, etwas zu ändern“, sagt Tirre. Ganz sicher sei der Schulweg dadurch aber immer noch nicht geworden. „Die Eltern der Schulanfänger versuchen jedes Jahr etwas zu optimieren“, bestätigt auch Schulleiter Ulrich Kluge. Seit fast 25 Jahren leitet er die Grundschule Auf dem Loh - in all diesen Jahren sei auch die Schulwegsicherheit stets ein Thema gewesen. Er erinnere sich aber nur an zwei schwerere Unfälle mit Schülern. In beiden Fällen seien die Kinder unachtsam auf die Straße gerannt - zuletzt zu Anfang dieses Jahres. In Höhe Schneiderberg seien zwei Geschwister über die Haltenhoffstraße gerannt. Die beiden Kinder seien angefahren und verletzt worden. Einen Todesfall habe es noch nie gegeben.

„Ich finde das richtig, wenn Eltern sich Gedanken machen“, sagt der Schulleiter. Er würde sich aber wünschen, dass sich die Eltern gegenseitig mehr kontrollieren. Er beobachte regelmäßig, wie sich die Erziehungsberechtigten wenig vorbildhaft für die Kinder verhalten.

Ihn selbst bringt die Schulwegsicherheit seiner Schüler nicht aus der Ruhe. „Die Kinder verhalten sich vernünftig, deswegen bin ich ziemlich gelassen“, sagt Kluge. Die Schule habe einen sehr intensiven Verkehrsunterricht, und der Schulweg sei auch zum diesjährigen Schulstart mit allen 112 Erstklässlern mehrfach eingeübt worden. Dabei werde die Schule auch von der Polizei unterstützt.

Bezirksbürgermeisterin Edeltraut-Inge Geschke zeigte im Gespräch mit dem Stadt-Anzeiger Verständnis für die Wünsche der Eltern. Die Forderung nach einer Veränderung der Ampelschaltung an der Kreuzung Haltenhoffstraße / Herrenhäuser Kirchweg werde sie mit der Stadtverwaltung besprechen. Laut Stadtsprecher Dennis Dix plant die Verwaltung dort momentan keine Maßnahmen.

Geschke will sich auch dafür einsetzen, dass die Übersichtlichkeit im Einmündungsbereich Haltenhoffstraße / Schneiderberg verbessert wird. Dabei könnte die Beseitigung einiger Parkplätze im Einmündungsbereich helfen, was aber genau geprüft werden müsse. „Die Anlieger wissen ja jetzt schon kaum, wo sie parken sollen“, sagt sie.

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