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Nord Sind die Störche zurück?
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Sind die Störche zurück?
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09:38 12.06.2014
Von Kristian Teetz
Der Stöckener Matthias Karsch hat einen der beiden Störche auf dem Dach, auf dem die Vögel 2013 ihr Nest gebaut hatten, fotografiert. Der andere war gerade weggeflogen.
Der Stöckener Matthias Karsch hat einen der beiden Störche auf dem Dach, auf dem die Vögel 2013 ihr Nest gebaut hatten, fotografiert. Der andere war gerade weggeflogen.
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„Meine Frau hat zwei Störche auf dem Dach des Hauses in der Alten Stöckener Straße gesehen - dort, wo im vergangenen Jahr das Nest entfernt wurde“, sagt Matthias Karschs. Einen Tag zuvor hatte Karsch zunächst nur einen Storch entdeckt.

Als Karsch in der vergangenen Woche seinen Fotoapparat geholt hatte, war einer der beiden Vögel allerdings nicht mehr auf dem Dach. Dieser stehe aber auf dem Bild „genau neben dem Schornstein auf dem sich im vergangenen Jahr das Nest befunden hat“, sagt Karsch. „Wenn wir zunächst noch letzte Zweifel hatten, dass es sich beim gesichteten Storch um einen des Vorjahres handelt, dürften die Zweifel nun beseitigt sein.“ Für diese These spricht auch die Einschätzung des Naturschutzbeauftragten der Region für Störche, Reinhard Löhmer. „Störche gelten als ausgesprochen ortstreu“, sagt der Experte.

Auf demselben Haus in der Alten Stöckener Straße hatten zwei Störche im vergangenen Jahr ein Nest gebaut. Es waren nach Angaben von Löhmer die ersten Störche in Stöcken seit 100 Jahren. Doch auf die Freude über diesen seltenen Besuch folgte schnell Ernüchterung: Aus Sicherheitsgründen musste die Wohnungsgenossenschaft Herrenhausen als Eigentümerin des Hauses das Nest zerstören. Um den Störchen nach ihrer Rückkehr aus dem Winterquartier im Süden die Möglichkeit zum Nisten zu geben, hatte die Region im Winter einen Holzstamm mit Mastkorb aufgestellt. Dieser steht nur rund 80 Meter vom Haus in der Alten Stöckener Straße entfernt, wurde aber bislang von den Vögeln nicht angenommen. Im Mai hatte Löhmer noch befürchtet, dass die Störche gar nicht zurückkehren und vielleicht auf der Reise nach Afrika ums Leben gekommen sind.

Löhmer hofft nun, dass das Storchenpaar beim Nestbau nicht wieder denselben Fehler wie im Vorjahr begeht. „Dann müsste der Schornsteinfeger erneut eingreifen“, sagt Löhmer. Es bestehe aber weiterhin die Chance, dass die Tiere das Nest auf der Pferdeweide doch noch annehmen.

Bei Storchenfreund Matthias Karsch stößt diese Aussage auf Kritik: „Ich halte es nicht unbedingt für glücklich, schon im Vorfeld zu verkünden, dass ein erneuter Nestbau auf einem Schornstein wieder zur Zerstörung des Nestes führen würde.“ Es gebe schließlich vielleicht auch andere Möglichkeiten. Seit ein paar Tagen hat Karsch die Störche allerdings nicht mehr auf dem Dach gesichtet. „Vielleicht halten sie sich momentan in der Umgebung auf und suchen Frösche“, sagt er. Er halte es für nicht ausgeschlossen, dass die Tiere noch zurückkommen. Schließlich sind die Tiere im vergangenen Jahr auch erst im Juli in Stöcken gelandet.

10.06.2014
Stefanie Kaune 10.06.2014