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Nord Spielplätze werden auf Altlasten untersucht
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Spielplätze werden auf Altlasten untersucht
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08:40 11.10.2012
Tillmann Bollhöfner spielt auf dem Spielplatz am Edwin-Oppler-Weg. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
Nordstadt

Die betroffenen Gelände in der Norstadt liegen alle nah beieinander: im Edwin-Oppler-Weg, im Klaus-Müller-Kilian-Weg und in der Asternstraße.Insgesamt werden im Stadtgebiet in den kommenden Wochen 19 Spielplätze etwa auf Schwermetalle oder giftige Chemikalien überprüft. Bei den meisten Flächen handelt es sich um ehemalige Industriegelände oder Trümmerschuttflächen. Die Flächen können nach Angaben der Stadt aber weiterhin vorerst genutzt werden.

Die Kosten für die gesamte Untersuchung werden auf rund 150000 Euro geschätzt. Das Geld kommt dabei aus einem städtischen Programm, das nach dem Fund strahlender Altlasten am De-Haën-Platz entstand. In der List waren 2008 radioaktive Stoffe im Erdreich entdeckt worden. Eine der Folgen dieses Falles ist nun, dass in den kommenden Jahren alle stadteigenen Flächen auf Gefahren aus dem Boden kontrollieren werden sollen. Den Beginn machen dabei jetzt die Spielplätze. Schon allein diese Ankündigung sorgt bei einigen Eltern für Verunsicherung - und Gesprächsthemen.

Ein Vater sitzt auf einer Bank am Rande des Platzes am Edwin-Oppler-Weg. Sein fünfjähriger Sohn rennt über die Wiese zielsicher auf ein Klettergerüst zu und erklimmt es mit wenigen Bewegungen. „Die Reaktionen liegen zwischen hysterischer Entgeisterung und realistischer Einschätzung“, erzählt Dirk Bollhöfner. „Es gibt einige Familien, die den Spielplatz jetzt meiden.“

Er hingegen sieht die Lage gelassen. „Ich halte eine Gefahr durch reines Betreten für unwahrscheinlich“, sagt er. Die Ankündigung, gerade diesen Spielplatz zu überprüfen, hat ihn aber nicht überrascht: „Es ist nachvollziehbar, schließlich ist es ein altes Industriegelände.“ Wenige Meter entfernt steht Anne Bönninghausen mit ihrem Sohn auf der Wiese. Für sie kommt die Untersuchung unerwartet. Bönninghausen wohnt in unmittelbarer Nähe des Spielplatzes, ihr Kind spielt öfters auf dem Gelände. „Wir hoffen, dass das Ergebnis nicht schlimm ausfallen wird. Das wäre ziemlich ärgerlich.“

Noch ist unklar, ob auf den Spielplätzen am Ende die Bagger anrollen werden. Die Untersuchungen beginnen zunächst am Schreibtisch. Hier wird anhand alter Aufzeichnungen und Karten die genaue Nutzung der Gelände in der Vergangenheit bestimmt. „Finden wir dabei Hinweise auf eine gewerbliche Nutzung und den Umgang mit potenziellen Schadstoffen, werden Proben vor Ort gemacht“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Diese würden dann von Ingenieurbüros durchgeführt. Sollte es zu diesem Schritt kommen, werde die Stadt aber zuvor die Öffentlichkeit informieren, versichert Dix.

Einige Straßen vom Edwin-Oppler-Weg entfernt stehen Kathrin Spenner und Gaby Sonneck auf dem Spielplatz am Klaus-Müller-Kilian-Weg. Spenners Sohn Timo schaukelt hin und her, wackelt mit seinen kleinen Gummistiefeln und lacht. Die beiden Mütter sehen keinen Grund zur Beunruhigung. „Ich finde es gut, dass die Flächen jetzt untersucht werden, würde nicht gleich in Panik verfallen“, sagt Sonneck. Vielmehr solle man das Ergebnis abwarten. „Ich werde den Spielplatz erst meiden, wenn feststeht, dass er kontaminiert ist“, sagt Spenner.

Die Untersuchungen der 19 Spielflächen in den nächsten Monaten werden vorerst nur der Anfang sein. Bis 2016 will die Stadt alle stadteigenen Spielplätze überprüft haben, die sich auf Verdachtsflächen befinden. Eine Liste wird derzeit zusammengestellt. Nicht auszuschließen, dass noch weitere Flächen in der Nordstadt in den kommenden Jahren auf Schadstoffe im Erdreich kontrolliert werden.

Christopher Piltz

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