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Nord Staatsschutz ermittelt nach Brandanschlag
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Staatsschutz ermittelt nach Brandanschlag
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15:05 07.06.2012
Von Vivien-Marie Drews
Bei dem Brand auf dem Bundeswehr-Gelände in Vahrenheide wurden 13 Fahrzeuge zerstört. Quelle: May
Vahrenheide

Das Feuer, das sie legten, hinterließ ein Bild der Verwüstung: Unbekannte Täter sind am Dienstag auf das Gelände des Dienstleistungszentrums der Bundeswehr am Alten Flughafen gedrungen und haben 13 Fahrzeuge in Brand gesetzt. Sechs Lkw, drei VW-Busse und vier Pkw gingen in Flammen auf. Alles deutet darauf hin, dass es den Brandstiftern darum ging, großen Schaden anzurichten. Das ist ihnen gelungen. Die Polizei spricht von einer Schadenssumme von rund 600.000 Euro.

Von einem Fußweg an der Thüringer Straße aus gelangten die Täter auf das Gelände, das direkt an das ehemalige Kreiswehrersatzamt grenzt. Das war nicht weiter schwer: Im Gegensatz zu einer gut gesicherten Kaserne ist das Gelände lediglich durch einen einfachen Maschendrahtzaun geschützt. Das Dienstleistungszentrum gilt als zivile und nicht als militärische Einrichtung. Die Mitarbeiter sind unter anderem für die Instandhaltung der Bundeswehrstandorte in Hannover und die Materialverwaltung verantwortlich. Mit einem Seitenschneider kniffen die Täter ein Loch in den Zaun. Auf der Parkfläche angekommen, schraubten sie ihre Kanister auf und verschütteten Brandbeschleuniger. Gegen 4.10 Uhr bemerkten Anwohner die lodernden Flammen.

Die Polizei hat bisher keine konkreten Hinweise auf die Täter. Die Beamten ermitteln in alle Richtungen. Offenbar haben sie aber die Vermutung, dass es sich bei den Brandstiftern um sogenannte Antimilitaristen handeln könnte. Die Polizeidirektion Hannover hat umgehend die Beamten vom Staatsschutz mit den Ermittlungen betraut.

Brandstifter haben am frühen Mittwochmorgen auf dem Bundeswehr-Gelände in Vahrenheide 13 Fahrzeuge angezündet. Die Polizei sucht nach Zeugen.

Womöglich steht der Brandanschlag in Zusammenhang mit dem bevorstehenden Sommerbiwak der 1. Panzerdivision. In den vergangenen Jahren ist es in den Wochen vor dem großen Sommerfest der Bundeswehr im Stadtpark bereits Protestaktionen gekommen. Feuer wurden gelegt und Denkmäler mit Teerfarbe beschmiert. Der Vorfall vom Dienstag aber hat eine neue Dimension. Bislang fehlt außerdem das Bekennerschreiben, das in der Vergangenheit zumeist zügig verschickt oder direkt am Tatort hinterlassen wurde. Darin äußerten die Täter stets ihren Unmut über die Bundeswehr und das Sommerbiwak.

Ende Mai veröffentlichte die Antifa einen Aufruf im Internet und forderte zum Protest gegen das diesjährige Sommerbiwak am 29. Juni auf. „Sie hören nicht auf damit, Krie­ge zu fei­ern“, heißt es im Netz, und weiter: „Wir hören nicht auf mit un­se­rem Wi­der­stand und Pro­test gegen alle öf­fent­li­chen Ak­ti­vi­tä­ten und Auf­trit­te der Bun­des­wehr.“ Unter Antifa (für Antifaschistische Aktion) firmieren Gruppen aus dem linken Spektrum, die sich gegen Militarismus und Rechtsextremismus wenden.

Der Verfassungsschutz warnte am Mittwoch allerdings vor voreiligen Schlüssen. „Die Polizei steht ganz am Anfang ihrer Ermittlungen. Wir dürfen jetzt nicht vorgreifen und bestimmte Gruppen stigmatisieren“, sagte Sprecherin Maren Brandenburger. In der Vergangenheit habe es in Niedersachsen bereits ähnliche Vorfälle gegeben, und nicht immer seien sie politisch motiviert gewesen. Die Stadtverwaltung teilte mit, dass sie die Tat verurteile.

Die Polizei sucht dringend nach Zeugen. Hinweise nehmen die Ermittler unter der Telefonnummer (0511) 1095555 entgegen.

Verfassungsschutz hat Blick auf Antimilitaristen

Nach Angaben des niedersächsischen Verfassungsschutzes gibt es eine autonome Szene in Hannover. Auch Antimilitaristen sind dort vertreten, und es besteht die Bereitschaft, Gewalt anzuwenden. Im aktuellen Verfassungsschutzbericht ist dem „Aktionsfeld Antimilitarismus“ ein eigenes Kapitel gewidmet – wenn auch nur ein kurzes. Dort heißt es: „Linksextremisten zielen mit ihren antimilitaristischen Protesten und Aktionen über den eigentlichen Demonstrationsanlass hinaus auf die Überwindung des bestehenden politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland.“

Der Protest in Zusammenhang mit dem alljährlich stattfindenden Sommerbiwak der 1. Panzerdivision in Hannover wird von den Verfassungsschützern in dem Bericht ausdrücklich erwähnt. Demnach sehen die Aktivisten ihren Protest durch „friedenserzwingende Angriffskriege“ der Bundeswehr legitimiert. „Das Sommerbiwak ist für uns der Anlass, diejenigen, die von Krieg und Ausbeutung profitieren, mit sichtbarem und hörbarem Protest und Widerstand zu konfrontieren und ihnen die Akzeptanz zu entziehen“, zitieren die Verfassungsschützer den „Antimilitaristischen Aktionskreis“. In einer Erklärung, die Aktivisten im Internet veröffentlichten, heißt es: „Während die Bundeswehr in Afghanistan wütet, feiern die Stadt und das Militär gemeinsam im Stadtpark. Unsere Aktion richtet sich gegen dieses abscheulich zynische Fest, gegen Militarismus und Heldentum.“

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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