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Nord Stadt sucht für Punks ein Quartier
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Stadt sucht für Punks ein Quartier
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08:00 23.09.2010
Von Kristian Teetz
Bauwagensiedlung am Burgweg
Die Punks müssen das städtische Grundstück am Burgweg zum Winter verlassen. Quelle: Kristian Teetz
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Im Moment leben die jungen Menschen im Alter zwischen 19 Jahren und Mitte 30 auf einem städtischen Grundstück im Burgweg. Dort können sie wegen des ungepflasterten Untergrunds in den Wintermonaten aber nicht bleiben.

Die Punks hatten ihre Bauwagen zuvor am Bremer Damm in der Nähe des Sportinstituts der Leibniz Universität aufgestellt. „Dort haben sie dann häufig die Sanitäranlagen genutzt“, sagt ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der namentlich nicht genannt werden will. „Uns haben Beschwerden erreicht, unter anderem von Teilnehmerinnen von Mutter-Kind-Kursen.“ Auch die Polizei habe geurteilt, dass dies kein optimaler Standort sei.

Die Stadt stellte daraufhin eines ihrer Grundstücke auf dem Gelände des Fachbereichs Tiefbau im Burgweg zur Verfügung. Wer von der Haltenhoffstraße den Burgweg entlangfährt, um etwa zum Bauhof der Stadt zu gelangen, wird direkt hinter den Bahngleisen auf der rechten Seite einen zugehängten Zaun entdecken. „Scheißegalien 14 a“ steht auf einem selbstgemalten Plakat am Eingangstor. Dahinter leben „maximal zwölf Personen mit ihren Hunden“, sagt der Stadtmitarbeiter. „Das ist die Abmachung.“ Mit der Ansiedelung der Punker habe die Stadt den Konflikt am Bremer Damm entschärfen wollen, erklärt der Mitarbeiter das Engagement der Verwaltung.

Die Stadt lobt die jungen Aussteiger. „Die Kooperation klappt sehr gut. Es gibt keine Probleme.“ Die Stadtentwässerung hat den Bewohnern der kleinen Bauwagensiedlung einen Toilettenwagen übergeben. Auch ein Wasseranschluss steht zur Verfügung. Mit einem Schlauch können sie sich abduschen, den Wasserverbrauch müssen sie selbst bezahlen. Es habe mehr Unterstützung als Beschwerden gegeben, sagte der Mann von der Stadt. Zwar haben sich einige Kleingärtner auch über zu viel Lärm, vor allem Hundegebell und laute Musik, beschwert. Aber der Stadtmitarbeiter entgegnet: „Ich habe das mal getestet. Tagsüber ist der Autoverkehr viel lauter.“ Abends könne man die Musik ein wenig hören. Er habe dies aber nicht als störend empfunden. Außerdem habe es auch andere Reaktionen von Kleingärtnern gegeben: „Es gab auch Leute, die Stühle und andere nützliche Dinge vorbeigebracht haben.“ Die Stadt kann die Kleingärtner, die sich gestört fühlen, zudem beruhigen. „Das ist keine Dauerlösung.“ Das sei den Punks auch von vornherein gesagt worden. In den vergangenen Wochen sei bei den andauernden Regenfällen deutlich geworden, dass das Grundstück zu schnell verschlammt. Deshalb werde nun für den Winter eine andere Lösung gesucht, sagt der städtische Mitarbeiter. „Ein Standort mit gepflastertem Untergrund wäre gut.“

Kristian Teetz 23.09.2010
Kristian Teetz 23.09.2010