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Nord St. Christophorus nimmt Abschied zum 60. Jubiläum
Hannover Aus den Stadtteilen Nord St. Christophorus nimmt Abschied zum 60. Jubiläum
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00:16 20.01.2019
Der letzte feierliche Einzug: Die Messdiener leiten den Festgottesdienst der St.-Christophorus-Kirche ein. Quelle: Foto: Hoffmann
Stöcken

„Bevor die Lichter der Kirche endgültig erlöschen, wollen wir die letzten 60 Jahre unserer Kirchengemeinde feiern“, sagt Gemeindesprecher Thomas Poloczek über den Jubiläumsgottesdienst der St.-Christophorus-Gemeinde. Nach sechs Jahrzehnten hat die Stöckener Kirche an der Moosbergstraße nun ihren letzten Gottesdienst gefeiert. Bereits 2009 entschied das Bistum Hildesheim aufgrund sinkender Mitgliedszahlen die morgige Profanierung, also die Entweihung, der katholischen Kirche.

250 Menschen sind gekommen

Rund 250 Menschen sind zum Jubiläum erschienen, um die Kirche zu ehren, die am 1. Januar 1959 als sogenannter Seelsorgebezirk St. Christophorus gegründet wurde. Während die ersten Gottesdienste noch auf dem Dachboden eines Wohnheims in der Moosbergstraße stattfanden, wurde 1963 die St.-Christophorus-Kirche erbaut. Statt des 60 Jahre alten Gebäudes werden hier in Zukunft Wohnungen, darunter auch Sozialwohnungen, des Heimatwerks entstehen.

Nicht nur Gemeindemitglieder nutzen den Jubiläumsgottesdienst, um vor dem Abriss Abschied von ihrer Kirche zu nehmen. Auch Personen aus den umliegenden Stadtteilen, die in der St.-Christophorus-Kirche getauft oder getraut wurden, nehmen an dem Festtagsgottesdienst teil. Nur wenige Worte seiner Predigt widmet Pfarrer Bernd Langer der Trauer über die anstehende Profanierung. Ihm ist wichtig, das 60-jährige Jubiläum in den Vordergrund des Festgottestdienstes zu stellen. „Natürlich sind diese letzten Tage hier in unserer Kirche mit Wehmut verbunden“, sagt Pfarrer Langer. „Für viele Stöckener gehört die St.-Christophorus-Kirche zu ihrem Stadtteil. Trotzdem bin ich der Meinung, dass es das Gemeinschaftsleben der letzten 60 Jahre verdient, gefeiert zu werden.“ Dennoch wird während des Gottesdienstes nicht nur fröhlich das Hallelujah angestimmt, sondern auch die ein oder andere Träne auf den Kirchenbänken vergossen. „Den Gottesdienst habe ich als sehr berührend empfunden, auch wenn ich kein Gemeindemitglied mehr bin“, sagt Elisabeth Winkelhake, die vor 53 Jahren in der Kirche getraut wurde. „Viele Familienmitglieder wurden hier getauft oder getraut, das schafft eine emotionale Verbundenheit.“

Schöne gemeinsame Jahre

Endgültig von der Gemeinde verabschieden, möchte sich Thomas Poloczek aber auch in seiner abschließenden Rede des Gottesdienstes nicht. „Ich wünsche mir, dass wir uns nicht aus den Augen verlieren und Sie alle ein neues kirchliches Zuhause finden“, sagt der Gemeindesprecher und lädt zum Empfang im Pfarrheim von St. Christophorus ein, um sich bei Sekt und Orangensaft an die schönen gemeinsamen Jahre zu erinnern.

Wer an der Profanierung der St.-Christophorus-Kirche teilnehmen möchte, kann am morgigen Freitag ab 18 Uhr die St.-Christophorus-Kirche, Moosbergstraße 4A, besuchen.

Kommentar: Zeit für den Neuanfang

Es ist jedes Mal ein Grund zur Trauer, wenn eine Gemeinde ihre Kirche aufgeben muss. Die Katholiken in Stöcken trennen sich jetzt von ihrem Gotteshaus, in dem sie wichtige Ereignisse in ihrem Leben gemeinsam zelebriert haben, ihrer Toten gedacht sowie Taufen und Hochzeiten gefeiert haben. Seit 60 Jahren besteht die Gemeinde St. Christophorus am Stöckener Markt, die Kirche ist wenige Jahre jünger. Manche Gemeindemitglieder betonen, dass damit die letzte christliche Kirche im Stadtteil Stöcken weicht. So weit hätte es nicht kommen müssen. Vor einigen Jahren wollten die Protestanten das Gebäude übernehmen, doch über das Mitnutzungsrecht für die Katholiken kam keine Einigung zwischen beiden Parteien zustande. Den Stöckener Katholiken bleiben nun die anderen Kirchen in der Pfarrgemeinde St. Maria, zu der sie gehören. Dazu bedarf es eines Schrittes über den Stadtteil hinaus.

Von Nina Hoffmann

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