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Nord Stöckener Bad wird vermutlich erst 2025 saniert
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Stöckener Bad wird vermutlich erst 2025 saniert
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12:18 19.03.2015
Die Stöckener wollen ihr Bad nicht missen. Schneller soll es nun doch nicht saniert werden. Quelle: Moers
Hannover

„Das Stöckener Bad vorzuziehen ist keine unserer Forderungen.“ Diese Aussage von SPD-Ratsfrau Peggy Keller wird vielen Befürwortern einer vorgezogenen Sanierung des Stöckener Bads bitter aufstoßen. Laut der Sprecherin des Sportausschusses habe sich die rot-grüne Mehrheitsfraktion dafür ausgesprochen, im Bäder-Sanierungsfahrplan ausschließlich die für 2019 angesetzte Sanierung des Fössebads nach vorne zu ziehen. Hinsichtlich des Stöckener Bades herrscht bei SPD und Grünen Zurückhaltung. Ein Änderungsantrag zum Bäderkonzept soll für Stöcken lediglich sicherstellen, „dass keine Verzögerung des geplanten Baubeginns entsteht“ - dieser war für 2025 angesetzt.

Von einem Vorziehen der Sanierung oder eines Neubaus, wie es etwa die CDU analog zum Fössebad fordert, ist nicht die Rede. Lediglich die Entscheidung über Sanierung oder Neubau sollte schnell getroffen werden, sagen SPD und Grüne.

In der Vorwoche hatte der Sportausschuss die endgültige Entscheidung über das Konzept vertagt. Die Linkspartei zog den Sanierungsfahrplan der Stadt zur weiteren Beratung in die Fraktion. „Uns ist erst an diesem Tag ein Änderungsantrag von Rot-Grün bekannt geworden, da hatten wir Klärungsbedarf“, begründet Oliver Förste, der Vorsitzende der Linken-Ratsfraktion, die Verzögerung. Auch Linke und CDU hatten eigene Anträge mit Änderungswünschen eingebracht. Alle vier Parteien wollen die in dem Konzept für 2019 angesetzte Sanierung des Fössebades vorziehen.

Die Sportausschuss-Sprecherin hält das von der Verwaltung erarbeitete Bäderkonzept insgesamt für sehr gelungen. „Andere Städte schließen ihre Bäder, wir planen langfristig den Erhalt“, lobt Keller den Entwurf als „ganz tolles Instrument“. Sollte das Konzept nun im kommenden Monat unter Berücksichtigung der Änderungswünsche von SPD und Grünen verabschiedet werden, würde in Stöcken nicht vor 2025 saniert oder neu gebaut. Die nächste Sitzung des Sportausschusses ist am 13. April.

Eine Beibehaltung des Umbautermins im Jahr 2025 dürfte in den nördlichen Stadtteilen für Unmut sorgen. So hatte sich der Bezirksrat Stöcken-Herrenhausen fraktionsübergreifend für eine kurzfristige Sanierung starkgemacht. Nach Ansicht der CDU-Bezirksratspolitiker könnte sich der Aufschub einer Sanierung des Hallenbads als Sargnagel für die Einrichtung erweisen. Man befürchtet, das Stöckener Bad könnte damit dem schleichenden Verfall und letztendlich dem Abriss preisgegeben werden. Als einzige Partei fordert die Rats-CDU, mit dem Fössebad auch die Sanierung des Stöckener Bads vorzuverlegen. In ihrem Änderungsantrag heißt es: „Mit der Planungsphase wird bei beiden Bädern im Jahr 2016 begonnen; im Anschluss ist eine zügige Durchführung der Sanierung sicherzustellen.“

Die SPD-Fraktion im Stöckener Bezirksrat forderte in ihrer vergangenen Sitzung sogar den Anbau eines Kleinkinderbereichs. Auch diese Forderung griff der Änderungsantrag der Genossen im Sportausschuss nicht auf, genauso wenig wie die Einwände gegen die geplante Vorrangnutzung als Gruppenbad für Schulen und Vereine.

„Im Großen und Ganzen wird das Konzept so durchgehen, wie es von der Verwaltung vorgestellt wurde“, vermutet Oliver Förste. Das Stöckener Bad würde demnach als fünftes von insgesamt 13 Bädern saniert oder neu gebaut werden. Zuerst kommt dieses Jahr das Stadionbad in den Genuss einer Generalüberholung. Schlusslicht im Sanierungsprogramm ist das Misburger Bad - es muss bis 2029 warten. Das Fössebad und das Stöckener Bad gelten als besonders sanierungsbedürftig. Stöcken leidet unter niedrigen Besucherzahlen, dem Ausbleiben jüngerer Schwimmer und kurzen Öffnungszeiten.

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