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Nord Studentenwerk öffnet Wohnheim nur für Frauen
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Studentenwerk öffnet Wohnheim nur für Frauen
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00:22 12.11.2014
Von Saskia Döhner
Nur für Frauen: Das Studentenwerk hat das Fünfziger-Jahrewohnheim in der Emdenstraße erworben.
Nur für Frauen: Das Studentenwerk hat das Fünfziger-Jahrewohnheim in der Emdenstraße erworben. Quelle: Rainer Surrey
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Gerade ausländische Studentinnen muslimischen Glaubens könnten aus religiösen Gründen nicht in einem Wohnheim mit Männern leben, sagt Eberhard Hoffmann, Geschäftsführer des Studentenwerks. Zuletzt hatte der Verein für Internationale Jugendarbeit das Wohnheim betrieben, in dem Haus wohnen viele ehemalige Au-Pair-Mädchen. Viele studieren mittlerweile. Bestehende Mietverträge würden übernommen, sagt Hoffmann. Bislang gibt es in den Studentenwohnheimen nur einzelne Flure, die Frauen vorbehalten sind, jetzt gibt es in Hannover erstmals ein Wohnheim nur für Frauen.

Der Kauf des Wohnheims diene auch dem Ziel, 300 zusätzliche Wohnheimplätze in Hannover zu schaffen. Bis März 2016 soll am Lodyweg mit Unterstützung des Landes ein Heim mit 80 Zimmern entstehen. In der Wilhelm-Busch-Straße plant das Studentenwerk ein weiteres Wohnheim mit rund 130 Plätzen.

Neue Wohnheimplätze seien bitter nötig, betont Hoffmann. Die Warteliste der Bewerber ist lang. Rund 1700 Studenten haben in diesem Wintersemester keinen Wohnheimplatz gefunden. Gerade einmal 755 Zimmer konnten neu vermietet werden, beworben hatten sich allein im September und Oktober aber rund 2500 Erstsemester. Wer in der Region lebt, hat keine Chance auf einen Wohnheimplatz. Bewerber aus anderen Bundesländern oder dem Ausland werden bevorzugt. „Studienanfänger aus Hannover oder dem Umland können auch erst mal weiterhin bei ihren Eltern wohnen“, sagt Hoffmann.

Rund 2300 Wohnheimplätze gibt es in Hannover, verteilt auf 15 Häuser. Rund 60 Prozent der Bewohner kommen aus dem Ausland, nach drei Semestern ziehen die meisten wieder aus, weil sie etwa Zimmer in Wohngemeinschaften gefunden haben. Hannover hat im Vergleich mit anderen Hochschulstandorten in Niedersachsen mit 7,2 Prozent eine sehr geringe Wohnheimversorgungsquote. Dabei studiert hier fast ein Viertel aller niedersächsischen Studenten.

Andreas Schinkel 09.11.2014
Bärbel Hilbig 08.11.2014