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Nord Von Lavalampe bis Blumen-Bademantel
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Von Lavalampe bis Blumen-Bademantel
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14:25 06.06.2015
Bühne frei zur Versteigerung: Das Ledeburg-Theater hat Skurriles aus mehreren Jahrzehnten angesammelt. Quelle: Mario Moers
Hannover

Auch Bretter, die die Welt bedeuten, müssen irgendwann ausgetauscht werden. Diese Erfahrung musste Cornelia Paulmann bei einer Aufführung ihrer Theatergruppe im Gemeindehaus der Bodelschwingh-Gemeinde machen. „Ich sollte über die Bühne schleichen, aber überall knarzte und knackte es“, erinnert sich die Laiendarstellerin aus dem Ensemble des Ledeburg-Theaters. Sie nimmt den Zwischenfall mit Humor. Damit so etwas nicht wieder vorkommt, will die Schauspieltruppe eine neue Bühne anschaffen. Ein großer Fundusverkauf sollte helfen, das nötige Geld zusammenzutragen. Unter dem Motto „Alles muss raus - auch unser Theaterboden“ gab es Sonntag allerhand Kuriositäten aus der Requisite zu ersteigern.

„Da kommen Erinnerungen hoch“, sagt Auktionsbesucher Detlef Schröder beim Anblick der liebevoll drapierten Stücke etwas wehmütig. In sechs der insgesamt sieben Produktionen des Ledeburg-Theaters hat er selbst mitgewirkt. Für ihn erzählt der Fundus Geschichten aus dem neunjährigen Bestehen der kleinen Theatergruppe. „Ich vermisse die Speiseeis-Requisiten, die wir damals aus Weihnachtskugeln und Schokoglasur gebastelt haben.“ Gemeinsam mit Auktionator Rüdiger Lorentzen schmunzelt er in Erinnerung an die gelungene Bastelaktion. Dabei inspiziert Schröder eine goldglänzende Trompete. „Die stammt aus unserem Fünfzigerjahre-Stück ,St. Öcken’“, berichtet Lorentzen. Der rüstige ältere Herr ist in der Truppe für die Technik und alles Handwerkliche zuständig. „Alles, was sie sehen, funktioniert“, erklärt er stolz und bläst wie zum Beweis eine kleine Melodie auf dem Instrument.

Zwei Damen begutachten derweil die außergewöhnlichen Kleider und Kostüme, die es für den guten Zweck zu ersteigern gibt. Dabei verhält es sich mit den Stücken ein wenig wie mit Haute-Couture-Mode vom Laufsteg. Der bunte, mit Blumenmustern versehene Siebzigerjahre-Bademantel ist sicher einzigartig - alltagstauglich allerdings weniger. Bei der Auktion sichert sich Winfried Walter das gute Stück für ein paar Euro. Der neue Besitzer ist Mitglied der Revue-Gruppe „Wir sind’s“, die ebenfalls im Theatersaal der Bodelschwingh-Gemeinde probt. Ein um das andere Mal bietet er heute gegen den Vorsitzenden der „Ronnenberger Bühne“, Michael Fritsch.

Für andere Laientheater sind die Auktion und der anschließende Flohmarkt ein Eldorado. „Wir bereiten gerade ein Stück vor, das in den Siebzigern spielt. Der Titel wird sein ,Romantischer Junggeselle sucht Putzfrau’“, erzählt Fritsch, während seine Hand schon wieder nach oben schnellt. Diesmal konkurriert seine eigene Frau mit ihm um einen extravaganten Hut. „Diese geschmackvolle Kopfbedeckung erinnert an die Bushaltestelle am Braunschweiger Platz“, ulkt Johanna Kunze, Leiterin des Ledeburg-Theaters, die das gute Stück auf der Bühne vorführt. Tatsächlich hat die Kappe etwas von einem Gürteltier, das unter die Räder gekommenen ist. „Ein Euro zum Dritten. Verkauft!“, ruft Lorentzen und lässt den Hammer auf das Pult sausen. Alles muss raus. Die Veranstaltung soll zwar Geld bringen, aber vor allem Spaß machen.

Zwischen 1800 und 3000 Euro kosten die neuen Bretter für den Theatersaal. „Wir möchten eine mobile Bühne anschaffen, die sich bei Bedarf verändern lässt“, erklärt Regisseurin Kunze. Sie hofft dabei auf Unterstützung durch die Bodelschwingh-Gemeinde. Auch den Bezirksrat will sie um eine Zuwendung bitten. Die alte Bühne im Gemeindezentrum ist vor etwa neun Jahren in einem Workshop entstanden. „Damals waren hier noch mehr darstellende Gruppen aktiv“, berichtet Kunze. Das Ensemble des Ledeburg-Theaters besteht aktuell aus zehn Schauspielern und Schauspielerinnen zwischen 50 und 75 Jahren. Einmal die Woche wird geprobt. Für die kommende Produktion sucht die Truppe noch Verstärkung. „Es wird ein Stück über Speeddating in Seniorenkreisen“, sagt Kunze. Das Alter spiele dabei keine Rolle, lediglich Zeit zum Proben sei notwendig. Die Gruppe trifft sich immer montags zwischen 10 und 12 Uhr im Gemeindehaus in der Meyenfeldstraße 1. Infos gibt Johanna Kunze unter Telefon (01 60) 2 17 46 92.

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