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Nord Boulevard der Baustellen
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Boulevard der Baustellen
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14:24 12.11.2014
Von Bärbel Hilbig
Bereits seit Januar wächst ein privates siebenstöckiges Studentenwohnheim auf einem 3000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Weidendamm. Quelle: Rainer Surrey
Hannover

Zu einem wahren Boulevard der Baustellen hat sich der Weidendamm in den vergangenen Wochen und Monaten entwickelt. Allein in dem Gebiet zwischen Sandstraße und Bodestraße laufen aktuell drei ganz unterschiedliche Hochbauprojekte, zwei weitere sind in Vorbereitung.

Wohnen für Studenten: Bereits seit Januar wächst ein privates siebenstöckiges Studentenwohnheim auf einem 3000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Weidendamm, Am Kläperberg und Bodestraße empor. Die International Campus AG aus München investiert rund 23,5 Millionen Euro in den Bau des Apartmenthauses mit etwa 300 Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen. Die Firma, gleichzeitig privater Finanzier und Betreiber, geht von der Inbetriebnahme ihres neuen Studentenwohnheims zum Sommersemester 2015 aus. Die Wohnungen sollen im Durchschnitt rund 22 Quadratmeter groß sein.

Wohnhaus mit Kita: Die Firma Torsten Schwarz Passivhauskonzepte aus Hannover errichtet auf einem Grundstück an der Ecke Vordere Schöneworth / Möhringsberg ein L-förmiges, viergeschossiges Wohngebäude plus einem zurückgesetzten Staffelgeschoss. Im Erdgeschoss entsteht eine Kindertagesstätte für fünf Gruppen, für die auch ein entsprechendes Außengelände angelegt wird. Die Stadt wird diese Räume mieten und die Kita selbst betreiben. Die Einrichtung mit drei Krippen- und zwei Kindergartengruppen öffnet Mitte 2015. Die Mietwohnungen in den anderen Etagen sollen Ende 2015 fertiggestellt sein (siehe Text rechts).

Werkstätten: Ein dreigeschossiger Neubau mit Werkstätten, Veranstaltungsräumen, Café und Büroarbeitsflächen entsteht auf einem Gelände zwischen Sandstraße, Weidendamm und Kopernikusstraße. Aktuell laufen die Arbeiten zum Ausschachten und Sichern der Baugrube. Einziehen wollen auf zwei Etagen die offenen Werkstätten „Die Werke“, in denen Nutzer sich auch stundenweise einmieten können. Mieter werden außerdem ein Künstleratelier und die Gemeinschaftsbüros von „Edelstall“, in denen sich Kreative für befristete Zeit Büroplätze teilen. Mitte 2015 wollen die Nutzer einziehen.

Flüchtlingswohnheim: Die Stadt will bereits seit rund einem Jahr auf dem Eckgrundstück Kopernikusstraße / Weidendamm ein Wohnheim für 50 Flüchtlinge errichten. Dazu gibt es einen Grundsatzbeschluss des Rats, der die Bebauung des westlichen Teils des Grundstücks vorsieht. Der Baubeginn wird aller Voraussicht nach im Frühjahr 2015 liegen. Eigentümer der Brachfläche ist die Gesellschaft für Bauen und Wohnen (GBH), mit der offenbar umfangreichere Gespräche zur Abstimmung notwendig waren. Auch muss der Rat das konkrete Bauvorhaben noch beschließen. Infrage stehe es jedoch nicht, betont Stadtsprecher Alexis Demos. „Wir haben den Auftrag und werden bauen.“

Feuer- und Rettungswache: Die Berufsfeuerwehr hat ihren Neubau zwischen Weidendamm und Bahntrasse bereits im Juli bezogen. In Planung ist jedoch noch ein zweites Gebäude für rund 55 Millionen Euro. Dort werden die Regionsleitstelle der Feuerwehr und das Lage- und Führungszentrum der Polizeidirektion Hannover einziehen. Das Bauvorhaben ist kürzlich als ÖPP-Modell ausgeschrieben worden. Die Auftragsvergabe soll im Herbst 2015 erfolgen. Der Baustart ist für Frühjahr 2016 vorgesehen, die Fertigstellung bis zum Ende des Jahres 2017. Der Zeitplan hängt jedoch davon ab, ob der Wettbewerb für das ÖPP-Verfahren erfolgreich verläuft und die notwendigen politischen Beschlüsse im Sommer 2015 gefasst werden.

Flexible Grundrisse für unterschiedliche Wohngemeinschaften

Das geplante Wohnhaus am Möhringsberg bietet Platz für 86 kleine Einzelstudios mit jeweils eigenem Bad. Je sechs dieser Zimmer lassen sich zu einer Wohngemeinschaft mit gemeinsam genutzter Küche gruppieren. Diese gemeinschaftlichen Wohnküchen sind 23 bis 33 Quadratmeter groß. Die zukünftigen Vermieter des Gebäudes veranschlagen jeweils 350 Euro Warmmiete für die Einzelstudios, die zwölf bis 20 Quadratmeter groß sind. Das wärmegedämmte Gebäude wird einen sehr geringen Energiebedarf haben. Ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk soll, wenn nötig, Wärme und Strom produzieren. Im Staffelgeschoss in der fünften Etage sind zudem vier Mietwohnungen mit einer Größe von jeweils 110 Quadratmetern geplant. Als Bauherr und Betreiber des Wohnhauses tritt die Möhringsberg KG auf, die das Gelände von der Stadt gekauft hat. Zu der Investorengemeinschaft gehören aktuell 17 „engagierte Hannoveraner, die sozial und ökologisch orientiert sind“, wie Geschäftsführer Torsten Schwarz es formuliert. Als Mieter der neuen Immobilie seien Singles und Studenten ebenso denkbar wie Senioren, die zu viert oder sechst als WG wohnen wollen. Also zum Beispiel auch ältere Paare, die nach dem Auszug der Kinder vom Land in die Stadt ziehen. Die kleinen Einzelstudios zielen auch auf Mieter, die staatliche Leistungen beziehen. „Die Nutzungsentgelte orientieren sich an dem, was das Jobcenter für eine Ein-Zimmer-Wohnung zahlt“, sagt Schwarz.

Das Studentenwerk hat ein Haus in der Calenberger Neustadt gekauft. In dem Fünfziger-Jahre-Haus in der Emdenstraße gibt es 31 Zimmer nur für Frauen. Freie Zimmer sind dennoch Mangelware.

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