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Nord Werkbank sucht Mieter
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07:58 27.11.2014
Hobbyhandwerker Alexander Ziegler hat aus Holzleisten und einer Jeans einen Hocker gezimmert. Quelle: Tobias Kleinschmidt
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Hannover

Es liegt ein gewisser Stolz in Alexander Zieglers Blick, als er seine selbstgefertigte Sitzgelegenheit zeigt. Ein paar Tage habe er schon gebraucht, um den Hocker aus übrig gebliebenen Holzleisten und einer Jeans zu bauen, erzählt Ziegler. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und ist edler, als die Einzelteile vermuten lassen.

Gebaut hat Ziegler den Hocker in der offenen Werkstatt „Die Werke“ in Vahrenwald. Denn wie vielen anderen Hobbyhandwerkern fehlen auch Ziegler in seiner Wohnung der Platz und die Ausrüstung, um Projekte wie den Hocker zu realisieren. „Zu Hause darf ich nicht laut sein, ich habe keine Fräse, und im Keller ist es einfach nur nervig“, erzählt Ziegler. Deshalb kommt der freiberufliche Fotograf in jeder freien Minute, wie er sagt, in die offene Werkstatt in der Alemannstraße. Für 12 Euro Grundgebühr am Tag oder ein Monatsabo für 18 Euro kann hier jeder an seinen Projekten werkeln. Dazu kommt eine Nutzungsgebühr für die einzelnen Geräte, die bereitstehen. „Wir möchten, dass die Kunden selbst einschätzen, wie lange sie welche Geräte benutzt haben und wie viel ihnen das wert ist“, erklärt Mitbegründer Jürgen Pleteit.

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Wie seine jetzigen Kunden suchte auch Pleteit zunächst einen Raum, um seine eigenen Vorhaben zu realisieren. „Als ich das zweite Mal in meinen Küchentisch gebohrt habe, dachte ich, dass ich dringend irgendwo anders werkeln muss.“ Über gemeinsame Bekannte lernte er seine beiden Mitgründer kennen und arbeitete mit ihnen das Konzept für die offene Werkstatt aus. Seit der Eröffnung sind „Die Werke“ auch von Architekturstudenten gut besucht, die vor allem den Lasercutter, eine computergesteuerte Schneidemaschine, benutzen. „Wenn die Studenten hier ihre Seminararbeiten fertigen, dann ist der Cutter häufig schon ausgebucht“, erzählt Pleteit. Auch deshalb planen die Jungunternehmer im kommenden Jahr mit der offenen Werkstatt umzuziehen. In einem größeren Gebäude am Weidendamm in der Nordstadt soll es dann noch mehr Platz für weitere Sparten wie Siebdruck und Gerätschaften für Goldschmiede geben.

Bis dahin können Hobbyhandwerker aber in der offenen Werkstatt in der Alemannstraße arbeiten - und auch an verschiedenen Workshops teilnehmen. Einen davon wird in Zukunft Alexander Ziegler geben. „Ich mag die sehr persönliche Atmosphäre. Es gibt immer jemanden, der einem weiterhelfen kann. Hier hat jeder sein Spezialgebiet“, erzählt Ziegler.

Er selbst hat sich in der offenen Werkstatt als Spezialist für alle Arbeiten mit Holz entpuppt. Auch deswegen ist es nicht verwunderlich, dass Teilnehmer seines Workshops lernen, wie man einen Hocker aus einem Bilderrahmen und einer alten Jeans baut.

Von Ansgar Nehls

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