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Nord Widerstand gegen Containersiedlung
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Widerstand gegen Containersiedlung
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08:39 24.04.2015
Die Stadt will rund 100 Flüchtlinge an der Mecklenheidestraße unterbringen. Quelle: Mario Moers
Hannover

Sie wettern gegen Flüchtlinge und bezichtigen die Stadtverwaltung, diktatorisch zu handeln. Auf einer Infoveranstaltung zur geplanten Aufstellung einer Containersiedlung für Flüchtlinge an der Mecklenheidestraße schlug Mitarbeitern der Stadt und Politikern vergangene Woche massiver Protest von Anwohnern entgegen. Anlieger aus der benachbarten Dorpater Straße fordern sogar die Einzäunung des Geländes und Arbeitsmaßnahmen für Flüchtlinge. Besonders Nachbarn mit ausländischen Wurzeln protestieren massiv gegen das Vorhaben der Stadt, auf dem Brachgelände 100 Flüchtlinge in Containern unterzubringen.

Bezirksbürgermeisterin Marion Diener hatte zu der Info-Veranstaltung ins Vereinsheim des BV Werder geladen, nachdem Bürger sich per Telefon massiv beschwert hatten. Zahlreiche Politiker aus dem Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken kamen, um ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzten. Die Atmosphäre in dem kleinen Veranstaltungsraum ist von Beginn an geladen. Einige Anwohner fühlen sich von der Verwaltung und Politik übergangen. Sie sorgen sich um die Sicherheit und den Wert ihrer Grundstücke. Dabei wird die Kritik häufig polemisch und auch unterschwellig fremdenfeindlich. „Im Zooviertel werden keine Flüchtlinge wohnen“, behauptet ein Zwischenrufer. Auf den Hinweis des Fachbereichsleiters Planen und Stadtentwicklung Michael Heesch, dass die Flüchtlinge sich ihren Wohnort nicht aussuchen können, kommentiert eine Bürgerin zynisch: „Das wäre ja auch noch schöner.“

Anlieger Fuat Cetinkaya empfindet das städtische Notprogramm zur Unterbringung von Flüchtlingen als „Diktat“, wie er es formuliert. Er bemängelt, dass die Anwohner nicht vorab durch die Stadt informiert wurden und keinerlei Mitspracherecht hätten. Aus eigener Erfahrung wisse er um die Probleme, die durch Krieg traumatisierte Menschen umgeben. In der Dorpater Straße lebten laut Cetinkaya vor allem Menschen mit türkischen oder spanischen Wurzeln. Die Eigenheime in der beschaulichen Wohngegend hätten sie sich erarbeitet. Jetzt befürchteten sie einen Wertverlust durch die Containersiedlung in der Nachbarschaft. „Ich bin selbst Ausländer, deswegen bin ich absolut dagegen“, erklärt ein anderer Anlieger.

„Sie brauchen keine Angst haben“, versucht Hildegard Thimm, Vorsitzende des Integrationsbeirats, zu beruhigen. Sie verweist auf die gute Nachbarschaft, die sich im Umfeld bereits bestehender Unterkünfte zwischen Flüchtlingen und Bürgern entwickelt habe. „Sie können das glauben oder nicht, aber es gibt keine nennenswerten Konflikte mit den Nachbarn“, unterstreicht Marc Schalow, Bereichsleiter für Stadterneuerung und Wohnen bei der Stadt.

Bezirksbürgermeisterin Marion Diener und die Stadtmitarbeiter haben immer wieder Mühe, die aufgebrachten Nachbarn halbwegs zu beruhigen. „Wir haben bereits an sechs Standorten im Stadtbezirk Unterkünfte und keinerlei Probleme“, betont Diener. Michael Heesch versucht, durch eine ausführliche Erklärung mehr Verständnis zu wecken. „Es ist unser großer Wunsch, dass sie einordnen können, was hier passiert.“ Heesch weist darauf hin, dass die Stadt derzeit wöchentlich 50 bis 80 neue Asylbewerber unterbringen muss. Im gesamten Stadtgebiet würde gleichermaßen nach geeigneten Standorten Ausschau gehalten.

Auf dem brachliegenden Eckgrundstück an der Mecklenheidestraße sollen etwa 25 Wohncontainer doppelstöckig in U-Form zu einer Siedlung aufgestellt werden. Darin finden etwa 100 Menschen Platz. Die Anlage befindet sich noch in einer frühen Planungsphase. „Gehen sie davon aus, dass es eher zum Jahresende fertig wird“, sagt Stadtvertreter Schalow. „Sie werden noch viel von uns hören“, kündigt Anlieger Cetinkaya an. Bis zu einer gedeihlichen Nachbarschaft scheint es noch ein weiter Weg zu sein.

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