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Nordstadt Neue Podeste im Welfengarten stoßen auf Skepsis
Hannover Aus den Stadtteilen Nordstadt Neue Podeste im Welfengarten stoßen auf Skepsis
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08:00 13.07.2017
Von Bärbel Hilbig
Fahrradweg? Skatebahn? Laufsteg? Mit viel Skepsis reagieren Nordstadtbewohner auf das breite, geschwungene Plexiglas-Band, das die barocke Graft nachzeichnet. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Nun stehen die weißen Podeste im Welfengarten. Manche ähneln einem Laufsteg, zu dem ein paar Treppenstufen hinaufführen. In andere Elemente sind Leuchten eingebaut, die bei besonderen Gelegenheiten farbig strahlen. An einer Stelle begrenzt eine weiße Umrandung eine Boulebahn.

Die Sitze signalisieren die Öffnung des Gartens

Mit der Umgestaltung des Parks wird die Komposition der Gartenanlage aus den barocken Anfangstagen sichtbarer. An der Graft wurden damals eher wasserliebende Bäume wie Ulmen, Linden, Eschen und Birken gepflanzt. Viele dieser Bäume, die im Herbst gelbes Laub tragen, sind dort auch heute noch zu finden. „Wir wollen keine Rekonstruktion des Barockgartens betreiben, sondern den Park modernisieren und dabei verschiedene historische Schichten herausarbeiten“, betont Landschaftsarchitektin Dörte Eggert-Heerdegen. Die neuen Gestaltungselemente, die die alte Graft andeuten, betonen nun den ursprünglich angelegten Raum mit seinen Großpflanzen.

In den Randbereichen des Parks stehen markante Bäume wie Ahorn. Im Zentrum befindet sich ein Kern aus Blutbuchen. Kleine Sitzmauern sollen zukünftig die Parkeingänge markieren. Ursprünglich war der Welfengarten durch eine Mauer abgeschottet, jetzt signalisieren die Sitze Öffnung.

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Viele Nachbarn fremdeln mit den ungewohnten Aufbauten. Bei einer Begehung haben rund 120 Anwohner die Podeste und Bänke, die den Verlauf der früheren Graft andeuten sollen, aus der Nähe in Augenschein genommen. Da stand der Bauzaun noch und dennoch hatte sich längst Müll unter den aufgeständerten Flächen gesammelt. Selbst die Maulwürfe haben unter den Plattformen wieder ihre Hügel aufgeworfen, nun mit Sonnenschutz.

„Was macht die Uni denn zukünftig, um den Park zu pflegen?“, fragte eine Anwohnerin. Es ist bekannt, dass der Uni nur wenig Geld für ihre Grünflächen zur Verfügung steht. Besonders die neuen Podeste mit Metallrahmen und einer Art Plexiglas als Auflage erscheinen aber stark pflegebedürftig. „Wenn nötig, muss das mit dem Hochdruckreiniger gesäubert werden“, sagt Dörte Eggert-Heerdegen vom Büro Kamel Louafi, das den Auftrag für die Neugestaltung des Parks bekommen hatte. Von dem Plexiglas lasse sich im Gegensatz zu Beton oder Stein Graffiti notfalls besser entfernen.

„Die Uni hat in den nächsten zwei Jahren ein erhöhtes Budget für die Parkpflege eingeplant. Ich finde es aber wirklich schade, wenn das nicht den Pflanzen zugutekommt, sondern damit Vandalismusschäden beseitigt werden müssen“, mahnt die Landschaftsarchitektin. Sie ist aber schon frustriert. Kaum waren die ersten neuen Tische an der Uni-Terrasse aufgestellt, prangte seitlich ein Graffiti-Tag. Auch am Eingang Callinstraße ist eine neue Sitzmauer längst besprüht. Als Uni-Präsident Volker Epping deshalb bei der Begehung mit den Bürgern die Eigenverantwortung der Parkbesucher anmahnt, wird es laut. „Wir sprayen doch keine Graffiti! Sollen wir jetzt nachts eine Bürgerpatrouille losschicken?“, empört sich ein Anwohner.

Stadtbezirksmanagerin Astrid Schepers berichtet, dass eine kleine Gruppe engagierter Bürger sich in einer Arbeitsgruppe bereits vor geraumer Zeit Gedanken um die Müllentsorgung im Park gemacht hat. Ihre Forderung nach größeren und verschließbaren Abfalleimern soll nun berücksichtigt werden.

16 Fällungen im zweiten Bauabschnitt

Der erste Bauabschnitt im Park ist inzwischen beendet. Rasen wurde neu gesät, Büsche ersetzt. 14 morsche oder kranke Bäume mussten gefällt werden. Trotz Voruntersuchungen von Fachleuten stieg die Zahl im Verlauf der Bauarbeiten, ein Grund war das stürmische Wetter. Das zeigt jedoch auch, dass der Zustand der Bäume lange nicht systematisch überwacht wurde. Während der ersten Bauphase sind 14 Bäume im Welfengarten neu gepflanzt worden, im zweiten Abschnitt sind 16 Fällungen und Pflanzungen geplant.

Zwei Hauptwege haben eine Asphaltdecke bekommen. Auch das ist ein Kritikpunkt mancher Parkbesucher. Jogger und Naturschützer wehren sich gegen die Versiegelung. Die Uni wollte vor allem den Weg zwischen ihrem Hauptgebäude und der Mensa befestigen lassen.

Als die Landschaftsarchitektin berichtet, dass Behinderte für alle Wege Asphalt eingefordert hatten, werden manche Anwohner nachdenklich. Nun ist zumindest ein Teil des Parks barrierefrei für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte erreichbar. Im zweiten Bauabschnitt, der Anfang August startet, soll außerdem ein Leitsystem für Sehbehinderte entstehen. „Man kann es nicht allen recht machen“, stellt Dörte Eggert-Heerdegen fest.

Ein Park, viele Interessen

Reden hilft, zumindest ein bisschen. Es war deshalb gut, dass das Staatliche Baumanagement und die Leibniz-Uni Anwohner zu einem Baustellentermin in den Welfengarten eingeladen haben. Die Arbeiten im Park haben allzu viele Besucher irritiert und gestört. Dabei hätte sich mancher Ärger allein schon damit vermeiden lassen, dass Schilder an den Bauzäunen das Projekt und die Dauer derAbsperrung erklären. Manche Bürger hätten aber auch gerne mitgeredet, bevor die Pläne zur Umgestaltung des Parks festgezurrt waren. Das haben die Uni und der Freundeskreis der Herrenhäuser Gärten nicht bedacht. Vielleicht auch mangels Erfahrung – das späte Interesse von Anwohnern am Park versetzte manche Verantwortliche nun in Erstaunen.

Der Gesprächstermin verlief turbulent, einzelne verfielen in einen durchaus scharfen Ton. Bei dem Treffen zeigte sich aber auch, dass die Interessen der vielen Parkbesucher keineswegs einheitlich sind. Direkte Anlieger fürchten um ihre Ruhe, sollte die Wiese mit Podesten stärker genutzt werden als bisher. Naturfreunde sorgen sich um die Maulwürfe, die aber schon wieder eifrig Hügel aufwerfen. Jogger wollen weiche Bodenbeläge, Gehbehinderte mehr Asphalt. Sehr viele wünschen mehr Pflege für den Park und weniger Müll. Und die Uni, zu deren Liegenschaften der Park gehört, will ihren Studenten mehr Campus-Feeling bieten. Alle brauchen aber vor allem Geduld: Die zweite Runde der Bauarbeiten soll bis Frühjahr 2018 dauern.

Von Bärbel Hilbig

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