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Nordstadt Neuer Wohnraum am Engelbosteler Damm geplant
Hannover Aus den Stadtteilen Nordstadt Neuer Wohnraum am Engelbosteler Damm geplant
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00:15 03.07.2017
Von Bärbel Hilbig
Verlässt die Nordstadt: Die Firma Bumke. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Die Grundstücksbesitzerin und frühere Bumke-Inhaberin Inge Bergmann ist 2016 gestorben, die Nachlassverwalter betreiben den Verkauf. Die Firma selbst gehört bereits seit 2003 zur Zander-Gruppe in Essen. „Wir suchen nach einem neuen Grundstück und bleiben sicher mit Teilen des Geschäfts in Hannover“, sagt Prokurist Gerhard Johanning. Das alte Gelände sei längst nicht mehr zeitgemäß.

Die nachts blau erleuchtete Bumke-Fassade prägt seit Langem den Anfang des Engelbosteler Damms nahe der Christuskirche. Dahinter erstrecken sich auf einer Fläche von 9000 Quadratmetern mehrere Hinterhöfe nördlich der Oberstraße. Dass dort – fußläufig zur Innenstadt – kein Gewerbe mehr nachfolgen wird, ist relativ sicher. Angesichts der starken Nachfrage schwebt Politik und Verwaltung Wohnbebauung auf dem Areal vor.

"Der Ort lächelt einen an"

„Der Ort lächelt einen an. Wir haben eine tolle Altbausubstanz und wenig Lärm drumherum“, schwärmte Stadtplanerin Edda Rabe jüngst im Bezirksrat Nord. Anders als die moderne Fassade vermuten lässt, stehen in den Höfen historische Gebäude, zu denen auch ein ehemaliges Kino gehört.

Doch die Meinungen gehen auseinander, wie ein künftiger Investor am besten auf sozialverträgliche Bedingungen verpflichtet werden kann. Bisher ist das Gelände als Gewerbegebiet festgelegt. SPD und Grüne haben im Bezirksrat vorgeschlagen, im Bebauungsplan ein Wohngebiet auszuweisen. Gleichzeitig wollen sie einen städtebaulichen Entwicklungsbereich festlegen und damit Ziele zur Entwicklung des Areals vorgeben.

Stadtplanerin Rabe sieht das skeptisch. Alle seien sich einig, dass es in Richtung Wohnungsbau gehen solle. Und dafür müsse ein städtebauliches Konzept erarbeitet werden. „Aber mit einer schnellen Änderung des B-Plans würden wir bereits eine Wertsteigerung des Grundstücks auslösen.“ Bei einem Verkauf als Gewerbefläche liege der Preis niedriger. „Danach können wir mit dem neuen Eigentümer ein Konzept machen.“ Dabei kann die Stadt zum Beispiel Geld für Kitaplätze abschöpfen, die für ein neues Wohnareal notwendig werden.

Preiswertes Wohnen sichern

Besonders die Grünen sind jedoch höchst unzufrieden damit, wie der Verkauf der ehemaligen Landesfrauenklinik abgelaufen ist. Das Klinikum Region Hannover hatte sie meistbietend für 15,5 Millionen Euro veräußert. „Dort werden mal richtig teure Wohnungen entstehen, die die Mieten in der ganzen Nordstadt in die Höhe treiben“, sieht Ratsherr Patrick Drenske voraus. Mit dem angestrebten Entwicklungskonzept für ein städtebauliches Sanierungsgebiet wollen SPD und Grüne verhindern, dass der Verkaufspreis auch am Engelbosteler Damm in die Höhe schießt. Ökologische und soziale Vorgaben sollen preiswertes Wohnen sichern.

„Es stehen bereits viele Kaufinteressenten auf der Matte. Ein Investor hätte dann Klarheit, was geht“, erklärt Grünen-Fraktionschef Stefan Winter. Bernd Huneke (CDU) fordert Auskunft, ob weitere Betriebe in dem Areal liegen, die bei einer Änderung des Bebauungsplans umziehen müssten. Eine Entscheidung über den Antrag ist vertagt: Die CDU will sich beraten.

Hinterhof als Attraktion

Der bevorstehende Abschied der Firma Bumke aus der Nordstadt eröffnet plötzlich beträchtliche Möglichkeiten. Etliche Investoren haben sich das Gelände und die Gebäude aus verschiedenen Jahrzehnten und Jahrhunderten bereits genauer angesehen. Für Menschen mit Interesse an der Geschichte des Stadtteils haben die verschachtelten Gemäuer in den Hinterhöfen ihren ganz eigenen Reiz. Doch potenzielle Flächenentwickler denken wahrscheinlich anders. Besonders viele oder besonders hochwertige Wohnungen lassen sich vermutlich gewinnen, wenn die alten Gebäude abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Eine Goldgrube wittern wohl auch Betreiber privater Wohnheime für Studenten. Viel näher an der Uni können Studentenwohnungen kaum liegen.

Der Denkmalschutz ist nun gefragt, zu prüfen, ob in zweiter Reihe bewahrenswerte Architekturschätze auf Entdeckung warten. Politiker und Verwaltung tun gut daran, bald zu ermitteln, ob sich eine Sozialklausel beim Käufer durchsetzen lässt. Steigende Mieten und Kaufpreise drohen den Stadtteil sonst zum Nachteil zu verändern.

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