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Hannover Aus den Stadtteilen Nordstadt Nordstadt wird erneut zur Galerie
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00:15 18.06.2016
„Muse“ mit Muße: Die Künstlerin Nina Liesicke mit Tochter Noushin Marlenya im Bett vor ihren Bildern. Der Keller am Weidendamm 28 ist täglich von 14 bis 20 Uhr geöffnet.
„Muse“ mit Muße: Die Künstlerin Nina Liesicke mit Tochter Noushin Marlenya im Bett vor ihren Bildern. Der Keller am Weidendamm 28 ist täglich von 14 bis 20 Uhr geöffnet. Quelle: Moers
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Hannover

Vom einfachen Optiker über das trendige Szene-Café bis in private Wohnzimmer und abgelegene Keller dringt die hiesige Kulturszene in viele Ecken der Nordstadt vor. Das Konzept ist spannend, denn die „Muse“ wirft auch Fragen auf.

Die Hipster unter den Gästen der 24 Grad Kaffee Rösterei kann ein spontanes Rockkonzert nicht aus den Retro-Möbeln locken. Unaufgeregt genießen sie weiter die Sonne, als drinnen die E-Gitarre einen knarzigen Blues anstimmt. Zwei Senioren, die sich drinnen gerade die Bilder ansehen, räumen dagegen eilig das Feld, bevor das Konzert so richtig beginnt. Auf der improvisiert aufgestellten Stuhlreihe vor der hauseigenen Röstanlage haben Jugendliche mit Skateboards Platz genommen. Ein Paar hat es sich auf einem Tisch bequem gemacht. „Wer die Musik zu den Bildern hören will, kann rüberkommen“, lädt Sänger und Gitarrist Nils Schumacher die Cafébesucher ein, in den Nachbarraum zu wechseln.

Die ganze Inspirationswoche ist eine große Einladung

Wer sich ansehen will, wie die Kunst junger Künstler, Design-Studenten, Fotografen, Autodidakten und Hobbykünstler derzeit aussieht, der braucht nicht weit zu gehen. Der Auftritt des Lindener Künstlerduos Exchochplus markiert am Sonnabend den Auftakt zu den Konzerten und Aktionen, die zusätzlich zu den vielen Ausstellungen stattfinden. Ein Besuch beim Dönerladen oder in der Stadtbibliothek reicht aus, um Kunst zu erleben. Überall, wo am Eingang eine kleine gelbe Flagge die Teilnahme signalisiert, gibt es was zu sehen.

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Eine Übersicht aller Veranstaltungen finden Sie hier.

Gefragt, welche Ausstellungen er besonders empfehlen kann, ist Mit-Kurator Holger Tippe angenehm überfordert. „Wir haben die Künstler über die Monate der Organisation alle lieb gewonnen“, sagt er. Die „Muse“, die bereits das dritte Jahr stattfindet, ist gleichzeitig ein Treffen und Werkschau der (Nordstädter) Kunstszene. Plötzlich ist die sonst in Ateliers und Galerien erlebbare Kunst überall präsent, sogar beim Einkaufen. Für wen eigentlich? Das Spannungsfeld Kultur und Gentrifizierung ist das Thema der Künstler Steven Solbrig, Tim Moll und Johanna Kienitz. Gemeinsam mit Studenten der Universität der Künste in Berlin reflektieren sie in dem Projekt „Kunst in gentrifizierten Zeiten“ die Frage, ob die Kunst wirklich für alle da ist. Auf dem Internetblog www.kunstingentrifiziertenzeiten.tumblr.com stellen sie Fotos und Eindrücke von Performance-Aktionen ins Netz.

Wer am Sonnabend etwa in die „Muse“-Ausstellungen auf dem E-Damm spazieren wollte, stand plötzlich vor einem Absperrband. Zwischen zwei goldenen Pollern installierten die Künstler eine symbolische Einlasskontrolle. Bis zum Ende der Inspirationswoche am 26. Juni sind weitere Aktionen geplant. Über Details will Künstler Solbrig nichts verraten. „Die Nordstädter werden es schon merken“, kündigt er weitere Kunst-Eingriffe in den Alltag an.

Eine Auswahl weiterer „Muse“-Veranstaltungen in dieser Woche:

Donnerstag, 19 Uhr: Lesung mit Juan S. Guse im Internationalismus Buchladen, Engelbosteler Damm 4.

Freitag, 21 Uhr: Konzert mit Felix Gebhardt, Nervous Man und Tensen, Kornstraße 28.

Sonnabend, 18 Uhr: Modenshow bei Elfie und Ignaz, Oberstraße 8.

Sonntag, 16 Uhr: Konzert in der Suppenhandlung, Jedermann und Incvay, An der Lutherkirche 13.

Sonntag, 18 Uhr: Swingrambler-Tanzkurs im Atelier im Moore, Im Moore 26.

Broschüren mit allen Terminen und Ausstellungsorten liegen in allen mit einem gelben „Muse“-Fähnchen markierten Geschäften aus.

Von Mario Moers

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