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Nordstadt Punks lehnen günstigen Wohnraum in Nachbarschaft ab
Hannover Aus den Stadtteilen Nordstadt Punks lehnen günstigen Wohnraum in Nachbarschaft ab
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06:00 23.06.2017
Von Bärbel Hilbig
Entstehen Am Puttenser Felde preiswerte Wohnungen? Quelle: Archiv
Hannover

In der kleinen Sackgasse Am Puttenser Felde besitzt die Wohnungsgenossenschaft Woge Nordstadt drei Häuser und eine angrenzende Freifläche. Ein weiteres Gebäude soll jetzt dazukommen. Die Wohnungen sind an den selbstverwalteten Verein Putti Nonstop vermietet.

Eine "Grün- und Klimaoase"

„Es werden dringend kostengünstige Wohnungen benötigt. Und hier sehen wir eine Möglichkeit für uns, einen Beitrag zu leisten“, erläutert Friedhelm Birth vom Vorstand der Woge. Die Idee hegt die Genossenschaft bereits seit mehr als einem Jahr und hat sie damals den direkten Nachbarn in den Woge-Häusern auch mitgeteilt. Gedacht ist an ein Gebäude mit maximal 4,5 Geschossen und vielleicht neun Wohnungen. „Wir könnten uns drei Wohnungen à 50 Quadratmeter pro Etage vorstellen, die sich eventuell verbinden lassen“, beschreibt Birth. Kommende Woche soll auf der Mitglieder- und Aufsichtsratsversammlung der Genossenschaft über den Vorschlag beraten werden. „Im Vorstand sind wir der Meinung, dass wir in der Pflicht sind, günstigen Wohnraum zu schaffen“, betont Birth.

Als Erstes hat die Woge wegen der direkten Nähe ihren Mietern im Verein Putti Nonstop das Bauprojekt angetragen. Aus Reihen der Mieter oder ihrer Bekannten hätte sich eine Baugruppe bilden können, die viel Eigenarbeit in den Hausbau einbringt. Die Mehrheit im Verein hat das kürzlich jedoch abgelehnt. Einige stellen sich rundheraus gegen das gesamte Bauvorhaben. Eine Nachbarin spricht von einer „Grün- und Klimaoase“ und versucht, mit Kindern und Bepflanzungsaktionen gegen einen Neubau zu mobilisieren.

"Ohne die Woge hätte Putti nicht überstehen können"

Doch die Meinungen bei Putti Nonstop sind geteilt. Vorstandsmitglied Heike Teske ärgert sich geradezu über ihre Vereinskollegen. „Ich persönlich finde die Haltung der Neinsager unerträglich.“ Und das hat mit der Vorgeschichte der Putti-Häuser zu tun. Die Wohngebäude gehörten früher der Leibniz-Universität, das Land wollte sie im Jahr 2002 verkaufen. Die Mieter, viele aus der Punkerszene, waren alarmiert. Die Woge kaufte die Häuser 5 und 6, das Hinterhaus 6a sowie die Brache und vermietete es an Putti Nonstop. „Die Woge hat uns damals dieses freie und günstige Wohnen ermöglicht. Ohne die Woge hätte das Putti nicht überstehen können“, argumentiert Teske, die selbst bei der Woge arbeitet.

Rein rechtlich gesehen gehört das umstrittene Grundstück der Woge. „Diese Freifläche haben wir 20 Jahre nicht genutzt“, sagt Heike Teske. Die 61-Jährige hofft, dass die Woge sich in den Plänen nicht beirren lässt. „Aber als alternative Genossenschaft ist sie sehr bemüht, alles im Konsens zu machen.“

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