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Nordstadt Uhrmacher Albrecht feiern 100-jähriges Bestehen
Hannover Aus den Stadtteilen Nordstadt Uhrmacher Albrecht feiern 100-jähriges Bestehen
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08:33 19.12.2016
Peter Albrecht untersucht das Uhrwerk einer echten Comtoise-Uhr aus dem Jahr 1790. Daneben steht ein Nachbau aus den Siebzigerjahren. Quelle: Sonja Steiner
Hannover

In der Werkstatt von Uhrmachermeister Peter Albrecht steht eine moderne gläserne Uhr mit bunten Zeigern. „Es ist ein Nachbau einer alten Comtoise-Uhr aus den Siebzigerjahren“, erklärt er und stellt das Original daneben. „Diese ist aus dem 17. Jahrhundert“, sagt er und zeigt auf das komplizierte Uhrwerk im Inneren des hölzernen Kastens. Albrecht kennt jede Schraube in dem Uhrwerk: Seit 100 Jahren repariert und verkauft die Familie Albrecht in der Nordstadt Uhren.

Vierte Generation steht parat

Die beiden Räume im hinteren Teil des Geschäfts am Engelbosteler Damm sind bis an die Decke mit Uhren, Kästen, Regalen bestückt. Auf der Arbeitsfläche im ersten Raum liegen kleine Pinzetten und Dosen mit winzigen Schrauben, ein Polierapparat mit verschiedenen Bürsten ist zu sehen und an einem Umlaufgerät hängen Armbanduhren. Es sieht aus wie eine Miniaturausgabe eines Fahrgeschäfts vom Jahrmarkt mit kleinen, sich drehenden Elementen. „Hier prüfen wir die Uhren, die sich beim Tragen am Handgelenk von selbst aufziehen“, erklärt Sohn Florian. Der 27-Jährige wird den Betrieb in der vierten Generation weiterführen. „Erst wollte ich Produktion und Betriebswirtschaft studieren, habe aber bald gemerkt, dass mir das Studium nicht gefällt“, erzählt er. Während seines Studiums habe er nebenbei in der väterlichen Werkstatt ausgeholfen, um sich etwas Geld zu verdienen. „Die Mechanik faszinierte mich immer mehr und dann habe ich mich entschlossen, auch Uhrmacher zu werden. Es ist einfach schön, wenn man eine Uhr zusammengebaut hat, und die Unruh wieder automatisch anfängt zu schwingen, denn dann hat man alles richtig gemacht“, erzählt Florian Albrecht. Die Unruh, von der Albrecht spricht, ist ein Schwungrad in einer Uhr.

Die Leidenschaft für das Handwerk teilt er mit seinem Vater. „Ich mag alle Uhren, die mechanisch anspruchsvoll sind und bei denen man erkennt, dass sie mit Liebe gebaut sind“, erklärt Peter Albrecht und lächelt. Das Geheimnis des Erfolgs liegt in der Spezialisierung seines Betriebs. „Wir haben als Schwerpunkt mechanische Uhren, und die werden wieder vermehrt nachgefragt“, verrät Peter Albrecht, dessen Familienbetrieb sich im Laufe der Jahrzehnte immer mehr vergrößerte und dadurch mehrere Umzüge in der Nordstadt von der Schaufelder Straße über die Paulstraße, Asternstraße und Strangriede bis zum Engelbosteler Damm notwendig wurden. Dort betreibt Peter Albrecht den Betrieb zusammen mit seiner Frau Susanne nunmehr seit 32 Jahren. Und das gegen den Trend der billigen Importe.

Denn nachdem in den Siebzigerjahren die Quarzwelle mechanische Uhren verdrängte, gab es kaum noch Betriebe, die das alte Wissen weitergaben und Uhrmacher ausbildeten. Aus Japan kamen Uhren, die sehr hochwertig waren und nur noch eine Batterie zum Betrieb benötigten. „Da war man der Meinung, man bräuchte keine Uhrmacher mehr. Das war eine Entwicklung, deren Folgen bis heute zu spüren sind“, erklärt Albrecht. „Inzwischen bilden die Firmen aber selbst aus, denn die Nachfrage an hochwertigen mechanischen Uhren ist in den letzten 20 Jahren wieder gestiegen.“ Das seien Uhren, die aus bestimmten Anlässen gekauft werden und auch als Wertanlage dienen - also nichts für den schmalen Geldbeutel.

Alte Modelle sind wieder beliebt

„Heute erinnern sich die Firmen an ihre alten Modelle und bauen sie nach - das sind dann Retro- oder Vintage-Modelle“, berichtet der 63-Jährige weiter. Und in diesem hochpreisigen Segment, in dem eine Uhr auch schon mal 20 000 Euro kosten kann, liegt auch die Zukunft seines Handwerks, ist er überzeugt. Ein winziges Manko hat eine mechanische Uhr gegenüber der Quarzuhr: Sie geht immer ein bisschen nach oder vor, je nachdem, wie sie eingestellt ist. „Die Gangungenauigkeit einer Quarzuhr beträgt nur etwa drei Minuten im Jahr. Die der mechanischen etwa 20 Sekunden in der Woche“, erklärt der Uhrmacher. „Das soll nun mit neuen Technologien aus der High-Tech-Branche wie der Verwendung von Silizium verbessert werden.“ Allerdings störe es die Kunden eigentlich gar nicht, schmunzelt er. „Die kleine Ungenauigkeit hat doch auch etwas Sympathisches.“

Von Sonja Steiner

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