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Nordstadt Uni-Gebäude am Schneiderberg ist schon wieder eingerüstet
Hannover Aus den Stadtteilen Nordstadt Uni-Gebäude am Schneiderberg ist schon wieder eingerüstet
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15:44 11.11.2015
Von Bärbel Hilbig
Bauarbeiten ohne Ende: Uni-Gebäude am Schneiderberg. Foto: Wallmüller Quelle: Michael Wallmueller
Nordstadt

Nordstadt. Erst vor wenigen Monaten sind Bauzäune und Gerüste am schmucken Backsteingebäude an der Nienburger Straße, Ecke Schneiderberg verschwunden. Lange währte die Freude nicht: Die Leibniz-Universität hat ihr Gebäude für Bauingenieure und Geodäten schon wieder mit Baugerüsten einkleiden lassen. Ein neuer Schaden ist nach Angaben der Uni nicht Anlass für die Bauarbeiten. Vielmehr gehen die seit mehreren Jahren mit Unterbrechungen laufenden Sanierungsarbeiten weiter - mit dem vierten Bauabschnitt, der auch der letzte sein soll.

„Wir mussten jedes Mal zunächst Geld zusammenbringen“, erklärt Ralph Haas, Leiter des Sachgebiets Bau der Leibniz-Uni. Das Ministerium für Wissenschaft und Kultur unterstützt die einzelnen Sanierungsabschnitte, die aber auch aus dem Budget der laufenden Bauunterhaltung finanziert wurden. Die nun anstehenden Arbeiten an der Fassade zum Schneiderberg kosten rund 980 000 Euro und sollen voraussichtlich bis zum Frühjahr 2016 abgeschlossen sein. „Das hängt auch von den Wetterbedingungen im Winter ab“, erläutert Haas. Die Kosten für die gesamte Sanierung dürften nach bisherigem Stand rund 3,4 Millionen Euro betragen.

Die Schäden an der Fassade des repräsentativen historischen Gebäudes aus den Dreißigerjahren sind bereits im Jahr 2011 entdeckt worden. Aus Gründen der Verkehrssicherheit konnten Studenten, Mitarbeiter und Besucher das Haus danach nur noch durch einen Holzverschlag betreten, denn es drohten Steine aus der Fassade herabzufallen. Im ersten Bauabschnitt war zunächst ab dem Jahr 2012 ein Teil der Fassade an der Nienburger Straße saniert worden, später ein zweiter Abschnitt.

„Wir hatten dort begonnen, wo der größte Schaden feststellbar war“, erläutert Haas. Die kunstvoll gegliederte Gebäudefassade aus der Zeit des Backstein­expressionismus wies an vielen Stellen Macken auf. Den senkrechten Zierpfeilern aus Backstein fehlten zum Teil sogar die Fundamente oder auch die Verankerung an der dahinterliegenden Wand. „Auch früher hat man leider schon am Bau gepfuscht. Einige Teile hatten keine solide Verbindung mit dem hinteren Mauerwerk. Das Schadensbild ist aber sehr uneinheitlich“, sagt Haas. Bei der Sanierung müssen die senkrechten Ornamentbänder gesichert werden, damit keine Steine herausfallen können. Undichte Fugen, die Regen eindringen ließen, werden überarbeitet.

An der Nienburger Straße ist das alles geschehen. Die Gebäudefront am Schneiderberg wurde im dritten Bauabschnitt im Kellerbereich gegen Feuchtigkeit gesperrt. Fehlende Pfeilerfundamente wurden dabei ergänzt. Nun sollen dort die restlichen Arbeiten erledigt werden.