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Nordstadt Zaun soll Trinker, Dealer und Junkies fernhalten
Hannover Aus den Stadtteilen Nordstadt Zaun soll Trinker, Dealer und Junkies fernhalten
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16:00 25.05.2017
Von Bärbel Hilbig
Soll umzäunt werden: Der Spielplatz am Horst-Fitjer-Weg. Quelle: Villegas
Hannover

Die CDU-Fraktion wollte den Antrag auf einen Zaun mit Pforte rund um den Spielplatz am Horst-Fitjer-Weg zunächst zur weiteren Beratung vertagen, ändert dann aber die Meinung, als Spielplatzpate Mark Kramer die Probleme rund um das Gelände schildert. Bisher ist der Spielplatz frei zugänglich, eine niedrige Mauer am Rand lädt zum Sitzen ein. „Davon fühlen sich aber meist die Falschen angesprochen“, sagt der Spielplatzpate. Im Sommer räumt er oft mehrmals abends das Gelände auf, findet Fixerbesteck und kaputte Wodkaflaschen. Denn nachts nutzen Erwachsene das kleine Gelände, das zwischen Einfamilienhäusern liegt, für Partys.

Enger Kontakt zur Polizei

Trinker mit Hunden, Junkies und Dealer sind aber auch tags dort anzutreffen. „Drogenverkäufer verstecken ihre Kügelchen in der Erde. Abhängige setzen sich am helllichten Tag eine Spritze“, berichtet der Anwohner. In den Büschen am Spielplatz verrichten die ungebetenen Besucher ihre Notdurft. Nachbarin Usch Wildt bestätigt, dass das Treiben seit den ersten warmen Frühlingstagen wieder eingesetzt hat.

Die Anlieger haben seit vergangenem Jahr engen Kontakt zum Polizeikommissariat Nordstadt. In der Saison sind Beamte seitdem häufiger vor Ort. Eine Handhabe ist für sie die Spielplatzordnung, die Erwachsenen ohne Kinderbegleitung den Aufenthalt auf Spielflächen verwehrt. „Die Leute sitzen aber oft mit den Füßen nach außen auf dem Mäuerchen. Wenn die Polizei kommt, stehen sie schnell auf“, berichtet Kramer.

Zaun als psychologische Sperre

Die Anwohner hoffen nun, dass ein Zaun und ein Tor mit Klinke auf Betrunkene wie eine psychologische Sperre wirkt und auch Dealer es weniger bequem haben. Der Horst-Fitjer-Weg ist für Fußgänger eine Verbindung zwischen dem nördlichen Engelbosteler Damm, Heisenstraße und Kniestraße. Nach Kramers Einschätzung machen Dealer sich die Querverbindung gerne zunutze. „Wir wollen, dass sich das ganze Gebiet verbessert“, betont der Spielplatzpate.

Sozialarbeiter gefordert

„Handlungsbedarf besteht auf jeden Fall. Aber reicht ein Zaun? Oder brauchen wir eine dauerhafte Überwachung mit Kameras?“, fragt Bernd Huneke (CDU). Mit dem Antrag fordert der Bezirksrat die Verwaltung außerdem auf, weitere Schritte für die Sicherheit auf dem Spielplatz zu prüfen. Genannt wird der Einsatz von Sozialarbeitern. Der Bezirksrat hofft, dass die ansprechende Gestaltung des Platzes trotz des Zauns halbwegs erhalten werden kann. „Und sollte der Zaun nicht helfen, kann er wieder abmontiert werden“, sagt Ratsherr Patrick Drenske (Grüne).

Kommentar: Eine Grenze ziehen

Es mag sich für manche Ohren nicht gut anhören: Da fordern Nachbarn und Eltern einen Zaun, der unerwünschte Personen von einem Spielplatz fernhalten soll. Doch tatsächlich ist die Abgrenzung mehr als gerechtfertigt. Nicht ohne Grund legt die Spielplatzordnung fest, dass Erwachsene generell nichts auf Spielplätzen zu suchen haben, es sei denn, sie begleiten Kinder auf das Spielgelände. Den Spielplatz am Horst-Fitjer-Weg haben die Planer bewusst offen, einladend und freundlich gestaltet, er wirkt wie ein Stadtteilpark in Miniatur. Im Realitätstest hat sich aber erwiesen, dass das zugegeben ansprechende Gelände dadurch viele Erwachsene anzieht. Feiernde Jugendliche und Trinker hinterlassen zerbrochene Flaschen, unbeaufsichtigte Hunde ihren Kot. Drogenhändler und Junkies geben sich ein Stelldichein. Der Spielplatz ist längst zu einem Ort unabsehbarer Gefahren für Kinder geworden. Angesichts der Situation ist fast verwunderlich, dass überhaupt noch Familien ihren Weg auf das Gelände finden. Ob ein Zaun hilft, wird man sehen. Es ist auf jeden Fall einen Versuch wert, die Wirkung zu testen.

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