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Nordstadt Zerstört der Umbau den Charme des Welfengartens?
Hannover Aus den Stadtteilen Nordstadt Zerstört der Umbau den Charme des Welfengartens?
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14:00 10.06.2017
Von Bärbel Hilbig
Noch ist der Welfengarten zur Hälfte abgesperrt. Voraussichtlich im Juli ist der erste Bauabschnitt fertig. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Manche Spaziergänger stört vor allem, dass Teilflächen der Grünanlage des Welfengartens seit Herbst abgesperrt sind. Die Bauzäune werden regelmäßig von Passanten beiseitegeschoben, manchmal auch regelrecht demoliert. Da etliche Bürger sich mit Fragen und Beschwerden an die Uni sowie an Politiker aus dem Bezirksrat Nord gewandt haben, bietet das Staatliche Baumanagement im Juni eine Infoveranstaltung an.

Park soll heller werden

Info

Leibniz-Uni und Staatliches Baumanagement laden am Dienstag, 20. Juni, um 17 Uhr zu einem Rundgang über die Baustelle. Treffpunkt ist die Gartenterrasse des Welfenschlosses. Uni-Präsident Volker Epping begleitet die Gruppe.

Die Kritikpunkte von Nutzern der Parkanlage sind vielfältig. Jogger beklagen, dass die Hauptwege im Welfengarten asphaltiert werden. Andere monieren, dass die Planer die Trampelpfade, die sich im Lauf der Jahre gebildet hatten, bei der Neugestaltung des Parks nicht aufgreifen. Und viele Spaziergänger stören sich an den großen Aufbauten aus Metall und Kunststoff, die plötzlich die große Wiese hinter dem Uni-Hauptgebäude unterteilen.

Bezirksbürgermeisterin Edeltraut Geschke hat einige Anrufe von beunruhigten Bürgern erhalten. „Manche Anwohner befürchten, dass ihnen ungefragt etwas hingesetzt wird und der Garten seinen Charme verliert. Die Sitzelemente auf der Wiese empfinden sie als störende Barriere.“ Die Bezirksbürgermeisterin selbst gibt sich optimistisch. Dass die Zugänge zum Park heller und übersichtlicher gestaltet werden, wertet sie als Pluspunkt. „Und auf den Podesten wird man picknicken können. Ich denke, dass es gut wird.“

Skulpturen und Leuchtelemente

Die Uni will den Park, der in ihrer Verantwortung steht, mit der Umgestaltung stärker als Teil der Herrenhäuser Gärten sichtbar machen. Die Freunde der Herrenhäuser Gärten hatten dafür einen Wettbewerb finanziert, den das renommierte Landschaftsarchitekturbüro Kamel Louafi gewann. Die Podeste auf der Wiese sollen die Umrisse einer alten Graft andeuten.

„Auf den ersten Blick wirken sie vielleicht gewichtig. Wir hoffen, dass sich die Wahrnehmung ändert, wenn die Anwohner die kompletten Skulpturen sehen“, sagt Horst Bauer, Baudezernent der Uni. Passanten ziehen die Qualität des Materials auf den Podesten in Zweifel. Bauer weist das zurück. „Es ist robust und bewährt.“ Die Freunde der Herrenhäuser Gärten finanzieren auch Leuchtelemente. Eine Lichtprobe provozierte kürzlich ebenfalls Protest. „Wir lassen das auf gar keinen Fall jede Nacht brennen, sondern nur zu besonderen Anlässen“, beteuert Bauer.

Fremdes im Garten

Zugegeben, die Baustelle im Welfengarten ist noch nicht abgeschlossen. Deshalb lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen, wie der beliebte Stadtteilpark am Ende aussehen wird. Und ja, meist neigen wir Nordstädter (wie der Rest der Menschheit) zu einem enorm konservativen Beharrungsvermögen, wenn die vertraute und leidlich bewährte Umgebung sich plötzlich verändert.

Dennoch sind Zweifel berechtigt. Bisher wirken die großen neuen Podeste wie Fremdkörper, die weder an das barocke Herrenhausen erinnern noch einladend sind. Haben da Gartenplaner nur eine selbstverliebte akademische Idee verfolgt? Allerdings war auch vorher nicht alles gut im Welfengarten. Nicht nur die Trampelpfade, die Studenten und Anwohner in die Wiesen gefräst haben, standen bei Regen unter Wasser. Auch die angelegten Wege verwandelten sich bei schlechtem Wetter schnell in Matsch. Wiesen, Bäume und Randzonen waren stärker verwildert als im deutlich größeren Georgengarten, in dem die Stadt die Regie führt.

Ob der neue Welfengarten am Ende Nachbarn, Studenten und Profs gefällt, muss sich noch erweisen.

Ein Kommentar von Bärbel Hilbig

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