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Ost 1.218 mögliche Spender für Hannah
Hannover Aus den Stadtteilen Ost 1.218 mögliche Spender für Hannah
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00:15 29.06.2013
Corinna und Christian Weller, Hannahs Eltern, empfinden große Dankbarkeit für die hohe Spendenbereitschaft. Quelle: Gaßmann
Hannover

Vera Gauert will helfen. Darum ist sie am Sonnabend in die Grundschule Groß-Buchholzer Kirchweg gekommen. Die 40-Jährige lässt sich Blut abnehmen und darauf testen, ob sie als Stammzellspenderin für die leukämiekranke Hannah aus Groß-Buchhholz in Frage kommt. Das Schicksal der Vierjährigen bewegt die Menschen nicht nur - es bewegt sie auch, selbst etwas zu tun. Insgesamt 1.218 Menschen haben sich am Sonnabend bei der Typisierungsaktion für Hannah eingefunden. Die Warteschlange reicht von der Grundschule bis zur Straße. Der Andrang hat Corinna und Christian Weller, die Eltern des kranken Mädchens, überwältigt: Sie hatten mit etwa 500 möglichen Stammzellspendern gerechnet, die sich typisieren lassen wollen.

Vera Gauert nimmt mehr als eine halbe Stunde Wartezeit in Kauf. Kaum ist sie im Vorraum der improvisierten Blutspendestelle angekommen, muss sie Fragen zu ihrer Gesundheit beantworten. Catharina von Kersten, eine freiwillige Helferin, erfasst die Daten. Einen Raum weiter wird dann das Blut abgenommen. Bei der Typisierung geht es darum, jemanden zu finden, dessen genetische Merkmale derart mit denen Hannahs übereinstimmen, dass er als Stammzellspender für sie in Frage kommt. Das Mädchen ist so schwer an Leukämie erkrankt, dass sein Leben nur durch eine Stammzelltransplantation gerettet werden kann.

Nach einer Stunde haben 250 Menschen Blut gespendet

Hannah selbst kann am Sonnabend all die Hilfsbereitschaft nicht erleben, sie ist im Krankenhaus. Beginn der Aktion ist um 11 Uhr, und schon nach einer Stunde haben 250 Menschen ihr Blut gespendet. „Ich hatte Angst, dass wir so viel vorbereitet haben und dann doch nicht so viele kommen, wie erwartet“, sagt Hannahs Mutter Corinna Weller. „Jetzt muss man aber Sorge haben, dass der Kuchen nicht für alle reicht“, meint sie lächelnd. Die Familie, die bereits im Vorfeld der Aktion zahlreiche Geldspenden erhalten hat, bekommt in der Grundschule weitere Spenden. Der Kindergarten In den Sieben Brücken etwa hat bei einem Lauf um den Maschsee mitgemacht und rund 500 Euro erlaufen. Das gespendete Geld ist nötig, um die Typisierungsaktion zu finanzieren. Jede Blutuntersuchung kostet 50 Euro. Insgesamt sei mittlerweile eine Spendensumme von rund 15.000 Euro zusammen, sagt Christian Weller dankbar.

Mehr als 100 Freunde, Bekannte, Nachbarn und Arbeitskollegen unterstützen Familie Weller vor Ort. Die Kollegen verkaufen Kuchen und Getränke, Freunde bieten einen Flohmarkt an, und Hannahs Kindergarten organisiert Bastel- und Schminkaktionen für Kinder. Einige übernehmen die EDV-Erfassung und tragen die Daten der Spender in den Computer ein. Andere nehmen sogar Blut ab. Dafür haben sie zuvor vom Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellspender-Register (NKR) der Medizinischen Hochschule Hannover eine Einführung erhalten.

Bis zu sechs Wochen dauert die Analyse

Auch die Helfer können sich typisieren lassen. Elisabeth Grosser etwa ist eine Bekannte von Corinna und Christian Weller. Sie hat sowohl beim Blutabnehmen geholfen als auch selbst ihr Blut gespendet. Dazu ist die 24-Jährige eigens aus Celle angereist. „Es ist eine tolle Aktion. Ich bin froh, die Familie mit meiner Spende unterstützen zu können“, sagt sie. Die potenziellen Spender müssen Wartezeiten bis zu 40 Minuten hinnehmen. Corinna Kamp aber ist das egal. „Das ist das Ganze wert. Man tut damit ja etwas Gutes“, sagt sie. Die 25-Jährige arbeitet in der Kindertagesstätte Kapellenbrink, eine Freundin von Hannah geht in diesen Kindergarten. So hatte die Erzieherin von der Typisierungsaktion erfahren.

Nach der Registrierung der Werte beim NKR wird nun jede Blutprobe auf Gewebemerkmale untersucht. Eine Übereinstimmung dieser Merkmale ist entscheidend für die Übertragung von Stammzellen zwischen Spender und Patient. Hannah und ihren Eltern bleibt jetzt nichts anderes übrig als abzuwarten. Bis zu sechs Wochen kann die Analyse dauern. „Hoffentlich hat sich dann jemand gefunden“, wünschen sich die Wellers.

Verena Gaßmann

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