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Ost Aus Respekt vor der Geschichte
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15:54 26.04.2010
Margaret Jacobs und Geschichtslehrer Raphael Heinrich diskutieren in der Aula der Sophienschule. Quelle: Eichler

Besuch aus „Down Under“ hatte jetzt die Sophienschule im Zooviertel: Zu Gast waren die Australierin Margaret Jacobs und ihre Freundin Julie Rolfe. Für Jacobs war es eine Reise in die Vergangenheit. Ihre 1982 gestorbene Mutter Anne Jacobs war als Jüdin im Zooviertel aufgewachsen und vor mehr als 70 Jahren von Hannover ins australische Melbourne ausgewandert. In der Aula des Gymnasiums sprach Jacobs mit Schülern des 13. Jahrgangs aus dem Schwerpunktkurs Geschichte über Emigration, Fremdenhass und die Erfahrungen ihrer Mutter in der Sophienschule.

Anne Jacobs hatte Mitte der sechziger Jahre ihre Erinnerungen an das Deutschland der Nazi-Zeit in dem Buch „Alien Roots“ verarbeitet. Darin nimmt die Sophienschule einen prominenten Platz ein – sie ist Dreh- und Angelpunkt vieler Kindheits- und Jugenderlebnisse im Zooviertel Hannovers.

1918 in Berlin geboren, verbrachte Anne Jacobs später in Hannover viele unbeschwerte Tage. Zusammen mit ihren Freundinnen machte sie in der Mädchenbande „Eilenschreck“ die damals noch weitgehend „wilde“ Eilenriede unsicher. Sie liebte es, durch den Stadtwald zu streifen oder auf den Straßen des Zooviertels zu spielen.

Im Jahr 1938 entschlossen sich ihre Eltern auszuwandern, weil die jüdischen Wurzeln der Familie lebensbedrohlich geworden waren. Für die junge Frau, die an der Sophienschule zahlreiche Freunde hatte und sehr an ihrer Heimat hing, war das ein großer Schock. Weil Juden zu dieser Zeit an der Sophienschule noch nicht so viele Repressalien wie anderswo erdulden mussten, habe ihre Mutter viele Härten nicht erlebt, sagte Margaret Jacobs.

Nach langen Bemühungen fand Tochter Margaret vor vier Jahren einen Verlag, der die Geschichte ihrer Mutter postum veröffentlicht. 2009 nahm sie Kontakt mit der Sophienschule auf. „Eigentlich habe ich nicht recht daran geglaubt, dass das Buch meiner Mutter in der Schule auf Interesse stößt“, sagte Jacobs. Aus ihrer Heimat Australien sei sie gewöhnt, dass das Thema „Nationalsozialismus“ nur wenige Menschen zum Lesen eines Buches motiviert. Umso mehr habe sie sich über die Reaktion der Sophienschule gefreut: Schon bald nach der Kontaktaufnahme wurde ein Termin vereinbart und Jacobs in die Sophienschule eingeladen.

Dort stand unter anderem eine Schülerpräsentation auf dem Programm, die die Abiturienten anhand der Lektüre von „Alien Roots“ und eigener historischer Recherchen vorbereitet hatten. Außerdem wurde Jacobs durch das Elternhaus ihrer Mutter geführt, das in direkter Nachbarschaft zur Sophienschule liegt. Obwohl sie das Haus schon 1994 einmal gesehen hatte, freute sie sich über die Besichtigung. Zum ersten Mal konnte sie den Keller betreten, von dem ihre Mutter oft erzählt hatte. Möglich wurde das durch einen Schüler der Sophienschule, der heute in dem Haus wohnt. „Das war ein tolles Erlebnis für mich“, sagte Jacobs. In dem Keller des Hauses hatte eine Waschfrau oft für ihre Mutter Anne gesungen – eine Erinnerung an der sie bis zu ihrem Tod hing.

Für Margaret Jacobs war der Besuch der Landeshauptstadt und der Sophienschule ein einzigartiges Erlebnis. „Es ist schön, dass in Hannover die Vergangenheit so sehr respektiert wird“, sagte sie mit Blick auf die historischen Bauten des Zooviertels und das Engagement der Sophienschule.

Hagen Eichler

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