Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Ost Bauen und Wohnen für alle
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Bauen und Wohnen für alle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:15 16.04.2014
Die Genossenschaft gestern und heute: Mit einem Umzug feierten die Kleefelderin den zwanziger Jahren Richtfestin der Berckhusenstraße. Quelle: Archiv
Hannover

Eine Kammer, in der gerade Platz war für das Allernötigste, zum Waschen eine Schüssel und der Abtritt draußen im Hof - das war in etwa der Wohnstandard, mit dem auch in Kleefeld gegen Ende des 19. Jahrhunderts viele Arbeiter und Handwerker auskommen mussten. In dem noch recht ländlich geprägten Stadtteil waren damals um Dohmeyers Weg herum erst wenige Straßen bebaut, und vor allem Familien fanden dort kaum geeigneten Wohnraum. Angesichts dieser Notlage rief der Schuhmacher Heinrich Schaper 1894 zur Gründung einer Genossenschaft auf. Daraus wurde schließlich die Wohnungsgenossenschaft Kleefeld-Buchholz, die nun seit 120 Jahren besteht.

Der Saal des Gasthauses „Weißer Schwan“ war im März 1894 überfüllt. Aufmerksam lauschte die Menge Schuhmacher Schaper, der eine Lösung für die dringende Wohnungsfrage verhieß. Mit Schaper als Vorsitzendem wurde schließlich die Kleefelder Baugenossenschaft aus der Taufe gehoben, die schnell mehr als 300 Mitglieder fand. Durch beharrliches Verhandeln mit Privatbesitzern und dank günstiger Zinsen gelang es, in Kleefeld mehrere Grundstücke zu erwerben. Schon im Oktober 1895 konnten neun Mieter in die Tieckstraße 13 einziehen - in das erste Haus der jungen Genossenschaft, das damit als deren „Keimzelle“ gelten kann.

Bis zum Ersten Weltkrieg wurde in der näheren Umgebung weiter tüchtig gebaut. Nach 1920 erlebte die Kleefelder Baugenossenschaft dann geradezu einen Boom. An weiten Teilen der Berckhusenstraße und etlichen neuen Nebenstraßen errichtete sie innerhalb eines Jahrzehnts 108 Häuser mit 835 Wohnungen, die schon damals ein Badezimmer hatten. „Licht, Luft und Sonne“ lautete zu der Zeit das Motto für modernes Bauen, und so entstanden innerhalb der Häuserblöcke weitläufige grüne Innenhöfe. 1927 wurde außerdem der Schaperplatz angelegt, der an den Gründer der Genossenschaft erinnert.

Auf ähnliche Weise war seit 1905 der Bau- und Sparverein Hannover-Buchholz aktiv. Den Beschäftigten von Großbetrieben wie Günther Wagner, der Grammophon oder der Zigarettenfabrik Reemtsma konnte er im Umfeld der Podbielskistraße zunehmend günstigen Wohnraum bieten. Durch eine Verfügung der nationalsozialistischen Regierung mussten beide Baugenossenschaften 1943 miteinander fusionieren und bilden seitdem die Wohnungsgenossenschaft Kleefeld-Buchholz. Immer mehr Mitgliedern half sie nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Wohnungsnot und dehnte ihr Gebiet in weitere Stadtteile und bis nach Langenhagen aus.

Als Anlaufstelle errichtete die Wohnungsgenossenschaft Kleefeld-Buchholz 1956 ihr Domizil in der Berckhusenstraße 16, wo sie bis heute ihren Sitz hat. Zum Bestand gehören mittlerweile mehr als 4100 Wohnungen. Als neuestes Projekt entsteht gerade das Wohngebiet „SüdSüdWest“ am Mittellandkanal in Misburg-Nord mit 77 Wohneinheiten, die ersten davon sollen im kommenden Sommer fertig sein. Die älteren Bauten der Genossenschaft wurden in den vergangenen Jahren in großem Umfang saniert, insbesondere um Energiekosten zu sparen. Die Häuserfassaden an der Kleefelder Berckhusenstraße erhielten zudem einen farbigen Anstrich, zu den Höfen hin wurden Balkone angebaut.

„Ein aktuelles Thema ist der demografische Wandel, durch den wir immer mehr ältere Mieter haben“, berichtet der Vorstandsvorsitzende Christian Petersohn. In vielen Gebäuden werden daher derzeit Fahrstühle installiert, auf Wunsch berät die Genossenschaft auch über den altersgerechten Umbau der Wohnung. Ansonsten ist täglich ein Team aus vier Mitarbeitern unterwegs, das sich um den Bestand kümmert. Technische Probleme und andere Mängel sollen so schnell wie möglich behoben werden. Und bei Bewohnern, die etwas einsam sind, bleibt auch oft noch Zeit für einen Plausch.

Der Heimatbund und der Verband der Hermann-Löns-Kreise möchten zur Erinnerung an den Schriftsteller eine Stele im Hermann-Löns-Park aufstellen. Doch zunächst prüft ein städtischer Beirat noch, mit welchen Motiven die Nazis den Kleefelder Park nach Löns benannt hatten.

25.04.2014

Ein neu gegründeter Verein möchte die Kapelle auf dem Gelände des Oststadtkrankenhauses dauerhaft erhalten - auch wenn dort das geplante Wohngebiet entsteht. Für Sanierungs und Umbauarbeiten muss aber zunächst das Geld beschafft werden.

25.04.2014
Ost Groß-Buchholz - Genuss mit Musik und Menü

Der ehemalige Ingenieur Hans-Dieter Stenzel ist leidenschaftlicher Klassik-Fan. Im Restaurant "Gallo Nero" organisiert er regelmäßig die Veranstaltungsreihe "Dinner & Classic" mit Konzerten junger Künstler zum Drei-Gang-Menü.

Stefanie Kaune 16.04.2014