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Ost In Bothfeld-Vahrenheide gibt es die meisten Einbrüche
Hannover Aus den Stadtteilen Ost In Bothfeld-Vahrenheide gibt es die meisten Einbrüche
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00:17 29.03.2018
Der jüngst veröffentlichten Kriminalstatistik der Polizei zufolge wurde im vergangenen Jahr in keinem Stadtbezirk sp häufig eingebrochen, wie in Bothfeld-Vahrenheide. Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg (SPD)  hält diese Darstellung für zu ungenau.  Quelle: dpa
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Bothfeld-Vahrenheide

Die Polizeidirektion Hannover hat in der vergangenen Woche nicht weniger als ein neues Kapitel in der Präsentation der Straftaten im Stadtgebiet aufgeschlagen. Zum ersten Mal veröffentlichte die Behörde die Zahl der Einbrüche heruntergebrochen auf die einzelnen Stadtbezirke. Künftig soll auch die Zahl der aktuellen Einbruchsstraftaten pro Stadtbezirk wöchentlich aktualisiert auf der Internetseite der Behörde zu finden sein. Doch gegen diese Art der Darstellung regt sich jetzt Protest. „Ich hätte erwartet, dass die Behörde die Zahl der Straftaten ins Verhältnis zu den jeweiligen Einwohnerzahlen setzt – das wäre ja wohl das Mindeste gewesen“, sagt Harry Grunenberg (SPD), Bezirksbürgermeister in Bothfeld-Vahrenheide.

Denn Hannovers nord-östlicher Stadtbezirk schneidet in der von der Polizei veröffentlichten Erhebung schlecht ab. Mit 199 Taten liegt Bothfeld-Vahrenheide deutlich an der Spitze vor Buchholz-Kleefeld mit 180 und Misburg-Anderten mit 153 Taten. Bezirksbürgermeister Grunenberg fordert von der Polizei eine differenzierte Darstellung. „Zur ganzen Wahrheit gehört, dass wir mit rund 51 000 Einwohnern der zweitgrößte Stadtbezirk sind“, sagt der Politiker. Darüber hinaus habe der Bezirk im Vergleich etwa zur List oder der Südstadt deutlich mehr Reihen- oder freistehende Einfamilienhäuser. „Zudem sind wir, anders als andere Stadtteile, umgeben von zwei wichtigen Autobahnen, der A 2 und der A 7, so dass die Täter bei ihrer Flucht leichtes Spiel haben“, sagt Grunenberg. All diese Faktoren sollten nach Ansicht des Bezirksbürgermeisters unbedingt der Kriminalitätsstatistik für die Stadtbezirke an die Seite gestellt werden, um überhaupt etwas mit den Daten anfangen zu können. „Ich bin ganz entschieden dafür, diese Zahlen zu veröffentlichen und Schwachpunkte zu benennen, aber so, wie das jetzt geschehen ist, geht es nicht“, sagt Grunenberg.

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CDU: Polizeistation soll länger öffnen

Er werde in den nächsten Tagen das Gespräch mit den verantwortlichen Polizeidienststellen suchen. Auch werde er das Problem beim nächsten Treffen aller Bezirksbürgermeister ansprechen. „Ich könnte mir vorstellen, dass der eine oder andere Kollege ähnliche Schwierigkeiten mit der jetzigen Form der Darstellung der Kriminalstatistik hat, wie ich“, sagt Grunenberg.

Unterdessen fordert die CDU-Ratsfraktion mehr Polizeipräsenz sowie eine dauerhaft besetzte Wache in den beiden Stadtteilen. Die Polizeistation im Tempelhofweg schließt um 18 Uhr. Bei späteren Einsätzen müssen die Einsatzkräfte aus dem Revier in Lahe anrücken. Sonnstags ist die Station gar nicht besetzt. Die CDU wiederholte ihre Forderung, nachdem zuletzt eine Jugendbande entlang der Stadtbahnlinie mit Überfällen für Schlagzeilen sorgte. Der Bezirksrat hatte schon im Juni beschlossen, dass die Polizeistelle dauerhaft besetzt werden soll. 

Hier finden Sie die aktuellen Einbruchszahlen.

Von Tobias Morchner

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