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Ost Bezirksrat streitet über mehr Graffiti im Bezirk
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Bezirksrat streitet über mehr Graffiti im Bezirk
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00:27 23.03.2018
Hannover, 06.10.2016, Hamburger Allee: Graffiti von den portugiesischen Streetart-Künstlern Pariz-One und MrDheoan an der Fassade eines Wohnhauses von Gundlach. Foto: Philipp von Ditfurth Quelle: Philipp Von Ditfurth
Buchholz-Kleefeld

Bezirksräten geht gemeinhin der Ruf nach, sie kümmerten sich nur um Ampeln und Bebauungspläne. Abgesehen davon, dass der Stadtteilbewohner auch in diesen scheinbar nebensächlichen Dingen gut vertreten sein möchte, tut man den Freizeitpolitikern mit dieser Nachrede Unrecht. Den Gegenbeweis kann man aktuell in Buchholz-Kleefeld verfolgen. Dort schlägt das Herz der Bezirksratsmitglieder ganz heftig für die Graffiti-Szene. Zumindest das Herz der Grünen, unterstützt von SPD und FDP. Bereits zum zweiten Mal wurde die Verwaltung jetzt von den drei Parteien aufgefordert, Flächen für die Graffiti-Kunst zur Verfügung zu stellen, vorzugsweise die Wände von öffentlichen Gebäuden. Das Ganze könne man ja als Jugendprojekt organisieren.

Nach Ansicht von Grünen-Fraktionschef Dierk Schneider spricht viel für dieses Vorgehen. Erstens seien Graffiti längst eine anerkannte künstlerische Freizeitgestaltung von Jugendlichen. Zweitens könne man davon ausgehen, dass die Qualität dieser Kunst noch gesteigert werde, wenn sie aus dem Schatten der Illegalität trete. Und nicht zuletzt: Legale Graffiti-Angebote mindern illegale Aktionen, über die sich viele ärgern, vornehmlich jene, an deren Gartenzaun sich Spray-Künstler heimlich verewigt haben. 

CDU und Linke haben viele Gegenargumente

Die CDU bezweifelt dies und wünschte sich kriminologische Studien, die dies belegten. Müsse nicht umgekehrt befürchtet werden, dass sich Sprayer ermuntert fühlen, weiterhin illegal mit Schmierereien aktiv zu sein, frage Kathrin Charlotte Tonke. CDU-Mann Arne Borstelmann forderte spöttisch die Kollegen der SPD und der Grünen auf, doch ihre eigenen privaten Hauswände für Graffiti freizugeben. Fraktionschef Maximilian Oppelt sprach bereits in der Februar-Sitzung von einem seltsamen Signal. Schließlich sei das Bemalen und Verunstalten von Hausfassaden oder Bahnen kein dummer Jungenstreich, sondern eine Straftat. Der Linke Karsten Plotzki sagte, einen derart „populistischen Antrag“ wolle er nicht unterstützen. Er wundere sich außerdem, wie Grüne dazu kämen, Sprayer zu unterstützen, die Treibhausgase in die Luft sprühen. 

Die Debatte, ob es mehr Orte in Hannover geben sollte, wo Graffiti gestattet sind, ist nicht neu. Das städtische Büro für Junge Kultur hat die Street-Art-Szene in Hannover aufgefordert, ihre Wünsche zu formulieren. Immobilienunternehmen wie Gundlach oder Hanova sind selbst aktiv geworden und stellten bereits in den vergangenen Jahren Fassaden zum Besprühen zur Verfügung; allerdings wurden vornehmlich international renommierte Künstler beauftragt. 

Von Gabi Stief

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