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Ost Clownswohnung im Roderbruch zieht Kinder an
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Clownswohnung im Roderbruch zieht Kinder an
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12:00 21.10.2018
Clown Fussel in der Manege der Clownswohnung Quelle: Lisa Neugebauer
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Buchholz-Kleefeld

Drei Zimmer, Küche, Bad. Soweit ist die Erdgeschosswohnung an der Nußriede 4c, einem gerade eröffneten Flüchtlingsheim, völlig normal – wären da nicht 50 Kinder, die sich in den Räumen tummeln, sich durch Türspalte schieben und laut lachend applaudieren. Denn in die Wohnung in Buchholz-Kleefeld sind zwei ungewöhnliche Bewohner eingezogen, die Kinder aus der ganzen Nachbarschaft anlocken: Clown Fidolo und Clown Fussel.

Clownswohnung heißt das Projekt des Vereins Kulturtreff Roderbruch. Es ist vor einem Jahr aus dem Osterfelddamm in die neu gebaute Flüchtlingsunterkunft gezogen. Bisher waren die Wohnungen noch leer, im Oktober ziehen nun die ersten Bewohner ein. Bezirksbürgermeister Henning Hofmann hat sich während der Entstehung der Unterkunft dafür eingesetzt, dass eine der Einheiten zur Clownswohnung wird. „Die Kombination von Wohnprojekt und sozialem Projekt ist einmalig“, sagt er. „Die Kinder aus dem Quartier haben damit ein ganz tolles Angebot.“

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In der neuen Flüchtlingsunterkunft in Buchholz-Kleefeld ist auch das Projekt „Clownswohnung“ eingezogen. Kinder können sich hier auf engstem Raum kreativ ausleben.

Finanziert durch Stiftung

An mehr als 50 Tagen im Jahr steht die Haustür für Kinder offen, die in der Wohnung spielen können. Die Finanzierung übernimmt hauptsächlich die Bürgerstiftung Hannover. Das Konzept: Zwei Clowns und ihre Helfer animieren die jungen Besucher, sich kreativ auszuleben. Theaterspielen und Zirkusclown-Training stehen genauso auf dem Plan wie Waffeln backen und Lieder singen.

Die kleinen Zimmer der Wohnung sind unterschiedlich gestaltet: Clown Fussel hat im ersten Zimmer gerade Vorstellung. In der kleinen Zirkusmanege führt gerade ein Mädchen einen Sketch auf, während etwa 30 weitere Kinder lachend auf den Zuschauerplätzen sitzen. Nebenan ist das Schwarzlichttheater. In völliger Dunkelheit jonglieren zwei Jungs mit leuchtenden Ringen und werden dabei von Clown Fidolo angeleitet. Im dritten Zimmer übt eine Gruppe Kinder in bunten Kostümen ein Theaterstück ein.

Projekt bringt Kinder zusammen

Anne Schneider hat das Konzept Clownswohnung zusammen mit ihrem Mann Clown Fidolo, der mit bürgerlichem Namen Horst Schneider heißt, vor zwölf Jahren entwickelt. Hier in Roderbruch, wo Kinder vieler Nationalitäten aufeinander treffen, hat sie gute Erfahrungen gemacht. „Die Kinder sind völlig verändert, wenn sie bei uns in der Wohnung sind. Es gibt keine Rangeleien, alle konzentrieren sich auf das, was sie mit Kreativität und viel Selbstwirksamkeit schaffen“, sagt die Sozialpädagogin.

Für die Erwachsenen ist die Wohnung eine Möglichkeit, in Kontakt zu kommen. Anne Schneider sagt: „Wenn die Mütter ihre Kinder abholen, begegnen sie sich auf engstem Raum. Dann schauen sie gemeinsam auf das, was ihre Kinder machen und es entsteht ein Verständnis über diese Nähe.“

Die Clowswohnung öffnet am 24. Oktober sowie am 1. November wieder ihre Türen. Weitere Termine gibt es online unter www.kulturtreff-roderbruch.de/clownswohnung.

Vormittags können angemeldete Kindergartengruppen und Grundschulklassen in Clown Fidolos Wohnung kommen. Gruppen müssen sich vorher im Kulturtreff-Büro unter der Telefonnummer 5 49 81 80 anmelden. Die interaktive Führung kostet 4 Euro, mit dem Hannover-Aktivpass ist der Eintritt frei.

Nachmittags von16 bis 18 Uhr können Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren zum Spielen in die Wohnung kommen. Der Eintritt ist frei.

Auch Anne Schneider findet die Lage der Clownswohnung großartig. Sie sei sehr zentral zu anderen Flüchtlingsheimen und nah genug am alten Standort. „So kommen die Kinder, die das Projekt schon lange kennen, und auch neue Besucher“, sagt sie. Sogar spontan halten Kinder an der Wohnung an, wenn sie in die Fenster im Erdgeschoss blicken. Denn meistens winkt von drinnen ein Clown.

Von Lisa Neugebauer

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