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Ost Bürger siegen gegen Region
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Bürger siegen gegen Region
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21:09 09.07.2012
Von Conrad von Meding
Zu laut: Der Abrisslärm ist per Eilbeschluss verboten. Quelle: Nico Herzog
Hannover

Die Region hat am Montag eine schwere Schlappe vor dem Verwaltungsgericht einstecken müssen. Anlieger sprechen von einer „Ohrfeige“ für die Verwaltung, die sie nicht genug vor Baulärm in der Nachbarschaft geschützt habe. Regionsdezernent Axel Priebs räumte am Abend ein, seine Fachleute hätten die „Interpretation der Zumutbarkeit eher im Sinne des Unternehmens ausgelegt“. Die Verwaltung werde die Entscheidung des Gerichts nun aber respektieren: „Noch am Dienstag wird eine Verfügung an das Unternehmen verfasst, dass die Vorgaben des Gerichts einzuhalten sind.“

Es geht um den Weltkriegsbunker im Zooviertel, der seit Monaten abgerissen wird. Das Unternehmen Hochtief will dort ein Wohnhaus bauen. Weil eine Sprengung des Betonkolosses mitten im Wohngebiet nicht infrage kam, hatte Hochtief zunächst mit minimalinvasiven Lockerungssprengungen von innen gearbeitet. Das Rumsen duldeten die Nachbarn, auch das laute Zerkleinern und Abtransportieren des Betonschutts. Seit einigen Wochen aber wird an der besonders festen Zerschellplatte gearbeitet, „von morgens um 7.15 Uhr bis abends um 18.45 Uhr“, wie Kläger Ludwig Meyer schimpft. Er wohnt im angrenzenden Appartmenthaus direkt über der Baustelle.

Meyer hatte die Region um Unterstützung gebeten, weil er den Verdacht hatte, dass die gesetzlich vorgegebenen Lärmwerte bei Weitem überschritten werden. Doch die Behörde hatte mehr Verständnis für das Bedürfnis der Firma, den Bunker abzutragen, als für die lästigen Sorgen der Nachbarn. Man teilte den Anwohnern mit, dass zwar Grenzwerte überschritten würden, dies sei aber hinzunehmen. Im Übrigen sei die Gesundheit der Anlieger nicht gefährdet.

Die Vierte Kammer des Verwaltungsgerichts kommt in der Eilentscheidung zu einem klaren Ergebnis. 55 dB(A) Schalldruck dürfen laut Baulärmverordnung maximal in der Wohnung des Klägers ankommen, ab 60 dB(A) müsse die Behörde definitiv einschreiten, schreibt das Gericht. Da aber ein Lärmgutachten, das Meyer hat erstellen lassen, einen Tagesmittelwert von 78,9 dB(A) in der Wohnung und Spitzenwerte über 104 dB(A) ergeben habe, sei die Region „verpflichtet, den Antragsgegner von einer Belastung von mehr als 60 dB(A) zu verschonen und dies durch eigene Messungen sicherzustellen“.

Spätestens ab Mittwochabend muss es ruhiger sein in Meyers Wohnung, bis zum Monatsende müssen Behördenmessungen vorgenommen sein. Hochtief wollte den Vorgang am Montag nicht kommentieren. Dort heißt es, in etwa fünf Tagen hätte der Lärm ohnehin ein Ende gehabt. Wenn nun zu Beispiel nur noch eine Stunde pro Tag gearbeitet werden dürfe, werde der Abbruch entsprechend länger dauern. Die Nachbarn treffen sich am Dienstag um 17 Uhr in der Friedenskirche, um über das Thema zu beraten.

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