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Ost Schulplanung: Bezirksrat folgt Elternwillen
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Schulplanung: Bezirksrat folgt Elternwillen
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15:00 15.05.2014
Umstrittener Standort: Die Maximilian-Kolbe-Schule.
Umstrittener Standort: Die Maximilian-Kolbe-Schule. Quelle: Marcel Schwarzenberger
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Groß-Buchholz

Ist es Familien zuzumuten, ihre Kinder in eine mehrere Kilometer entfernte Grundschule zu schicken? Das ist die zentrale Frage in der aktuellen Debatte um die für Sommer 2015 geplante neue Grundschule im Stadtbezirk Buchholz-Kleefeld. Der Bezirksrat hatte jüngst über den städtischen Plan zu entscheiden - und schlug sich auf die Seite einer Elterninitiative, die 400 Unterschriften gesammelt hat. Die neue Schule soll demnach zwar kommen, aber nicht im Gebäude der Maximilian-Kolbe-Schule an der Nackenberger Straße in Kleefeld. Eltern und Politiker plädieren dagegen für eine Lösung in Groß-Buchholz, also dort, wo die meisten der von der Neugründung profitierenden Familien wohnen. Nun ist die Verwaltung gefordert, sich Gedanken zu machen, ob sie diesen Wunsch umsetzen kann.

Geht es nach dem Bezirksrat, soll die Stadt den nötigen Platz in schon bestehenden Schulen in Groß-Buchholz bereitstellen. Angelpunkt der Überlegungen ist dabei die Albert-Liebmann-Sprachförderschule. Die sitzt im ehemaligen Gebäude der Grundschule In den Siebenstücken am Paracelsusweg - jene Grundschule, die wegen angeblich sinkender Schülerzahlen vor Jahren geschlossen wurde. Danach übernahm die Förderschule frei gewordene Trakte. Diese brauche sie noch einige Jahre, wie ein Regionssprecher auf Anfrage des Stadt-Anzeigers bestätigte.

Die Förderschüler, so die Überlegung des Bezirksrats, müssen schon jetzt weite Anfahrtswege quer durch die Stadt auf sich nehmen. Für die Erst- und Zweitklässler gibt es eigene Schulbusse, die anderen Kinder kommen selbständig oder werden von Eltern gebracht. „Ein Tausch mit der Maximilian-Kolbe-Schule würde für die Schüler keine besondere Härte bedeuten“, notierten die Bezirksratsfraktionen in ihrem frisch verabschiedeten Änderungsantrag. Ob das so stimmt, mochte Albert-Liebmann-Rektorin Antje Bordowski auf Nachfrage noch nicht bewerten. Es müssten sich erst Stadt und Region als Schulträger einigen, sagte sie. „Ich habe keinerlei Informationen über die Kolbe-Schule.“

Die Kolbe-Schule ist eine Förderschule in städtischer Trägerschaft, die im Zuge der Inklusion keine neuen Schüler mehr aufnimmt und geschlossen wird. Das Gebäude an der Nackenberger Straße in Kleefeld soll nach Vorstellungen der Stadtverwaltung die neue Grundschule aufnehmen. Für die Grundschüler aus Groß-Buchholz gäbe es mehrere Möglichkeiten, die Schule erreichen. Mit der Buslinie 123 wären es bis zu sechs Haltestellen und einige hundert Meter Fußweg. Ein solch langer Fußweg kommt für viele Eltern aber nicht Betracht. Es bliebe noch das „Elterntaxi“. „Das ist die gefährlichste Variante“, warnte Familienvater Klaus Ditterich aus Groß-Buchholz und verwies auf oft beklagte Zustände in den Morgenstunden, wenn sich Autos vor den Schuleingängen stauen, um dort ABC-Schützen aussteigen zu lassen. Andere Eltern beklagen, dass Kindergartenfreundschaften enden, weil die Familien künftig in unterschiedlichen Schulbezirken wohnen.

Die Schulverwaltung wolle im Juni mit der Region über die Liebmann-Sprachförderschule reden. Mehr sagte Fachbereichsleiterin Petra Martinsen dem Bezirksrat vorerst nicht zu. Mangels Alternativen müsse die Stadt den ursprünglichen Plan beibehalten, deutete sie an. Das konnte den Bezirksrat nicht zufriedenstellen. Friedrich-Wilhelm Busse (parteilos) kritisierte, dass die Stadt sich erst gut ein Jahr vor der Eröffnung Gedanken um einen neuen Schulstandort mache. „Langfristig wird man um einen Schulneubau nicht herumkommen“, sagte Maximilian Oppelt (CDU).

Marcel Schwarzenberger

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