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Ost Flüchtlinge bleiben länger in Containern
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Flüchtlinge bleiben länger in Containern
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00:15 01.12.2012
Von Margret Jans-Lottmann
Nun sollen die Flüchtlinge im Januar in ein früheres Seniorenwohnheim ziehen. Quelle: Philipp von Ditfurth
Lahe

„Wir stehen vor einer großen Herausforderung, weil immer mehr Menschen zu uns kommen, denen es nicht so gut geht“, sagte Chefplaner Michael Heesch dem Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide, dem er nun Rede und Antwort stehen sollte. In der gegenwärtigen Situation müssten die Flüchtlinge noch einige Wochen in Lahe bleiben. Im Januar sollten sie dann gemeinsam in ein früheres AWO-Seniorenwohnheim in Kirchrode umziehen, kündigte er an.

Der Rat hatte im April 2011 beschlossen, Flüchtlinge vorübergehend in der ehemaligen Unterkunft für drogenabhängige Obdachlose in der Alten Peiner Heerstraße unterzubringen. Damit setzte er sich über das Votum des Bezirksrates hinweg, der das Vorhaben abgelehnt hatte. Die Lokalpolitiker hielten die Unterbringung der Menschen in den alten Wohncontainern für menschenunwürdig, befürchteten aber auch eine „Gettobildung“ und eine Zunahme der Kriminalität. Denn nicht weit entfernt, in der Kirchhorster Straße, befindet sich eine Unterkunft für drogenabhängige Obdachlose, die bereits häufiger auffällig geworden waren. Der Leiter des Polizeikommissariats Lahe, Werner Zwick, gab auf Nachfrage des Stadt-Anzeigers jedoch Entwarnung: „Was damals befürchtet worden war, ist nicht eingetreten.“

Die Grünen hatten eine Anfrage an die Stadt gerichtet, in der sie nach den Gründen für eine längere Nutzung der Wohncontainer fragten. Heesch nannte dafür zwei Gründe: Die Verwaltung habe unerwartet das Angebot erhalten, ein ehemaliges AWO-Altenheim in Kirchrode ab Januar vorübergehend nutzen zu können. Dort sollen dann auch die Flüchtlinge aus Lahe einquartiert werden. Man habe die Menschen nicht für einige Wochen auf andere Quartiere aufteilen und damit aus ihrem sozialen Zusammenhang reißen wollen, sagte Heesch.

Zudem wollte der Planer - auf hartnäckiges Nachfragen der Grünen - nicht ausschließen, dass die Stadt die Unterkunft in Lahe noch länger benötigt. Er könne dies nicht hundertprozentig ausschließen. „Wenn die Not am größten ist, weiß ich nicht, was ich tue“, betonte Heesch.

In den vergangenen eineinhalb Jahren war die Zahl der Asylsuchenden vor allem aus Irak, Iran, Afghanistan, Syrien und dem Sudan, aber auch vom Balkan von 230 auf 690 unerwartet stark gestiegen. Solche Spitzen seien nicht vorhersehbar gewesen, sagte Heesch. Und es werden noch mehr Flüchtlinge kommen: Bis Jahresende muss die Stadt weitere 40 bis 60 Menschen unterbringen. „Und für das nächste Jahr erwarten wird eine noch höhere Quote“, prognostizierte er. Die Stadt sei deshalb permanent auf der Suche nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten - in Wohnungen, ganzen Häusern und in Gemeinschaftsunterkünften. „Es kann sein, dass wir sogar Zelte aufstellen müssen“, sagte Heesch. Schon deshalb werde die Stadt die Container nicht im Winter abreißen.

Christopher Steiner von den Grünen warf der Stadt vor, sich nicht rechtzeitig um alternative Unterbringungsmöglichkeiten gekümmert zu haben. Immerhin habe man schon 2011 vom „Arabischen Frühling“ gewusst. Zudem kritisierte er die Stadt, weil diese den Bezirksrat über die längere Nutzung der Wohncontainer nicht informiert habe. Grünen-Fraktionschefin Imke Knoll bemängelte zudem, dass die Container in Lahe als Unterkunft ungeeignet seien. Sie seien im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt.

Michael Heesch widersprach: „Wir werden dem Ratsbeschluss folgen und die Einrichtung schließen.“ Die Container seien sehr wohl wintertauglich, und eine Unterbringung der Menschen in einem festen Gebäude allemal besser, als für sie Zelte auf der grünen Wiese aufzustellen. Die Stadt müsse die Menschen unterbringen, dazu sei sie schon aus Gründen der Gefahrenabwehr verpflichtet.

SPD und CDU äußerten Verständnis für die Situation der Stadt. SPD-Fraktionschef Florian Spiegelhauer betonte aber auch, dass die Containeranlage in Lahe „nicht der Standort ist, den wir uns wünschen“. CDU-Fraktionschef Felix Blaschzyk wunderte sich dagegen über die „kleinlichen Fragen“ der Grünen.

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