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Ost Seit acht Jahren gibt es keine Mönche mehr im Kloster
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Seit acht Jahren gibt es keine Mönche mehr im Kloster
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02:16 17.06.2018
Vor acht Jahren haben die Franziskanermönche das St. Antonius-Kloster in Kleefeld verlassen. Quelle: HAZ
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Kleefeld

Kloster? Das war einmal. Genau acht Jahre ist es her, dass die Franziskaner Kleefeld verließen. Ohne großes Aufsehen, ohne lautes Abschiedsfest zogen die verbliebenen fünf Ordensbrüder gen Süden. Grund der Schließung? Es fehlte der Nachwuchs. 15 Mönchszimmer standen im Haus leer.

Das war mal anders. Am nächsten Wochenende erinnert die St.-Antonius-Gemeinde in der Kirchröder Straße 12a mit einem kleinen Fest an die Gründung von Kloster und Kirche vor 90 Jahren.

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Damals wurde es eng in den Kirchen. Die Bevölkerung von Hannover wuchs rasant und Seelsorge war noch gefragt. 1926 beschlossen die Franziskaner die Gründung einer Niederlassung in Kleefeld. 1927 wurde auf dem Grundstück des ehemaligen Botanischen Gartens der Grundstein für die Pfarrei St. Antonius gelegt; die Kirchweihe fand ein Jahr später statt. Im gleichen Jahr wurde nebenan das Antonius-Kloster mit neun Franziskanern eröffnet. Fortan mussten die Katholiken in Kleefeld nicht mehr zum Gottesdienst ins Zooviertel gehen.

Kloster ist wieder bewohnt

Ende der Neunzigerjahre bahnte sich die erste Krise des Klosters mangels Nachfrage an. 2010 kam das endgültige Aus. Im gleichen Jahr schrumpfte St. Antonius zum Kirchort, und wurde mit zwei benachbarten Pfarreien zur Groß-Gemeinde St. Martin vereinigt. Geblieben ist der Kindergarten, der vor ein paar Jahren um eine Krippe erweitert wurde. Die Warteliste ist lang.

Auch das ehemalige Kloster ist wieder bewohnt. 2015 zog eine Mädchenwohngruppe in die Mönchszimmer. In dem Jugendhilfe-Projekt der Caritas werden zehn Mädchen im Alter von 13 bis 18 Jahren von Sozialpädagogen im Auftrag des Jugendamts betreut. Es sind Jugendliche, „bei denen es zu Hause nicht klappt“, wie es Gemeindereferent Thomas Wirth formuliert. Ab und an kommen auch alleinreisende Flüchtlinge in dem Haus unter.

Wanderung und Gottesdienst zum Geburtstag

Das Einzige, was noch an die ehemaligen Bewohner erinnert, ist der „Garten des Sonnengesangs“ hinter der Kirche, den die Franziskaner kurz vor ihrem Auszug als Projekt der Gartenregion konzipierten. Die Installation mit Quelle, Sonnenuhr, Windspiel und Feuerschale ist dem Sonnengesang von Franz von Assisi nachempfunden und steht jedem Besucher offen.

Am Sonnabend, 16. Juni, wird dort den Teilnehmern einer Fußwallfahrt zum Abschluss ein Imbiss geboten. Die sechs Kilometer lange Wanderung startet um 13 Uhr vor der Basilika St. Clemens in der Goethestraße. Am Sonntag findet um 11 Uhr die Festmesse in St. Antonius statt. Manche haben geraten, mit der Jubiläumsfeier noch zehn Jahre zu warten, um dann stolz auf ein Jahrhundert zurückblicken zu können, erzählt Thomas Wirth. Aber am Ende habe man sich gesagt, dass der 90. Geburtstag ja auch ein stolzer Tag sei.

Von Gabi Stief

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