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Ost Historische Bauwerke drohen zu verfallen
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Historische Bauwerke drohen zu verfallen
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01:15 27.08.2018
„Was hier passiert, ist ein Skandal“: Friedrich-Wilhelm Busse (v.l.) mit Klaus und Dieter Scholz vor dem historischen Köritzhof. Quelle: Marius Klingemann
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Groß-Buchholz

Efeu wuchert an den Wänden und zwischen den Dachziegeln, dichtes Buschwerk und eine ungezähmt wachsende Birke bedecken das Grundstück: Der historische Köritzhof hat wahrlich schon bessere Tage gesehen. Seit rund 30 Jahren steht das Bauernhaus an der Pinkenburger Straße leer – getan hat sich seitdem wenig.

„Es ist ein Skandal, dass dieses wunderschöne alte Gebäude so verkommt“, sagt Friedrich-Wilhelm Busse. Der 56-Jährige, seit 25 Jahren Mitglied im Bezirksrat Buchholz-Kleefeld und zudem Gründer wie auch Vorsitzender des Heimatvereins Pinkenburger Kreis, wohnt nur wenige Schritte vom Köritzhof entfernt. Regelmäßig würden er und seine Mitstreiter, darunter die ebenfalls schon lange in Groß-Buchholz verwurzelten Brüder Klaus und Dieter Scholz, von Anwohnern darauf angesprochen, wann sich denn nun endlich etwas tue. „Die Leute zählen auf unseren Verein, aber alleine sind wir machtlos“, erklären die drei.

Stadt und Eigentümer in Verantwortung

Bewegen müssten sich hingegen zwei andere Parteien: Zum einen Eigentümer Dieter Köritz, der das 1619 erbaute und somit älteste originale Bauernhaus im gesamten Stadtgebiet trotz „zahlreicher Interessenten“ nicht verkaufen wolle und somit dem Verfall preisgebe. Auf der anderen Seite komme die Stadt Hannover ihrer Pflicht in puncto Denkmalpflege nicht nach, als „Ersatzvornahme“ Maßnahmen zum Erhalt des Hofes durchzuführen. Tatsächlich ist etwa eine zum Fußweg zeigende Scheibe des neben dem Hauptgebäude stehenden Altenteilehauses bereits seit drei Jahren eingeschlagen und bisher nicht ersetzt worden. Für Busse ein untragbarer Zustand: „Ein hineingeschnippter Zigarettenstummel könnte reichen, um das komplette Thema Köritzhof zu beenden.“

Die Stadt sieht sich jedoch nicht in der Pflicht. Für den Erhalt der Gebäude sei der Eigentümer verantwortlich, teilte Sprecherin Michaela Steigerwald auf Nachfrage mit. Bezirksbürgermeister Henning Hofmann (SPD) erkennt ebenfalls keinen Grund, den Behörden einen Vorwurf zu machen, und kritisiert stattdessen Eigentümer Köritz: „Niemand hat Verständnis dafür, dass er den Hof so verkommen lässt.“ Der „historische Identifikationsträger“ im Herzen des alten Groß-Buchholzer Dorfes müsse unbedingt erhalten werden – notfalls durch eine Zwangsenteignung. Dieter Köritz war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Seit drei Jahren wurde diese eingeschlagene Fensterscheibe am Altenteilehaus des Köritzhofes nicht repariert. Quelle: Marius Klingemann

Stadt bremst beim Burzlaffhof

Ähnlich problematisch stellt sich die Situation bezüglich des nur etwa 500 Meter entfernten, seit einiger Zeit ebenfalls leer stehenden Burzlaffhofes am Kapellenbrink dar. Investor Rainer de Groot (Hus de Groot) plant, das im Zweiten Weltkrieg zu weiten Teilen zerbombte Haupthaus wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen und dort Mietwohnungen entstehen zu lassen. Zudem soll die ebenso denkmalgeschützte, mittlerweile aber marode Scheune zerlegt und in alter Form wieder aufgebaut werden.

Diesem auch von Pinkenburger Kreis und Bezirksrat unterstützten Vorhaben stehen aktuell Bedenken der Stadt bezüglich der Gestaltungssatzung im Wege, sodass de Groot seinen Bauantrag zunächst zurückgezogen hat. Ein Treffen mit dem Denkmalschutz hat vor Kurzem noch keine finale Einigung gebracht – die Gespräche dauern an. „Kommt es nicht zeitnah zu einem Kompromiss, vertun wir eine riesige Chance für den Burzlaffhof“, sagt der Investor dazu.

Von Marius Klingemann

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