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Ost Groß-Buchholz hat sein Bürgerhaus
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Groß-Buchholz hat sein Bürgerhaus
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13:07 10.10.2013
Von Stefanie Kaune
Friedrich-Wilhelm Busse, Achim Müller und Paul Holzberg (v. li.) zeigen im Bürgerhaus Gegenstände aus dem alten Dorf Groß-Buchholz. Quelle: Michael Wallmueller
Groß-Buchholz

Die erste Idee liegt bereits 13 Jahre zurück, jetzt ist das Ziel erreicht: Am Sonnabend wird das Bürgerhaus Groß-Buchholz am Dorfplatz an der Pinkenburger Straße eröffnet. Aus einem ehemaligen Trafohäuschen der Stadtwerke ist ein Treffpunkt geworden, der allen Bürgern des Stadtteils zur Verfügung stehen soll. Das Projekt des Vereins Pinkenburger Kreis ist ein Beispiel dafür, was bürgerschaftliches Engagement bewirken kann – vorausgesetzt, man hat einen langen Atem und kann viele Gleichgesinnte für ein Vorhaben begeistern.

Ehrenamtlicher Einsatz der Bürger

„Wir haben nicht nach der öffentlichen Hand gerufen, sondern selbst etwas gemacht“, sagt Friedrich-Wilhelm Busse. Der 51-Jährige leitet den Pinkenburger Kreis, der die Geschichte des früheren Dorfes Groß-Buchholz bewahren möchte und sich zudem für die Pflege des dörflichen Gemeinschaftslebens im Stadtteil einsetzt. 2012 hatte der Verein das Trafohaus von den Stadtwerken gekauft, im Sommer desselben Jahres begann der Umbau des 160 Quadratmeter großen Gebäudes. Unter anderem mussten Strom-, Wasser- und Gasanschlüsse gelegt werden, ein kleiner Anbau für die Toiletten entstand. Viel ehrenamtlicher Einsatz wurde dabei geleistet. Ein „harter Kern“ von sechs bis zehn Freiwilligen habe „ganze Tage und Wochen“ mit Arbeiten am künftigen Bürgerhaus verbracht, lobt Achim Müller, stellvertretender Vereinsvorsitzender.

Er ist 73 Jahre alt, und auch die ehrenamtlichen Handwerker haben in der Regel das Rentenalter erreicht. Da wäre etwa Paul Holzberg, 67 Jahre, der handwerklich eigentlich alles kann. Auch die Zwillingsbrüder Klaus und Dieter Scholz packten regelmäßig mit an. Natürlich waren auch Profis am Werk – und zeigten ebenfalls Gemeinschaftsgeist. Das Baugeschäft Tegtmeyer und das Bauunternehmen Wallbrecht stellten zum Beispiel Material und Arbeitsleistung unentgeltlich oder sehr kostengünstig zur Verfügung. Den Wert der insgesamt eingebrachten Sachleistungen beziffert Busse mit rund 40.000 Euro.

Großes Risiko für die Investoren

Nach der ersten Idee ging einige Zeit ins Land, ehe der Pinkenburger Kreis im Jahr 2009 den Entschluss fasste, das Projekt zu stemmen. 90.000 Euro mussten für den Kauf des Trafohauses aufgebracht werden, die Kosten für den Umbau und den Toilettenanbau kamen obendrauf. „Wir sind ein großes Risiko eingegangen“, sagt Busse – und bedankt sich zugleich für die von vielen Stellen geleistete Unterstützung. Der Bezirksrat war der großzügigste Geldgeber: 54.000 Euro wurden aus den Eigenmitteln des Gremiums bereit gestellt, weitere 50.000 Euro kamen durch Geldspenden von Unternehmen und Privatpersonen hinzu. Bezirksbürgermeister Georg Fischer habe sich stets für das Bürgerhaus eingesetzt, betont Busse. Ministerpräsident Stephan Weil sicherte in seiner früheren Funktion als Oberbürgermeister zumindest seine ideelle Unterstützung zu. „Die Stadtwerke sind uns nach langen Verhandlungen ebenfalls entgegen gekommen“, sagt Müller.

Bürgerhaus wird Teil der historischen Stadtteilführung

Inzwischen sieht es recht gemütlich aus in dem früheren Funktionsgebäude. Alte, dunkle Bauernmöbel schaffen heimelige Ecken. Der historisch interessierte und versierte Busse hat Teile seines Privatarchivs ins Bürgerhaus gebracht. Historische Fotos, Gemälde und Pläne mit Bezug zum früheren Dorf Groß-Buchholz werden dort gezeigt. Zudem sind alte Gegenstände des bäuerlichen Lebens ausgestellt: ein Dreschflegel, Schaufeln, Melkschemel und Milchkanne und ein Pflug, der von Menschen gezogen wurde. In seine historischen Stadtteilführungen will Busse nun auch das Bürgerhaus einbeziehen. „Gerade viele Zugezogene haben großes Interesse zu erfahren, wie es früher in ihrem Stadtteil ausgesehen hat“, sagt er.

Auch Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen möchte der Pinkenburger Kreis im Bürgerhaus organisieren. Durch die Kammersängerin Marie-Louise Gilles, die im Vereinsvorstand ist, bestehen gute Kontakte zur Musikhochschule. Doch der Verein will nicht in erster Linie selbst als Veranstalter auftreten, sondern das Gebäude an Gruppen und Privatleute aus dem Stadtteil für soziale und kulturelle Nutzungen vermieten. Eine Konkurrenz zur Gaststätte „Zur Eiche“, wolle man aber keinesfalls sein, unterstreicht Müller.

Beendet ist das Projekt Bürgerhaus mit der Eröffnung noch nicht. Der Fußboden muss noch ebenso erneuert werden wie die Eingangstür. Und an der Ostseite des Gebäudes soll ein Fensterdurchbruch für einen Blick ins Grün dahinter sorgen. „Wir sind weiter auf Spenden angewiesen“, sagt Müller. „Es bleibt viel zu tun.“

Große Eröffnungsfeier

Die Eröffnungsfeier am Sonnabend, 7. September, beginnt um 12 Uhr auf dem Dorfplatz, Pinkenburger Straße. Ministerpräsident Stephan Weil hat angekündigt, zu kommen.

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