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Hannover-List: Der inklusive Kinderladen Villa Kunterbunt feiert 30. Geburtstag

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00:17 15.06.2019
Der inklusive Kinderladen Villa Kunterbunt feiert 30-jähriges Jubiläum. Quelle: Tim Schaarschmidt
List

Wenn ihr Kinderladen auch am Wochenende öffnet, ist das für die Mädchen und Jungen aus der Villa Kunterbunt ein großes Ereignis. Die Einrichtung in der List hatte jetzt zum Sommerfest eingeladen – und dabei gleich einen runden Geburtstag mitgefeiert. Seit 30 Jahren gibt es die inklusive Einrichtung am De-Haën-Platz. Drei Kinder von insgesamt 18 haben eine Behinderung.

Bürgerpreis für Integration

Die „Villa“ feiert auch, dass sie sich von einem zeitlich begrenzten Integrationsprojekt längst zu einer anerkannten Einrichtung für behinderte und nicht behinderte Kinder entwickelt hat. 2006 wurde sie mit dem Bürgerpreis der Bezirksrats Vahrenwald-List ausgezeichnet. Sie trägt ihren Teil dazu bei, die Inklusion in Hannover zu verbessern. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Gefahr besteht, dass Eltern von Kindern mit Behinderung schnell ins Abseits geraten. Viele Familien wünschen sich daher deutlich mehr inklusive Plätze. „Wir sind eine Stadtteileinrichtung, nehmen aber auch Kinder aus anderen Ecken bei uns auf“, sagt Erzieherin Katja Ellesser, die seit 18 Jahren zum Team gehört. Kollegin Maria Stützer hat die Einrichtung vor 30 Jahren mit Eltern gegründet. Ein erster Modellversuch zur Integration in Kitas lief damals in Misburg, in der List gab es dann die erste Elterninitiative. Die Liste der Bewerber ist allerdings auch in diesem Jahr wieder lang. „Insgesamt haben wir 35 Anfragen, allerdings nur sechs Plätze, die wir vergeben können“, betont Ellesser.

Die Bezeichnung Integration haben die Einrichtung sowie ihre engagierten Eltern und Erzieher hinter sich gelassen. Mittlerweile geht es um Inklusion, und das heißt: selbstverständlich dazuzugehören, mitzumischen im Kita-Alltag. Dass Inklusion in der Villa wörtlich genommen wird, merkt man schon am Aufbau der Zimmer. Schon- oder Schutzräume für Menschen mit Behinderung sucht man hier vergeblich. Alle Kinder wuseln in Tobe-, Bastel-, Essensraum oder Puppenecke herum. Es gibt sogar zwei Hochebenen. Wie, fragt man sich, kommen seh- oder gehbehinderte Kinder dort hinauf? Es sei wichtig, dass man den sogenannten I-Kindern etwas zutraue, meinen die Betreuerinnen. Jedes Kind sei anders und solle sein Recht bekommen, erläutert Ellesser. Für das Team der Villa spielt es keine Rolle, mit welcher Einschränkung die Mädchen und Jungen in die Einrichtung kommen. „Kinder passen immer, sonst ändern wir die Bedingungen“, sagt Ellesser.

Familienfest mit Ehemaligen

Beim diesjährigen Sommerfest waren aber vor allem auch die Eltern gefragt, um die Kinder zu unterstützen und im Blick zu behalten. Keine große Aufgabe, denn die kleinen Besucher der Villa Kunterbunt sind ein eingespieltes Team, was das Spielen und Helfen betrifft. Der 30. Geburtstag ist dann auch ein richtiges Familienfest geworden – mit der alten Elternband Bananenflanke und ganz vielen Ehemaligen, die einst auf der Hochebene getobt haben und jetzt in Berlin oder Süddeutschland leben, studieren oder arbeiten. „Das ist für alle auch eine sehr emotionale Angelegenheit“, betont Katja Ellesser.

Von Susanna Bauch

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