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Ost Senioren harren bis fünf Uhr morgens aus
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Senioren harren bis fünf Uhr morgens aus
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22:11 30.07.2014
Von Sabrina Mazzola
„Es dauerte so furchtbar lang“: Ursula Grigat und Irmgard Reuschke sind zurück im Seniorenheim.
„Es dauerte so furchtbar lang“: Ursula Grigat und Irmgard Reuschke sind zurück im Seniorenheim. Quelle: Michael Wallmueller
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Misburg-Nord

„Neun Stunden haben wir ausgeharrt, es war ein Martyrium“, sagt Seniorenheim-Geschäftsführer Heinz-Ludwig Meinecke. Geschlafen habe er nicht. Auch logistisch war die Evakuierung des Misburger Seniorenheims Am Wasserturm eine Herausforderung: Meinecke und seinen 21 Pflegekräften ging mitten in der Nacht das Inkontinenzmaterial für die Bewohner aus. Der Einsatzleiter der Feuerwehr musste Nachschub besorgen. „Die Notdürfte zu beseitigen und die Stimmung zu halten, das war das Schwierigste“, resümiert er am Tag danach.

Um 15 Uhr hatte Meinecke von der Evakuierung erfahren, um 20 Uhr wurden die 47 Bewohner von Rettungskräften und Feuerwehr abgeholt, 16 davon im Liegendtransport. Sie kamen in eine Turnhalle der IGS Roderbruch. „Alles war gut organisiert, aber wir haben nicht damit gerechnet, dass es so lange dauert“, sagt Meinecke. Das Haus war schon elf Tage zuvor evakuiert worden, „aber da ging alles viel schneller.“ Meinecke hätte sich einen früheren Start gewünscht: „Wir haben im Haus nur einen Aufzug, so hat alles sehr lange gedauert; und anders als zuletzt konnten keine Angehörigen helfen, weil viele selbst von der Räumung betroffen waren.“

Die Bewohner sind nun erschöpft von der Nacht. Im Haus hört man keinen Laut. „Die meisten haben aufs Frühstück verzichtet und bis mittags geschlafen“, verrät Heimleiterin Regina Barleon. So auch Ursula Grigat und Irmgard Reuschke. Die beiden Damen wollten eigentlich bis nachmittags liegen bleiben, sind dann aber doch aufgestanden. „Es war schlimm, ich saß stundenlang auf einer harten Bank“, klagt Grigat. „Die Organisation war toll, aber es war einfach so furchtbar lang“, sagt die 84-Jährige. Auch der 96-jährigen Irmgard Reuschke steckt die Evakuierung noch in den Knochen. „Ich war erst um 5.30 Uhr wieder hier und hab mir dann erst mal einen Kaffee ans Bett bringen lassen.“

Für Waldtraut Nölte war es besonders anstrengend: Sie war erst einen Tag vor der ersten Evakuierung ins Heim gezogen, Donnerstagmorgen war sie dann auch noch die Letzte, die ins Heim zurückkehren konnte. Aber wenigstens ein wenig Flirten war möglich. „Ich habe den netten jungen Fahrer von der letzten Evakuierung wiedergetroffen - und er hat mich gleich wieder ganz fest umarmt“, freut sich die 84-Jährige.

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