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Ost Heimkehr will Häuser an Posener Straße abreißen
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Heimkehr will Häuser an Posener Straße abreißen
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14:28 09.04.2014
Von Stefanie Kaune
Eine ganz Reihe an Häusern an der Posener Straße soll abgerissen werden.
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Hannover

Die Wohnungsgenossenschaft Heimkehr plant den Abriss ihrer Nachkriegshäuser Posener Straße 2 bis 18. Die neun zweigeschossigen Siedlungshäuschen, die 1959 errichtetet wurden und sich in Form von Gebäuderiegeln entlang der Posener Straße ziehen, gelten als nicht mehr sanierungsfähig. Abriss und Neubau an gleicher Stelle und in gleicher Höhe sollen in zwei Abschnitten stattfinden: Der erste Bauabschnitt startet zu Beginn des kommenden Jahres, eine zweite Bauphase folgt zu Jahresbeginn 2016. Etwa ein Jahr Bauzeit ist jeweils eingeplant. Acht Millionen Euro will die Heimkehr nach Auskunft von Vorstandsmitglied Sven Scriba investieren.

„Die Häuser sind in einem sehr schlechten Zustand“, sagt Scriba. Das gelte insbesondere für die energetische Ausstattung. Eine Sanierung „im Bestand“ sei daher nicht mehr wirtschaftlich, zudem solle es andere, variablere Zuschnitte geben. Bisher sind die Wohnungen im Durchschnitt 60 Quadratmeter groß, künftig sind Größen zwischen 40 und 100 Quadratmetern vorgesehen. Insgesamt wird es nur noch vier Häuser mit fünf Eingängen geben. Auf einer Mieterversammlung im vergangenen Monat wurden die 40 Parteien, die in den Heimkehr-Bauten wohnen, über die Pläne der Genossenschaft informiert. „Wir werden unseren Mietern Ersatzwohnungen und eine komplette Umzugshilfe anbieten - wir vergessen nicht, dass wir eine Genossenschaft sind“, sagt Scriba. Man habe sich bereits Kontingente bei den Genossenschaften Gartenheim, Kleefeld-Buchholz und dem Spar- und Bauverein gesichert. Auch im eigenen Bestand stünden Wohnungen zur Verfügung. „Die Heimkehr hat in der Vergangenheit schon mehrere Wohnungen nach diesem Muster umgebaut.“

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Ein Teil der Mieter macht sich dennoch Sorgen: In den Häusern wohnt auch eine Reihe von Senioren, einige sind dort bereits seit der Errichtung der Gebäude zu Hause. „Für die Jüngeren mag es ja egal sein, die verbessern sich vielleicht sogar. Aber in meinem Alter kann ich doch nicht einfach irgendwo anders hinziehen“, sagt eine Seniorin. Sie wisse auch von Nachbarn, die Angst hätten, ihr gewohntes Umfeld zu verlieren. „Uns wundert auch, dass wir nur so zögerlich informiert wurden.“ Gerüchte, dass die Genossenschaft einen Abriss plane, hätten schon länger kursiert. Doch erst Wochen später habe es ein Anschreiben mit der recht kurzfristigen Bitte um Rückmeldung und dem Hinweis auf die Mieterversammlung gegeben.

Scriba bemüht sich, die Bedenken zu entkräften. „Es wird für Mieter, die vor Ort wohnen bleiben möchten, die Möglichkeit geben, nach Fertigstellung des ersten Bauabschnitts an der Posener Straße einzuziehen“, betont er. Allerdings wird es dann teurer als bisher: Die Heimkehr kalkuliert künftig mit einem Quadratmeterpreis von acht Euro. Bisher zahlen die Mieter an der Posener Straße 6,50 Euro. Doch auch in diesem Zusammenhang biete die Genossenschaft Hilfe an, sagt Scriba. „Für eine bestimmte Zeit können wir im Einzelfall anbieten, einen Teil der Differenz zu übernehmen.“

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