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Ost Hundehalter wollen neue Auslauffläche ohne Leinenzwang
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Hundehalter wollen neue Auslauffläche ohne Leinenzwang
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13:16 14.04.2011
Das Bundeswehrgelände ist vor allem bei Hunden und Haltern beliebt.
Das Bundeswehrgelände ist vor allem bei Hunden und Haltern beliebt. Quelle: Uwe Dillenberg
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Hundebesitzer fordern eine neue Auslauffläche ohne Leinenzwang als Ersatz für den häufig gesperrten Standortübungsplatz in Isernhagen-Süd. Die Initiative aus Langenhagen hat dabei eine brach liegende Grünfläche südlich des Klärwerks an der Breslauer Straße im Auge. Während der Sperrzeiten des Bundeswehrgeländes sollen Hunde dort frei laufen dürfen, lautet der Vorschlag. Einwohnern aus Isernhagen-Süd dürfte die neue Hundewiese allerdings wenig nützen. Denn von den Sperrungen des Militärgeländes ist auch der Rad- und Fußweg entlang der Wietze betroffen – und damit die einzige direkte Verbindung zu dem anvisierten Gelände.

Die Planungen für eine Ersatzfläche stecken ohnehin noch in den Kinderschuhen. Bislang haben weder die Stadtverwaltung Langenhagen noch der Naturschutzbund die Eignung der Wiese geprüft. Die Initiatorin Jutta Jüngling möchte mit dem Vorschlag vor allem einen Ausweg aus der verfahrenen Situation aufzeigen. Seit der Eröffnung der Feldjägerschule in Vahrenheide Ende 2009 beansprucht die Bundeswehr den Übungsplatz an mehreren Tagen in der Woche zur Ausbildung der Soldaten. Neben den Sperrungen beklagen Hundebesitzer aber vor allem den grundsätzlichen Leinenzwang und das Verbot, die befestigten Wege zu verlassen. „Immer nur Meckern über die Bundeswehr bringt nichts. Wenn es ein Ausweichgelände gäbe, könnte das die Situation entschärfen“, meint Hundehalterin Jüngling. Am heutigen Donnerstag um 9.30 Uhr lädt die Initiative zu einem Informationstreffen auf der Wiese am westlichen Rand des Standortübungsplatzes. Laut Jüngling haben auch Kommunalpolitiker und Vertreter des Naturschutzbundes die Teilnahme angekündigt.

Dass es irgendwann auch ein Ersatzgelände auf der Seite von Isernhagen-Süd geben könnte, hält der Vorsitzende des dortigen Bürgervereins für unrealistisch. „Meines Wissens gibt es keine ungenutzte Grünfläche, die in Frage kommt“, sagt Werner Mollnau. Deshalb bemüht sich der Bürgerverein, der im November bereits zu einem Schlichtungstermin zwischen Hundehaltern und Vertretern der Bundeswehr eingeladen hatte, künftig vor allem um eine Alternative für den häufig gesperrten Verbindungsweg.

„Seit die Bundeswehr den Standortübungsplatz stärker für sich beansprucht, hat sich das Problem verschärft“, meint Mollnau. Der Fuß- und Radweg entlang der Wietze sei eine viel genutzte Verbindung zwischen Langenhagen und Isernhagen-Süd. Alternative Strecken seien mit großen Umwegen verbunden. „Ideal wäre ein neuer Weg auf der nördlichen Seite der Wietze, denn der Fluss bildet die Grenze das Militärgeländes“, erklärt Mollnau. An eine Umsetzung sei jedoch erst im Zusammenhang mit der Renaturierung dieses Teils der Wietze denkbar. Und das kann dauern – wie berichtet steht in diesem Jahr ein anderer Flussabschnitt auf dem Terminplan der Stadtentwässerung.

Bis die Pläne für eine Ersatzfläche nahe des Standortübungsplatzes konkrete Formen annehmen, müssen sich Hundehalter den Regeln der Bundeswehr beugen. Kürzlich hatte die Nachricht für Aufregung gesorgt, dass Feldjäger ein Bußgeld von mehr als 70 Euro verlangten, als ein Ehepaar mit seinem Hund die Schotterwege verlassen hatte. Den freien Auslauf für Vierbeiner beschränkt die Stadt Hannover auf eigens ausgewiesene Flächen. Während der Brut- und Setzzeit, die am 1. April begonnen hat, sind die Regeln für Hundebesitzer weiter eingeschränkt.

Michael Soboll

Susanna Bauch 14.04.2011
14.04.2011