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Ost Justizministerin besucht Grundschule
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Justizministerin besucht Grundschule
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00:20 17.05.2014
Von Anne Grüneberg
Besonders viel Mühe haben die Schüler sich damit gegeben, eine Europakarte selbst zugestalten.
Besonders viel Mühe haben die Schüler sich damit gegeben, eine Europakarte selbst zugestalten. Quelle: Moritz Küstner
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Hannover

In der Aula der Kurt-Schumacher-Schule in Anderten rutschen an diesem Vormittag einige der 150 anwesenden Kinder nervös auf ihrem Stuhl hin und her. Mit gutem Grund: Die niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz hat sich angekündigt, sie will den Kindern der dritten und vierten Klasse im Vorfeld der Europawahl die Europäische Union näherbringen. „Mir liegt es am Herzen, dass Kinder wissen, warum wir diesen Tag feiern und warum wir Europa brauchen“, sagt Niewisch-Lennartz.

Ihr Vortrag ist gespickt mit vielen Fragen an die Kinder: „Könnt ihr euch vorstellen, warum man nach dem zweiten Weltkrieg darauf gekommen ist, die Europäische Union zu gründen?“, wendet sie sich an die Schüler, von denen sich einige eifrig melden. „Damit nicht noch der dritte Weltkrieg ausbricht“, antwortet ein Junge in grünem T-Shirt. „Genau, die Länder wollten die Voraussetzung dafür schaffen, dass es nie wieder Krieg gibt“, bestätigt die Ministerin.

Die niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz will den Kindern der dritten und vierten Klasse im Vorfeld der Europawahl die Europäische Union näherbringen.

Sie hat sich ganz bewusst die Kurt-Schumacher-Schule für ihren Europavortrag ausgesucht. Denn vor ihrem Amt als Ministerin war sie stellvertretende Bezirksbürgermeisterin in Misburg-Anderten - sie kennt den Stadtteil also ganz genau. Außerdem haben schon ihre beiden Söhne die Grundschule am Eisteichweg besucht. „Es ist ein großer Unterschied, ob man wegen seiner eigenen Kinder zum Elternabend herkommt oder plötzlich als Ministerin hier steht“, sagt Niewisch-Lennartz.

Die Kinder und ihre Lehrer haben für die passende Begrüßung gesorgt: In der Aula haben sie eine Girlande mit den Flaggen der EU-Mitgliedsstaaten aufgehängt. Während des Vortrags wird außerdem eine Karte der Europäischen Union auf eine Leinwand projiziert. „Wenn ihr hier nebenan beim Italiener eine Pizza oder ein Eis essen geht - dann ist das nur möglich, weil alle Bürger der Europäischen Union in Deutschland leben und arbeiten dürfen“, erklärt die Ministerin. Mit wenig Worten versucht sie, das große Konstrukt der EU in den Alltag der Kinder zu holen. Und das gelingt ihr gut.

Nach einer halben Schulstunde ist Niewisch-Lennartz fertig mit ihrer Fragerunde. Und die Kinder sind dran. Die haben nämlich extra für den Besuch der Ministerin ein großes Europa-Puzzle im Kunstunterricht angefertigt. Die neun kleinen Leinwände, die sie in verschiedenen Farben bemalt haben, ergeben zusammengesetzt die Europäische Union - in einer bunten Kartenansicht. „Die Kunstlehrerin hat die Ländergrenzen vorgezeichnet, und die Kinder haben sie ausgemalt und beschriftet“, erklärt die Schulleiterin Angela Wiewiorra. Als es Zeit ist, das Puzzle zusammenzusetzen, stürmen die Kinder auf die Bühne der Aula. Dort hängen sie die Leinwände lautstark und mit sichtlichem Spaß in der richtigen Reihenfolge auf.

Den Abschluss der Schulstunde rund um Europa bildet der Posaunenspieler Simon Schnelle. Er ist Richter im Ministerium von Niewisch-Lennartz und spielt in seiner Freizeit in einem Posaunenchor. Schnelle hat für die Schüler passenderweise die „Ode an die Freude“ vorbereitet - die europäische Hymne. „Europa wird euch noch das ganze Leben lang begleiten“, sagt Niewisch-Lennartz zum Abschluss ihres Besuches. „Und euch vor allem Sicherheit geben.“

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