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Ost Katholiken feiern Zusammenführung ihrer Gemeinden
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Katholiken feiern Zusammenführung ihrer Gemeinden
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12:11 09.09.2010
Mit einer Prozession durch die Südstadt feierten die Gemeindemitglieder den „Tag der Zusammenführung“. Quelle: Valentin
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Ein frommer Kaiser aus dem Mittelalter kommt in Hannover zu besonderen Ehren: 5000 katholische Christen aus der ursprünglichen St.-Heinrich-Gemeinde in der Südstadt, 3500 aus St. Elisabeth im Zooviertel und weitere 1600 aus St. Clemens in der Calenberger Neustadt sind jetzt zu einer neuen Großgemeinde vereint worden, die ebenfalls den Namen St. Heinrich trägt. Seit dem 1. September bildet sie eine gut 10.000 Mitglieder starke Gemeinschaft. Mit einer Heiligen Messe in der St.-Heinrich-Kirche, einer Prozession zum Pfarrheim und einem Gemeindefest wurde am vergangenen Sonntag der „Tag der Zusammenführung“ gefeiert.

Finanzielle Einbußen und der Mangel an Priestern bewogen das Bistum Hildesheim schon vor etlichen Jahren, im Gebiet seiner Diözese ein umfangreiches Fusionsprogramm voranzutreiben. Auch bei St. Heinrich, St. Elisabeth und St. Clemens wurde der Zusammenschluss gründlich vorbereitet. Wichtigstes Bindeglied war dabei ein Kooperationsausschuss, der paritätisch mit Vertretern der drei Gemeinden besetzt war. Dieses Gremium hat dazu beigetragen, dass das gewohnte Gemeindeleben auch künftig so weit wie möglich erhalten bleiben kann.

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Johannes Lim ist seit September 2008 Pfarrer für die drei Kirchen an Sall-, Gellert- und Clemensstraße. Die Gottesdiensttermine wurden zeitlich versetzt; bei St. Clemens gestaltet außerdem Propst Martin Tenge die Messe. „Wir freuen uns, dass wir trotz der Fusion keine Kirche und auch keines der Pfarrheime aufgeben mussten“, sagt Lim.

An den jeweiligen „Kirchorten“ bietet jede der drei Teilgemeinden weiter ihr vertrautes Angebot. Bei St. Elisabeth gibt es zum Beispiel einmal in der Woche einen Treffpunkt aller Generationen, bei St. Clemens kommen die „Clementiner-Familie“ und der Seniorenkreis „Club 93“ zusammen, und bei St. Heinrich sind unter anderem die Pfadfinder fest verankert.

Verändert hat sich allerdings die Situation in den Pfarrbüros. Zwei Bürokräfte schieden durch Pensionierung oder durch das Auslaufen eines befristeten Vertrags aus. St. Heinrich und St. Elisabeth haben aber weiterhin je eine Sekretärin; zusammen organisieren die beiden Frauen auch eine Sprechzeit bei St. Clemens.

In der neuen Großgemeinde St. Heinrich werden außerdem Anfang November ein Pfarrgemeinderat und ein Kirchenvorstand mit jeweils 14 Vertretern gewählt, die aus allen drei Alt-Gemeinden kommen. Der Haushalt hingegen wird erst 2011 neu aufgestellt und dann gemeinsam geführt.

Für die katholische Kirchenregion Hannover wahrt St. Clemens seine Rolle als Hauptkirche und Sitz des Propstes. Zentrum und Pfarrkirche der drei fusionierten Gemeinden indes ist St. Heinrich. „Wir wollen unseren Blick auch für andere Menschen in dieser Stadt öffnen, etwa mit einer Suppenküche oder in der Ökumene“, erklärt Pfarrer Lim. Für die neue St.-Heinrich-Gemeinde wünscht er sich derweil, dass sich ihr alle Mitglieder gleichermaßen zugehörig fühlen.

Gerda Valentin

Vivien-Marie Drews 07.09.2010
Conrad von Meding 07.09.2010